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Worauf es beim Zahnzusatzschutz ankommt

Von: Klaus Winter
Letzte Aktualisierung:
Zähne
Beim Zahnzusatzschutz sind viele Details zu beachten, wenn man die bestmögliche Leistung ergattern will. Foto: dpa

Aachen. Zahnzusatzversicherungen sind gefragt. Schließlich müssen Patienten bei Zahnersatz oft sehr viel aus eigener Tasche zahlen. Aber nicht jede Police schützt gut. 80, 90 oder 100 Prozent -; die Zusatzversicherer überschlagen sich, wenn es die Kostenerstattung für Zahnersatz geht. Entscheidend aber ist die Bezugsgröße.

So gibt es Produkte, die die Zuschüsse der Kassen beim Zahnersatz aufstocken und es gibt Policen, die die tatsächlichen Kosten für höherwertigen Zahnersatz bis zu einem bestimmten Prozentsatz übernehmen, sagt Dirk Lullies vom Verband der Privaten Krankenversicherung. Bei der ersten Variante wird meist der Kassenanteil für eine billige Behandlung verdoppelt -; der Zuschuss ist durch das niedrige Leistungsniveau der Kassen entsprechend gering. Andere Versicherer tragen 70 Prozent und mehr der gesamten Behandlungskosten - der Eigenanteil an der Gesamtrechnung sinkt.

Beispiel:

Der Zahnersatz kostet 1.000 Euro, von der die Kasse 150 Euro als Festzuschuss zahlt. Wird der Kassenanteil verdoppelt, bleibt ein Eigenanteil von 700 Euro. Zahlt die Zusatzversicherung 85 Prozent der Kosten, zahlt sie zusammen mit dem Kassenanteil 850 Euro -; Sie müssen nur noch 150 Euro zusteuern.

Zahnzusatzversicherung: Vollkaskoschutz gibt es nicht

Aber auch die Tarife mit hohen Leistungsversprechen sind nicht ohne Haken: Die hohen Erstattungssätze gelten schlicht nicht für alle Maßnahmen. So beschränken etwa einige Zahnzusatzversicherungen ihre Leistung zum Beispiel auf eine bestimmte Anzahl von Implantaten pro Kiefer, oder aber sie legen eine Kostenobergrenze für Implantate und Inlays fest.

Für rein kosmetische Maßnahmen zahlen Zahnzusatzversicherungen grundsätzlich nie: Kosten können nur für medizinisch notwendige Behandlungen übernommen werden, nicht aber aus ästhetischen Gründen, so Dr. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Tipp:

Nur eine genaue Analyse mit einem Experten zeigt, welche Leistungen Ihr Vertrag genau vorsieht -; helfen können hier unabhängige Versicherungsberater, die ein Honorar verlangen, oder Versicherungsmakler, die als Provisions-Berater einen Überblick verschaffen können.

Welche Leistungen brauchen Sie wirklich?

Oftmals bietet die Zahnzusatzversicherung neben der Kostenübernahme beim Zahnersatz noch weitere Leistungen wie etwa professionelle Zahnreinigungen, Akupunktur zur Schmerzbehandlung oder auch Zahnbehandlungen unter Vollnarkose. Im Einzelfall sinnvolle Ergänzungen, die aber den Preis klettern lassen -; deshalb sollte gut überlegt sein, welche Leistungen wirklich gebraucht werden. Mit ihrer Entscheidung können sie auch ihre Kosten optimieren, denn der Leistungsumfang beeinflusst automatisch die Prämienhöhe so Dirk Lullies.

Leistungsbegrenzungen in den Anfangsjahren beachten

In den ersten Jahren nach dem Abschluss der Policen sind die Leistungen begrenzt: Oft werden nur wenige hundert Euro im Jahr erstattet. Für Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten sind die komplizierten Tarifregelungen ein Ärgernis: Die Verbraucher durchsteigen das nicht.

Und ein weiterer Leistungsbremser ist in den Verträgen versteckt: Verbraucher sollten auch die Sperrfrist beachten -; das sind bis zu acht Monate, so Annabel Oelmann. Und in diesem Zeitraum gibt es gar keine Leistungen oder es werden nur unfallbedingte Kosten getragen!

Tipp:

Ihr Vertrag sollte eine möglichst kurze Sperrfrist und großzügige Zahnstaffeln vorsehen, sodass Sie schnell in den Genuss des Versicherungsschutzes kommen und auch in den ersten Jahren aufwändigere Behandlungen bezahlt werden.

Akut will abschließen!

Akut will abschließen!, so bringt Thorsten Rudnik das Verbraucherverhalten bei den Zusatzpolicen auf den Punkt. Soll heißen: Der Vertrag wird abgeschlossen, wenn bereits Behandlungen geplant sind. In einem solchen Fall werden die Kosten nicht getragen. Bei Vertragsbeginn bereits fehlende Zähne sind in der Regel auch vom Versicherungsschutz ausgeschlossen und können zum Beispiel nicht mehr durch ein Implantat ersetzt werden.

Tipp:

Wenn Sie grundsätzlich Zahnersatzbedarf bei sich sehen, lautet die Devise: Lieber heute abschließen als morgen!

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