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Ärger mit dem Arzt: An wen man sich bei Konflikten wenden kann

Von: ddp
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Berlin. Zwischen Ärzten und Patienten kann eine Menge Konfliktpotenzial entstehen. Egal, ob man drei Stunden im Wartezimmer gesessen hat, die Mahlzeit im Krankenhaus kalt serviert wird oder gar ein Behandlungsfehler im Raum steht: Oft wissen die Betroffenen nicht, wohin mit ihrer Kritik.

Dabei gibt es verschiedene Anlaufstellen, die Patienten im Konfliktfall mit Rat und Tat zur Seite stehen, wie die Juristin Michaela Schwabe von der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)” erläutert.

Unzufriedene Patienten sollten nach Ansicht der Beraterin zunächst das persönliche Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen. „Dabei lässt sich oft schon vieles klären”, berichtet Schwabe. Der Grund für lange Wartezeiten könnten zum Beispiel Notfälle sein, die dringender Behandlung bedurften. Bei fachlichen Fragen sollten sich Laien dazu nicht mit ein paar dürren Worten abspeisen lassen. „Fragen Sie ruhig nach, wenn Sie etwas nicht verstehen”, ermuntert Schwabe.

Wenn Patienten an Diagnose oder Behandlungsmethoden eines Mediziners Zweifel hegen, haben sie nach Angaben der Juristin das Recht, den Rat eines zweiten Arztes einzuholen. „Auch gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine zweite Meinung”, sagt Schwabe. Die Kassen müssten die anfallenden Kosten übernehmen.

Viele Krankenhäuser haben überdies eigene Beschwerdeabteilungen. „Unzufriedene Patienten sollten sich nicht scheuen, diese Stellen in Anspruch zu nehmen”, betont Schwabe. Die Kliniken stünden untereinander im Wettbewerb und hätten meist selbst ein Interesse daran, Qualität zu bieten. Ratsam sei, zugleich den ehrenamtlichen Patientenfürsprecher zu informieren, der sich in vielen Krankenhäusern für die Rechte der Behandelten einsetze. Über Sprechstunden informierten meist öffentliche Aushänge.

Im Falle möglicher Behandlungsfehler können gesetzlich Versicherte laut Schwabe zunächst ihre Krankenkasse kontaktieren. Insbesondere größere Kassen gäben bei berechtigten Zweifeln häufig ein unabhängiges Gutachten in Auftrag, das für die Versicherten kostenlos sei.

Sowohl gesetzlich wie auch privat Versicherte können sich nach Angaben der Rechtsexpertin zudem an die zuständigen Landesärztekammern wenden und ein Schlichtungsverfahren beantragen. Klinik oder Arzt müssten sich damit allerdings ebenso einverstanden erklären. Wenn die bestellte Sachverständigenkommission zu Gunsten des Patienten entscheide, bestünden gute Chancen auf Schadenersatz.

Neben Patientenorganisationen bieten auch die Verbraucherzentralen Beratung an. Die UPD berät zudem von montags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr über ein kostenloses Beratungstelefon unter der Nummer: 0800/011 77 22.
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