Ärzte rufen zu Hautkrebs-Screening auf

Von: dpa
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Hautkrebs
Dermatologen empfehlen, zur Hautkrebsvorsorge etwa alle zwei Monate den gesamten Körper auf Veränderungen zu untersuchen. Foto: dpa

Dresden. Deutschlands Hautärzte rufen alle Bundesbürger ab 35 Jahren zur regelmäßigen Nutzung des Hautkrebs-Screenings auf. „Früherkennung ist lebensrettend”, betonte Präsident Prof. Thomas A. Luger am Donnerstag bei der 45. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Dresden.

Die Untersuchung wird seit Mitte 2008 flächendeckend als Kassenleistung für Menschen ab 35 Jahren angeboten. „Wenn ein Tumor rechtzeitig diagnostiziert wird, ist der Patient praktisch geheilt, was in späterem Stadium praktisch nicht mehr möglich ist”, so Luger.

Urlaube unter südlicher Sonne oder Solarienbesuche, um dem Schönheitsideal von gebräunter Haut zu entsprechen, vermehrter Lichtkontakt und die höhere Lebenserwartung führten zu einem Anstieg der Hautkrebserkrankungen.

Laut DDG sind pro Jahr bundesweit fast 900.000 Menschen wegen Melanomen und Karzinomen der Haut in Behandlung, 3000 sterben daran. „Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland, vor Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern”, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Prof. Eckhard W. Breitbart.

Bis 2050 werde mit einer jährlichen Steigerung der Neuerkrankungen an dem besonders gefährlichen schwarzem Hautkrebs von sieben Prozent gerechnet. „Das ist nicht zu verhindern, denn die Schäden sind schon da”, so Breitbart mit Verweis darauf, dass es 20 bis 40 Jahre dauere bis zu ersten sichtbaren Zeichen.

Jährlich würden derzeit rund 140.000 Neuerkrankungen registriert und 250 000 Tumore und sogenannte Vorstufen meist ambulant entfernt. „Im ersten Stadium liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, später weit unter 30 Prozent”, verwies Breitbart auf die Notwendigkeit der Früherkennung.

„Ein Melanom in der obersten Hautschicht ist nur ein blaues Auge.” Beim pigmentierten Hautkrebs liege die Grenze etwa bei einem Millimeter Tiefe. „Wenige Millimeter mehr führen zum Tod”, warnte der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen, Michael Reusch. Dabei müsse man an Hautkrebs nicht sterben.

Nach seinen Angaben werde das Screening, das gut 90 Prozent der rund 3300 niedergelassenen Dermatologen und die Hälfte der Hausärzte bundesweit vornähmen, bereits gut angenommen. Man gehe von rund vier Millionen Patienten pro Jahr aus. „Das Verständnis für Tumore beginnt sich zu ändern”, sagte DDG-Präsident Luger.

Die DGG strebe die flächendeckende Versorgung mit Hautkrebszentren an, von denen bisher bundesweit sechs zertifiziert seien. Notwendig sei aber auch die Aufklärung über den vernünftigen Umgang mit Sonne und Licht, vor allem für Kinder. „Sie sind auf die Vernunft der Erwachsenen angewiesen”, sagte Lugner.

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