Tipps zum Umgang mit Problemen: Azubis sind oft im Stress

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Berlin. Schon Berufsanfänger sind oft erheblichem Stress ausgesetzt. Gerade der Start in einen neuen Lebensabschnitt kann mit erhöhtem Druck und psychischen Belastungen verbunden sein.

Das gilt nicht zuletzt für Auszubildende. Schließlich ist Stress das Gefühl, die Anforderungen mit den verfügbaren Mitteln nicht bewältigen zu können - für Azubis keine unrealistische Situation. Die Folgen von Stress reichen von regelmäßiger Müdigkeit und Konzentrationsschwäche bis zu Nervosität und Unruhe, warnt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in Berlin. Auch körperliche Symptome wie chronische Magenschmerzen sind möglich.

Die gefühlte Belastung sei abhängig von der jeweiligen Qualifizierung und Erfahrung, von der Motivation und den Fähigkeiten, mit Stress umzugehen, erläutert Rolf Manz, Experte für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz bei der DGUV. Im besten Fall motiviere eine solche Situation, im schlechtesten aber werde der Stress zu groß und beeinträchtige die Gesundheit. Andererseits kann auch Unterforderung der Grund für Unzufriedenheit sein und bei Jugendlichen Beschwerden verursachen.

Haben Azubis Probleme mit dem Berufsstart, sollten sie mit dem Vorgesetzten sprechen, gegebenenfalls auch mit dem Personal- oder Betriebsrat, empfiehlt Dirk Windemuth vom Institut Arbeit und Gesundheit (BGAG) in Dresden.

Nur wenn Probleme mit den neuen Aufgaben oder Schwierigkeiten mit Kollegen auch angesprochen werden, ließen sie sich lösen. Azubis könnten sich auch an einen Lehrer an ihrer Berufsschule wenden, der bei Bedarf zwischen ihnen und dem Betrieb vermittelt. Werden Azubis von einem Kollegen gemobbt, ist ebenfalls der Vorgesetzter ein möglicher Ansprechpartner.

Ist der Chef selbst der Mobber, sollten sie Hilfe beim Personal- oder Betriebsrat oder einer unabhängigen Beratungsstelle suchen. Mobbing ist Windemuth zufolge, wenn jemand regelmäßig und fortwährend schikaniert, belästigt, beleidigt oder ausgegrenzt wird. Die Opfer erleben diese Form der Aggression nach Angaben des BGAG-Psychologen als starke psychische Belastung. Folgen können Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität und nachlassende Motivation sein.

Mobbing gilt als eine Form von Gewalt. Nach den Ergebnissen von Umfragen ist aggressives Verhalten bis hin zu Tätlichkeiten im Betrieb oder in der Berufsschule keine Seltenheit. Sind Azubis Zeuge oder Opfer von Gewalt, sollten sie das nicht verschweigen. Auch hier sei es besser, bei Vorgesetzten, Lehrern, dem Betriebsrat oder bei Schlichtungsstellen Hilfe zu holen.

Bei Fragen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist der Sicherheitsbeauftragte oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit der richtige Ansprechpartner. Auch der Betriebsarzt oder der Betriebsrat kommen dafür infrage. Das gilt zum Beispiel bei fehlenden Arbeitsschutzvorkehrungen oder wenn die persönliche Schutzausrüstung mangelhaft ist.
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