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Ansturm ausgeblieben: NRW sitzt auf Schweinegrippe-Impfdosen

Von: Dorothea Hülsmeier, dpa
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Schweinegrippe Impfstoff
Insgesamt 50 Millionen Impfdosen für rund 416 Millionen Euro: Deutschland bekommt nach den massenhaften Anschaffungen die finanziellen Nebenwirkungen spüren. Foto: dpa

Düsseldorf. Der erwartete Ansturm ist ausgeblieben: Nur etwa eine Million der insgesamt knapp 18 Millionen Einwohner Nordrhein-Westfalens haben sich seit Oktober gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Nun sitzt das Land noch auf rund 6,4 Millionen Impfdosen, wie aus einer vorläufigen Bilanz des NRW-Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Die Schweinegrippe-Epidemie nahm einen milderen Verlauf als befürchtet. Dennoch sieht NRW- Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) die groß angelegte Impfkampagne als richtig an: Sie habe die Menschen im Land informiert und aufgeklärt über die Neue Grippe.

Am kommenden Mittwoch endet die Impfsaison. Bis Ende Februar wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland rund 40.000 meldepflichtige Schweinegrippe-Erkrankte gezählt. Die Dunkelziffer dürfte höher weit höher liegen, da das Meldeverfahren abgeschafft wurde. 59 Menschen starben in NRW an der Neuen Grippe, so der Stand Anfang März. Bundesweit wurden dem Robert-Koch-Institut in Berlin bislang rund 226.000 Schweinegrippe-Fälle gemeldet und 250 Todesfälle.

Noch vor einigen Monaten standen in NRW in extra eingerichteten Impfzentren und Arztpraxen die Menschen Schlange, um sich gegen den Erreger impfen zu lassen. Als absehbar war, dass die Schweinegrippe milder als erwartet verlief, versiegte der Strom. Die provisorischen Impfzentren wurden wieder dicht gemacht.

Das Land muss sich nun mit finanziellen Nebenwirkungen der Neuen Influenza befassen. Deutschland hatte zunächst insgesamt 50 Millionen Impfdosen für rund 416 Millionen Euro bestellt - für NRW waren davon 10,9 Millionen Dosen bestimmt. Bestellt wurde Impfstoff für ein Drittel der Bevölkerung. Anfangs ging man noch von einer Zweifach- Impfung aus, die sich bei den meisten Patienten-Gruppen später als nicht notwendig erwies. Nach zähen Verhandlungen mit dem Pharmahersteller Glaxo Smith Kline mussten Bund und Länder schließlich nur noch 34 Millionen Impfdosen abnehmen - davon waren für NRW 7,4 Millionen bestimmt.

Nachdem eine Million Menschen in NRW die Impfung verabreicht bekommen haben, sitzt das Land nun auf rund 6,4 Millionen Impfdosen für rund 53 Millionen Euro. Was damit passiert, ist noch offen. Derzeit verhandelt der Bund mit anderen Staaten über den Verkauf des Impfstoffs: Im Gespräch sind Pakistan oder die Ukraine.

Wurde die Schweinegrippe überschätzt? Die Pandemiepläne der Weltgesundheitsorganisation WHO betrachten nur die Verbreitung neuer Viren, nicht aber deren Gefährlichkeit. Das RKI will aber noch keine Entwarnung geben. Die weitere Entwicklung der Schweinegrippe könne nicht vorausgesehen werden.

„Dass die Neue Grippe Gott sei Dank so mild in Nordrhein- Westfalen verlaufen ist, konnte niemand ahnen”, sagte Gesundheitsminister Laumann. Das Ministerium haben alles getan, um die Bevölkerung aufzuklären und vor allem ausreichend Impfstoff und Medikamente bereit zu haben. „Die Kampagne war richtig”, betont Laumann. „Impfen ist und bleibt der richtige Weg zum eigenen Schutz und zum Schutz seiner Mitmenschen.”
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