Hamburg - Verschiedene Varianten der Kapitallebensversicherung

Verschiedene Varianten der Kapitallebensversicherung

Von: Oliver Mest, ddp
Letzte Aktualisierung:

Hamburg. Die klassische Kapitallebensversicherung galt lange Zeit als das Hauptinstrument zum privaten Vermögensaufbau.

Ein wirksamer Todesfallschutz in Kombination mit einer recht attraktiven Rendite waren stets gute Argumente, sich für die Kapitallebensversicherung zu entscheiden. Aber es gibt auch andere kapitalgebundene Versicherungsprodukte für Sparer.

Eine Variante der Kapitallebensversicherung ist die fondsgebundene Lebensversicherung. Diese Versicherung kann vor allem bei längeren Laufzeiten eine höhere Rendite erwirtschaften, als die konventionelle Lebensversicherung, da Fonds in der Regel über eine lange Laufzeit eine höhere Rendite erwirtschaften als festverzinsliche Papiere. Im Zeitverlauf relativieren sich die Kursschwankungen.

Die Todesfallleistung wird im Regelfall so gehandhabt, dass dann mindestens 60 Prozent der Einzahlungen ausgezahlt werden. Sollten die erworbenen Fondsanteile zum Todeszeitpunkt einen höheren Tageswert erreichen, wird selbstverständlich diese höhere Summe ausgezahlt. Eine fondsgebundene Lebensversicherung kann zwar im Normalfall höhere Renditen mit sich bringen als eine konventionelle Lebensversicherung, jedoch kann es durchaus auch passieren, dass man unter dem Strich sogar Verluste einfährt.

Dies liegt hauptsächlich daran, dass bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung keine Garantiezinsen angeboten werden und dass ein Kurseinbruch kurz vor dem Auszahlungstermin einen Großteil der Rendite auffressen kann. Es ist allerdings möglich, die Fondsanteile von der Versicherung zu übernehmen und auf einem Depotkonto zu deponieren, bis die Kurse sich wieder erholt haben.

Wer seine Kapitallebensversicherung dahin gehend modifiziert, dass die Auszahlung der Versicherungssumme nicht als Einmalbetrag, sondern in Form einer lebenslangen Rente vorgenommen wird, schließt im Regelfall eine private Rentenversicherung ab. Diese Form der Altersvorsorge ist der Standardvertrag, den man bei der Riester-Rente in Anspruch nehmen kann. Man zahlt dabei genau wie bei der Kapitallebensversicherung regelmäßig einen bestimmten Geldbetrag ein und kann die Rente ab dem 60. Lebensjahr nutzen.

Dies hat vor allem steuerliche Vorteile, denn wer sich die erst nach dem 60. Lebensjahr auszahlen lässt, muss lediglich den geringen Ertragsanteil versteuern, wohingegen die Versteuerung anderer Rentenzahlungen stufenweise auf bis zu 100 Prozent angehoben wird.

Ein wichtiger Punkt bei der privaten Rentenversicherung ist jedoch die Beitragsrückgewähr im Todesfall, denn es gibt keinen automatischen Todesfallschutz wie bei der konventionellen Kapitallebensversicherung. Eine echte Beitragsrückgewähr muss jedoch im Regelfall mit einer niedrigeren Rente erkauft werden und lohnt sich eigentlich nur in der Ansparphase, weil in der Auszahlungsphase bereits ausgezahlte Beträge von der Rückzahlungssumme abgezogen werden.

Für den Todesfall in der Auszahlungsphase erweist sich deshalb eine bestimmte Mindestrentenzeit als sinnvoll, innerhalb derer die Rente auch weiterbezahlt wird, wenn der Versicherte bereits verstorben ist.

Die britische Lebensversicherung ist eine risikoreichere Variante der Kapitallebensversicherung. Der Grund dafür liegt in dem hohen Aktienanteil, den britische Lebensversicherungen in ihr Anlageportfolio einbauen. Während deutsche Lebensversicherer maximal 35 Prozent der eingezahlten Beiträge in Aktien anlegen dürfen, haben die Anbieter britischer Lebensversicherungen keinerlei solcher Beschränkungen.

Im Gegenzug werden jedoch oftmals auch keine oder nur sehr geringe Garantien abgegeben. Darüber hinaus ist eine britische Lebensversicherung oftmals mit recht hohen Verwaltungskosten verbunden, was die effektive Rendite wieder drückt.
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