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Alte Meister: Karate hält auch Senioren optimal fit

Von: Barbara Erbe, dapd
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Karate hält auch Senioren optimal fit. Foto: dapd

Limburg. Beim Stichwort Karate denken viele Menschen vor allem an raffinierte Kampfkunst, schnelle Griffe und gewagte Sprünge - an jede Menge „Action” eben.

Dass der elegante Sport mit dem ganzheitlichen Trainingsansatz ideal für Senioren geeignet ist und auch zunehmend von ihnen entdeckt wird, geht dabei leicht unter, erklärt Jürgen Fritzsche, Bundeslehrwart des Deutschen Karate Verbands und Übungsleiter für „Sport in der Prävention” des Sportbundes Hessen. „Weil das Training in kleinen Schritten und ganz individuell voranschreitet, lässt sich Karate aber bis ins hohe Alter betreiben und ist dabei eine wohltuende Bewegungstherapie nicht nur für Muskeln, Gelenke und Kreislauf, sondern auch für Geist und Nerven.”

Wer Karate lernen möchte, muss weder besonders stark noch besonders beweglich sein, beruhigt der Sportler. „Als Anfänger führen Sie alle Techniken im erhobenen Stand aus; die Bewegungen sind einfach und werden erst ganz allmählich und auch nur dann komplizierter, wenn Sie sich weiter entwickeln möchten.” Erst mit den Jahren würden die Techniken schneller, der Stand tiefer und die Bewegungen aufwändiger. Dann hätten sich die körperlichen Fähigkeiten durch das Training aber in der Regel auch nachhaltig verbessert. „Einige unserer Übungstechniken finden sich sogar in der Krankengymnastik wieder - zum Beispiel die Stimulation bestimmter Energiepunkte des Körpers, die Stärkung einzelner Muskelgruppen oder einfach die gerade, aufrechte Körperhaltung.”

Respekt und Konzentration stärken das Selbstbewusstsein

Darüber hinaus erlernten Karateschüler im Training verschiedene Atemtechniken, die je nach Wunsch belebend oder entspannend wirkten, und praktizierten eine Kultur der Konzentration, der Achtsamkeit und des Respekts voreinander. Das schule den Geist, betont Fritzsche, und verweist auf eine Studie der Universität Regensburg, der zufolge Karate die Menschen geistig fitter und sogar glücklicher mache. Und sicherer: „Gerade Menschen über 50 profitieren von Karate, denn das Training gibt ihnen mehr Selbstbewusstsein - was sich auch in ihrer Körperhaltung spiegelt - und unterweist sie in Selbstverteidigung.”

Dass man die Sportart sowohl allein als auch in der Gruppe und in Partnerübungen ausüben könne, sei ein weiterer Vorteil, meint Trainer Fritzsche. „Wer gern in Gesellschaft ist, findet schnell Anschluss, aber niemand muss sich davor fürchten, von einer Gruppe vereinnahmt zu werden.” Von den rund 120.000 Mitgliedern des Deutschen Karate Verbandes seien um die 5000 über 50, schätzt Fritzsche, „und es werden von Jahr zu Jahr mehr.” Eine Warnung spricht er jedoch aus: Wer schon Jahre lang keinen Sport mehr betrieben hat oder herzkrank ist, sollte vor dem Trainingsbeginn den Hausarzt konsultieren. Unter karate.de informiert der Deutsche Karate-Verband über den Sport und seine Stilrichtungen und nennt auch Adressen von Landesverbänden und Vereinen - die allermeisten von ihnen haben auch Abteilungen für Erwachsene und Senioren.
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