Aachen - Worauf es beim Pflege-Bahr ankommt

Worauf es beim Pflege-Bahr ankommt

Von: Klaus Winter
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Fünf Euro pro Monat zahlt der Staat als Zuschuss, zehn Euro müssen mindestens selbst gezahlt werden. Im Idealfall bedeutet das einen Zuschuss von 33 Prozent für die private Pflegeabsicherung. Foto: dpa

Aachen. Das Modell klingt attraktiv: Fünf Euro pro Monat zahlt der Staat als Zuschuss, zehn Euro müssen mindestens selbst gezahlt werden. Im Idealfall bedeutet das einen Zuschuss von 33 Prozent für die private Pflegeabsicherung. Um aber in den Genuss des Zuschusses zu kommen, müssen die Policen strenge Voraussetzungen erfüllen.

Die Pflegetagegeldversicherung muss Ihnen in Pflegestufe III mindestens eine Leistung von 600 Euro monatlich versprechen -; außerdem muss sie in allen vier Pflegestufen (0, I, II und III) Leistungen anbieten, sagt Sabine Baierl-Johna von der Stiftung Warentest. Darüber hinaus schreibt der Gesetzgeber vor, dass das ordentliche Kündigungsrecht sowie die Risikoprüfung, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse wegen Vorerkrankungen ausgeschlossen sind.

Pflege-Bahr-Verträge sind reguliert

Der Vertrag darf zudem maximal eine Wartezeit von fünf Jahren vorsehen, bis Leistungen gewährt werden. Ebenfalls verbraucherfreundlich geregelt ist die Möglichkeit, dass bei finanziellen Problemen mit dem Bezug von Hartz IV oder Sozialhilfe der Vertrag bis zu drei Jahre ruhend gestellt bzw. gekündigt werden kann. Wichtig: Die Abschlusskosten dürfen nur doppelt so hoch sein wie die erste Bruttoprämie. Liegt die also bei 20 Euro, darf der Vertrag nur 40 Euro Abschlusskosten vorsehen.

Die gesetzlichen Ansprüche an den Vertrag sind hoch, wie unlängst die Stiftung Warentest in einer Untersuchung feststellte. Die versicherten Leistungen reichen im Ernstfall nicht aus, um die Pflegelücke zu schließen, so Expertin Baierl-Johna. Denn in Pflegestufe III mögen zwar 600 Euro vorgeschrieben sein -; in den Pflegestufen 0,I und II aber gibt es davon nur einen kleinen Prozentsatz. Ein weiteres Manko: Die Versicherten müssen beim Pflege-Bahr auch dann den Beitrag weiter zahlen, wenn sie Leistungen erhalten -; so wird ein Teil der Versicherungsleistung durch den Beitrag aufgezehrt.

Wann bekommt man die Zulage?

Gezahlt wird die Zulage auf Antrag -; der wird vom jeweiligen Versicherer gestellt. Die Pflege-Bahr-Zulage wird dann direkt von der Deutschen Rentenversicherung Bund an das Versicherungsunternehmen ausgezahlt, das das Geld dann Ihrem Pflege-Bahr-Vertrag gutschreibt.

Bessere Leistungen sehen Verträge ohne Förderung vor -; von denen es in zwei Millionen Policen in Deutschland gibt -; Tendenz steigend. Diese Verträge erlauben es Ihnen, das Leistungsspektrum so zu bestimmen, wie es Ihrer Vorstellung von einer würdevollen Pflege im Ernstfall entgegenkommt -; ohne staatliche Regulierung, so Martina Faßbender, von der Gothaer Versicherung, die eine Pflegezusatzversicherung ohne staatliche Förderung anbietet.

Förderfähig sind diese Verträge jedoch nicht, da sie nicht die strengen Voraussetzungen erfüllen. Diese Bestandsverträge können ggf. über die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge gefördert werden. Wird der Krankenversicherungsbeitrag von 1.900 bzw. 2.800 Euro (Arbeitnehmer bzw. Selbstständige) pro Jahr nicht erreicht, können auch die Prämien für eine Pflegezusatzversicherung steuerlich anerkannt werden. Zahlen Sie aber mehr als die 1.900 bzw. 2.800 Euro für die Krankenabsicherung, gehen Sie bei der steuerlichen Anerkennung der Beiträge leer aus.

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