Berlin/Stuttgart - Verriegelt und verrammelt: So schützen Sie sich vor Einbrechern

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Verriegelt und verrammelt: So schützen Sie sich vor Einbrechern

Von: Thomas Voigt, ddp
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Einbruch
Die Bildkombo zeigt eine Person, die mit einem Stemmeisen und einem Keil versucht, eine Tür oberhalb des Türschlosses aufzubrechen und den Schutzmechanismus dagegen durch ein Tür- und Querriegelschloss. Foto: ddp

Berlin/Stuttgart. Etwa 700 Mal am Tag schlagen in Deutschland Einbrecher zu. Die dabei verursachten Schäden liegen laut Kriminalstatistik bei 600 Millionen Euro im Jahr. Dennoch verzichten etwa 60 Prozent der Haushalte offenbar auf Einbruchschutz.

Dieser Anteil der Befragten vertrat kürzlich bei der Umfrage eines Internet-Immobilienportals die Ansicht, dass ein einfaches Türschloss völlig ausreiche, um ihr Heim zu schützen. „Ein weit verbreiteter Irrtum”, warnt Falk Murko, Spezialist für Sicherheitstechnik bei der Stiftung Warentest in Berlin. Denn die gängigen Standard-Türschlösser seien meist in weniger als einer Minute zu knacken.

„Zwar gibt es keine Einbruchsicherung, die hundertprozentigen Schutz bietet”, erläutert Kriminaldirektor Reinhold Hepp von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. Polizeiliche Statistiken belegen aber, dass ein Täter sich im Höchstfall fünf Minuten Zeit für einen Aufbruchsversuch lässt. Gelangt er dann nicht ins Gebäude, gibt er auf und versucht es an einem anderen Ort. „Haus- und Wohnungsbesitzer sollten also Fenster und Türen so sichern, dass sie Einbrechern möglichst lange Widerstand leisten”, folgert Falk Murko.

Bei Etagenwohnungen, die über Fenster, Balkone oder Terrassen schwer erreichbar sind, ist die Wohnungstür die einzige Zugangsmöglichkeit für die Täter. Acht von zehn Türen werden nach Murkos Worten mit einfachen Hebelwerkzeugen aufgebrochen. Hier können Zusatzsicherungen für wirksamen Schutz sorgen - sofern sie wirklich stabil sind.

Bei der Auswahl der Nachrüstprodukte empfiehlt der Warentester, auf das VdS-Prüfsiegel zu achten, das der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auf Herstelleranfrage verleiht. „Dieses Zertifikat stellt oftmals höhere Anforderungen an das Produkt als die obligatorischen DIN-Werte”, erklärt Falk Murko.

Mechanische Sicherheitsprodukte der Klasse VdS A schützen in der Regel auch vor geübten Einbrechern. Wohnungstüren werden gewöhnlich mit Einsteckschlössern verriegelt, bei denen ein Schließzylinder die Schlossriegel öffnet und schließt. „Der Zylinder muss so konstruiert sein, dass er nicht herausgezogen oder abgebrochen werden kann, und er muss Aufbohrversuchen eine Weile standhalten”, beschreibt Falk Murko.

Ebenso dürfe sich der Schließzylinder nicht durch falsche Schlüssel oder Spezialwerkzeuge überlisten lassen, welche in den Schlüsselkanal eingeführt werden und das Schloss bewegen, ohne es zu beschädigen. Auch gegen diese Technik des Einbruchs bieten Produkte der VdS-Klasse A eine hohe Sicherheit.

Ein weiterer Baustein im Türsicherungssystem ist nach Murkos Angaben ein einbruchhemmender Türschild. Er bietet Schutz gegen Herausziehen und Anbohren des Schließzylinders und sollte diesen daher dicht umschließen und vollständig einfassen, damit das Werkzeug des Ganoven am Zylinder keinen Ansatzpunkt hat.

Gute Türschilder bestehen aus massivem Stahl und dürfen natürlich nicht von außen abschraubbar sein. Bei der Montage rät Falk Murko dringend dazu, nur die mitgelieferten Schrauben zu verwenden, da diese eine höhere Festigkeit haben als übliches Schraubmaterial.

„Die Sicherheitskette reißt immer an der schwächsten Stelle”, so der Warentest-Berater. Ein guter Türschild allein bietet daher noch keinen Schutz. Vielmehr müssten Tür, Zylinder, Schloss und Türschild eine möglichst schwer zu überwindende Einheit bilden. Denn die besten Schlösser und Riegel nützen nichts, wenn die Tür nichts taugt.

Guten Schutz bieten einbruchhemmende Türen ab Widerstandsklasse 2 nach DIN-Norm. Zumindest sollte die vorhandene Tür innen mit einem Stahlblech oder einer Sperrholzplatte verstärkt werden. „Vergessen Sie auch nicht die Bandseite der Tür, die oft das schwächste Glied in der Sicherheitskette ist”, mahnt Murko. „Bei außen liegenden Bändern müssen innen unbedingt zusätzliche Scharnierseitensicherungen angebracht werden, die das Aufhebeln der Tür verhindern”, lautet ein zusätzlicher Rat von Kriminaldirektor Hepp.

Enorme Schwierigkeiten bereitet jedem Einbrecher ein Querriegelschloss, das über die ganze Türblattbreite reicht. Denn so ein Panzerriegel schützt sowohl die Öffnungs- als auch die Bänderseite der Tür. Hinzu kommt nach Hepps Worten, dass die von außen in der Türmitte erkennbare Querverriegelung eine abschreckende Wirkung auf Einbrecher hat. „Auch ein Querriegelschloss ist aber nur vollständig wirksam, wenn es mit einem soliden Schließzylinder ausgestattet ist”, gibt Falk Murko zu bedenken und berichtet von Fällen, in denen der Panzerriegel mühelos mit einem Spezialstift aufgeschlossen werden konnte.

Meist weniger wirksam als ein gutes Querriegelschloss ist nach Murkos Erfahrung ein Kastenzusatzschloss, das in der Regel knapp unter Augenhöhe an Türrahmen und Tür montiert wird: „Auch zertifizierte Modelle von Markenherstellern lassen sich mitunter in wenigen Sekunden aufbrechen”, schildert er. Gleichwohl könne auch so ein Zusatzschloss nützlich sein, weil es zumindest eine weitere Hürde für den Eindringling sei.

In jedem Fall sollten Türsicherungen von einem Fachbetrieb installiert werden, lautet ein abschließender Rat von Sicherheitsexperte Murko. Denn eine unsachgemäße Montage kann die besten Schlösser wirkungslos machen.
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