Umzugszuschuss vom Fiskus

Von: ddp
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Umzug / Karton
Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann Kosten beim Finanzamt absetzen. Foto: ddp

Berlin. Mit Kind und Kegel umziehen ist nicht nur Stress pur - der Tapetenwechsel geht auch richtig ins Geld. Gut zu wissen, dass sich das Finanzamt an den Kosten beteiligt.

Wer die Spielregeln kennt, sichert sich in der Steuererklärung leicht ein paar Hundert Euro Steuerersparnis. Wer aus beruflichen Gründen seinen Wohnsitz wechselt, stellt dem Finanzamt die Umzugskosten als Werbungskosten in Rechnung. Einen beruflichen Anlass akzeptieren die Finanzbeamten, wenn der Wohnort wegen eines neuen Arbeitgebers oder einer Versetzung gewechselt wird.

Keine Probleme haben Neueinsteiger, die in einer fremden Stadt ins Berufsleben starten. Auch wer seinen alten Job behält, kann das Finanzamt zur Kasse bitten, sofern sich die tägliche Fahrzeit um mehr als eine Stunde vermindert. Bei Ehegatten genügt es, wenn einer so viel Zeit spart.

Steht die berufliche Veranlassung fest, beteiligt sich das Finanzamt an den Kosten der Wohnungssuche (Inserate, Telefonate, Besichtigungen), Maklergebühren und Spediteurkosten. Eigene Fahrtkosten können mit 0,30 Euro je Kilometer geltend gemacht werden. Sonstige Umzugskosten wie die Anschaffung neuer Gardinen und Vorhänge, Anschlusskosten für Elektrogeräte oder Gebühren für die Umschreibung des Führerscheins sind zusätzlich abzugsfähig.

Freunde, die beim Umzug eine tragende Rolle gespielt haben, können mit einem Trinkgeld bis zu 256 Euro entlohnt werden, ohne das sie für die Gefälligkeit vom Finanzamt zur Kasse gebeten werden. Die Empfänger können daher bis zu diesem Betrag gefahrlos eine Quittung als Kostenbeleg für den Fiskus unterschreiben.

Steuerlich absetzbar ist auch die Miete für die alte Wohnung bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Mietverhältnis frühestens aufgelöst werden kann, längstens jedoch für sechs Monate.

Papiermuffel kommen auch ohne lästigen Papierkrieg an ihr Geld. Neben den Speditionskosten und den eigenen Fahrtkosten am Umzugstag gewährt das Finanzamt ohne weitere Belege bestimmte Pauschalen (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 16. Dezember 2008 - Aktenzeichen IV C 5 - S 2353/08/10007).

Verheiratete Steuerzahler können bei Beendigung des Umzugs ab 1. Januar 2009 insgesamt 1204 Euro in der Steuererklärung pauschal abrechnen, ledige Arbeitnehmer immerhin noch 602 Euro. Für mitziehende Kinder und andere nahe Verwandte erhöhen sich die Pauschalen um 265 Euro. Für Umzüge ab dem 1. Juli 2009 steigen die Pauschbeträge auf 1256 Euro (Verheiratete), 628 Euro (Ledige) und 277 Euro (Zuschlag für Haushaltsangehörige).

Damit der Nachwuchs nach dem Ortswechsel in der Schule nicht den Anschluss verliert, beteiligt sich der Fiskus sogar an den nachgewiesenen Kosten für Nachhilfestunden bis zu einem Höchstbetrag von 1514 Euro (ab 1. Juli 2009: 1584 Euro) je Kind.

Auch an privaten Umzugskosten beteiligt sich Vater Staat mit bis zu 1200 Euro Steuerermäßigung. Wer eine Spedition mit dem Transport seiner privaten Habe beauftragt, reicht die Rechnung bei der nächsten Steuererklärung ein. Der Fiskus wertet die Dienste von Handwerkern und Spediteuren als „haushaltsnahe Dienstleistung” und beteiligt sich seit Jahresanfang bis zu einem Rechnungsbetrag von 6000 Euro mit einem Steuerrabatt von maximal 20 Prozent. Allerdings muss die Rechnung überwiesen werden - bei Barzahlung geht der Steuerbonus verloren.
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