Urlaubsanspruch trotz Krankheit

Von: dpa
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Mainz/Berlin. Arbeitnehmer verlieren nicht ihren Urlaubsanspruch, wenn sie bis zum Jahresende krank sind und die freien Tage deshalb nicht nehmen können.

Das hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz entschieden, wie die Deutsche Anwaltauskunft in Berlin mitteilt. Demnach haben länger erkrankte Beschäftigte selbst nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses noch ein Anrecht auf einen finanziellen Ausgleich für ihren übrigen Resturlaub.

In dem Fall (Az.: 9 Sa 163/09) war der Kläger von Mitte November 2007 bis zum 11. August 2008 arbeitsunfähig gewesen. Als das Arbeitsverhältnis kurz darauf endete, forderte er für seinen Resturlaub aus den beiden Jahren eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1800 Euro vom Arbeitgeber. Zu Recht, wie die Richter entschieden. Denn es sei falsch, dass der Urlaub wegen der Arbeitsunfähigkeit verfällt. Da der Kläger erst in der zweiten Jahreshälfte aus dem Job ausgeschieden war, stehe ihm für 2008 der volle Jahresurlaub zu. Hinzu komme der Resturlaub aus 2007.

Der Arbeitgeber hielt dem entgegen, dass der Beschäftigte arbeitsunfähig aus dem Betrieb ausgeschieden sei. Daher habe er die geschuldete Arbeitsleistung gar nicht mehr erbringen können und somit auch keinen Urlaub verdient. Das ließen die Richter aber nicht gelten: Denn der Kläger hatte vor dem Ende der Beschäftigung noch elf Tage regulär gearbeitet.

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