Aachen - AZ-Forum Medizin: Jeder Patient braucht eine andere Therapie

AZ-Forum Medizin: Jeder Patient braucht eine andere Therapie

Von: Juliane Kern
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Bewegung hilft: Beim AZ-Forum Medizin machte Sporttherapeutin Lisa Stepprath Ubungen zur Darmkrebsvorbeugung vor. Foto: Andreas Steindl

Aachen. . Jeder siebte Mensch in Deutschland erkrankt einmal in seinem Leben an Krebs im Magen-Darm-Trakt. „Damit befindet sich dort der Hauptsitz für Tumore”, sagt Dr. Markus Gatzen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Marienhospital Aachen.

Wie man ihre Entstehung vermeidet oder bereits vorhandene schnell und effektiv behandelt - das war Thema beim Medizin-Forum von Uniklinikum (UK) und Aachener Zeitung, das von AZ-Redakteurin Sabine Rother moderiert wurde.

Vehement warb Gatzen für die Darmspiegelung als wichtigstes Instrument der Vorsorge. Ein Vergnügen sei eine Endoskopie sicherlich nicht, „aber sie ist auch nicht wirklich schlimm”. In zehn bis 15 Minuten sei sie abgeschlossen - und das oft schmerzfrei. Ergänzt wird sie durch die Untersuchungsmethoden der Radiologie, die Dr. Rainald Bachmann, Chefarzt am Marienhospital, anschaulich erläuterte.

Sich allein auf eine Untersuchung beim Urologen zu verlassen, davor warnte Professor Volker Schumpelick, Direktor der Chirurgischen Klinik am UK Aachen. „Kein Finger ist so lang, dass er den ganzen Dickdarm untersuchen kann.” Der misst zwischen 1,50 und zwei Meter. Fünf einfache Tipps gab Schumpelick: 1. „Verzichten Sie aufs Rauchen und den Verzehr von scharf Gebratenem”, 2. „Nutzen Sie die Vorsorge”, 3. „Achten Sie auf Warnsignale des Körpers”, 4. Haben Sie Vertrauen in die moderne Chirurgie” und 5. Fragen Sie nach interdisziplinären Möglichkeiten”. Letztere spielen in der Behandlung eine immer wichtigere Rolle, wie Jens Panse, Oberarzt der Klinik für Onkologie/Hämatologie und Professor Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III und Professor Ruth Knüchel-Clarke, Leiterin des Lehrstuhls für Pathologie (alle UK Aachen) zeigten.

Erst nach der präzisen Analyse des Tumorgewebes durch die Pathologie könne die genaue Therapie besprochen werden. „Diese Therapie ist heute höchst individualisiert und komplex”, erläuterte Panse. Um in Zukunft noch gezielter therapieren zu können, warb Knüchel-Clarke um die Mithilfe der Krebspatienten. „Wir möchten eine Datenbank anlegen, in der wir die Krebsarten anonym erfassen.” Zielgerichtet ist auch die Abstimmung von OP und Chemotherapie, die Trautwein erörterte. In einer Tumorkonferenz, die im Euregionalen Comprehensive Cancer Center institutionalisiert wird, werde jeder Fall von Fachärzten aller Disziplinen besprochen.

Und wie kann man vorbeugen? „Vermeiden kann man den Krebs nicht, aber sportlich aktive Menschen erkranken zu 50 Prozent weniger als nicht aktive Menschen”, sagte Sporttherapeut Josef Stepprath, Leiter des Activ Centrums Aachen/Wegberg. „Dreimal pro Woche 30 Minuten bei einem Puls von 120, 130 Schlägen, das reiche schon”, erklärte Stepprath, und seine Frau Lisa machte - mitten im Hörsaal - ein paar Übungen mit den Zuhörern.
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