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Wie Anleger sich vor Abzockern im Grauen Kapitalmarkt schützen

Von: Anne Barthel, dpa
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Frankfurt/Main. In der Hoffnung, Steuern zu sparen, fallen immer noch viele Deutsche auf Anlagebetrüger herein. Dabei könnten sich Verbraucher leicht vor zweifelhaften Anlagen schützen, wenn sie einfache Regeln befolgen.

Welche Regeln das sind, sagte der Rechtsanwalt Klaus Nieding, Präsident des Deutschen Anlegerschutzbundes (DASB) in Frankfurt, im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur.

Erstkontakt: Dubiose Anbieter stellen den Erstkontakt zum Kunden oftmals am Telefon her. Solche Geschäftsanbahnungen sind gesetzlich verboten. „Sofort den Hörer auflegen”, rät Nieding, der auch als Dozent beim Bundeskriminalamt tätig ist. Eine seriöse Bank rufe nicht einfach von sich aus an, um Produkte zu verkaufen.

Produkte im grauen Kapialmarkt: Wer nicht genau weiß, was er einkauft, sollte hellhörig werden unter anderem bei sogenannten atypischen stillen Beteiligungen, geschlossenen Immobilienfonds und außerbörslichen Aktien. Auch Grundschuldbriefbeleihungen, Premium Saving Bonds, Schneeballsysteme und Warentermingeschäften sind Warnsignale. Und bei unverständlichen Kreditangeboten gilt ebenfalls: „Hände weg”, sagt Nieding.

Köder durchschauen: Betrüger nutzen beispielsweise die Methode, bestehende Vorsorgen wie die Riester-Rente schlecht zu reden und stattdessen mit „soliden Sachwerten” zu locken. Dafür nutzen sie aktuelle Krisen als Aufhänger: „Das mit der Griechenlandkrise haben Sie doch mitbekommen, und dass der Euro so schwach geworden ist. Boden hingegen ist nicht wandelbar...”, demonstriert Nieding solch ein Lockgespräch.

Nicht zur Unterschrift drängen lassen: Wer das Investment nicht versteht, sollte auch keinen Vertrag unterschreiben, rät Nieding. Es kaufe ja auch keiner ein Auto am Telefon, bevor er es sich nicht angesehen hat.

Interessengemeinschaften: Betrogene sollten auch sogenannten Interessengemeinschaften nicht leichtfertig vertrauen, die den Geprellten helfen wollen. Erst wird Hilfe versprochen und später ein lukratives Investment angeboten, das die Verluste abmildern könnte. „Manchmal gründen die Betrüger auch selbst einen Verein”, warnt Nieding.

Unrealistische Zinsversprechen: Mehr als fünf Prozent sind bei „sicheren” Langfrist-Anlagen derzeit kaum drin - erst recht keine Renditen im zweistelligen Bereich.

Schadenersatz: Wer betrogen worden ist, kann von Vermittlern, Beratern oder Anbietern Schadenersatz bekommen. Das gilt, sofern diese nicht schon pleite sind oder sich aus dem Staub gemacht haben.

Betrüger anzeigen: Opfer sollten die Polizei informieren und Anzeige erstatten. So erhöht sich die Chance, die Betrüger und deren Methoden aufzudecken.

Verjährung der Ansprüche: Drei Jahre nach dem Betrug verjähren die Ansprüche. Die Frist fängt allerdings erst mit dem Beginn der Kenntnis über den Betrug an.
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