Urlaub für pflegende Angehörige

Von: Anja Lang
Letzte Aktualisierung:
Pflegende Angehörige, Pflegebedürftig, Pfleger
Keine Auszeit: Nur die wenigsten pflegenden Angehörigen nehmen sich Urlaub - und das, obwohl er ihnen zusteht. Foto: dpa

Aachen. Bald ist wieder Ferienzeit. Doch nur ich jeder vierte pflegende Angehörige gönnt sich in regelmäßigen Abständen eine Auszeit. Doch ihnen steht sehr wohl eine Art gesetzlicher Sonderurlaub zu.

Wer einen Angehörigen pflegt, hat im Jahr ein Anrecht auf eine bezahlte Urlaubsvertretung, und das für einen Zeitraum von 28 Tagen. Das Stichwort lautet hierbei Ersatz- beziehungsweise Verhinderungspflege. Die Vertretungspflege kann grundsätzlich über zwei Wege geschehen.

Zum einen gibt es die Option der häuslichen Pflege, zum anderen können Pflegebedürftige derweil stationär in einem Pflegeheim untergebracht werden. In solchen Fällen ist von Kurzzeitpflege die Rede. Für die Kosten kommen die Pflegekassen auf, welche zu den gesetzlichen Krankenkassen zählen. Im Rahmen dessen werden im Jahr bis zu 1.550 Euro übernommen. Hierfür müssen Pflegende einen Antrag bei der Krankenkasse einreichen.

Die Kasse übernimmt die Kosten allerdings nur, wenn die Pflege bereits mindestens ein Jahr erfolgt. Die Vorpflegezeit wird nur beim ersten Antrag berücksichtigt. Im Übrigen ist die Leistungshöhe der Krankenkassen für alle Pflegestufen gleich.

Anspruch auf Urlaubsvertretung

Ersatzweise kann die Pflege durch eine professionelle Pflegekraft oder eine sonstige Person aus dem Umfeld übernommen werden. Hier gilt es aber eine Einschränkung zu beachten: Verwandte und Verschwägerte ersten oder zweiten Grades und Personen, die mit dem Pflegebedürftigen zusammen leben, bekommen lediglich eine Entlohnung in Höhe des Pflegegeldes. Je nach Pflegestufe springen hierbei 235, 440 oder 700 Euro im Monat heraus. Außerdem können Verdienstausfall, Fahrtkosten und Ähnliches geltend gemacht werden.

Ist das Verwandtschaftsverhältnis dritten Grades, wird wie bei einer professionellen Pflegekraft abgerechnet. Betroffene können auch hier mit maximal 1.550 Euro Kassenzuschuss rechnen. Übrigens: Seit dem 30. Oktober 2012 gilt, dass während der Verhinderungspflege bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr das bis dato bezogene Pflegegeld zur Hälfte weiterbezahlt wird.

Nichts zu verschenken

Den Urlaubsanspruch von vier Wochen müssen pflegende Angehörige jedoch nicht am Block nehmen. Daher können Sie ihn auch in mehrere Kurzurlaube stückeln. Verschenken Sie die Urlaubstage aber nicht, denn Sie können sie nicht in das nächste Jahr mitnehmen. Zum Jahresende verfällt der Anspruch auf Urlaub. Eine umsichtige Planung ist deswegen unerlässlich, um die entlohnte Auszeit voll ausnutzen zu können.

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