Aachen - Telefonkunden: Teure Falle beim Anbieterwechsel

Telefonkunden: Teure Falle beim Anbieterwechsel

Von: Fritz Himmel
Letzte Aktualisierung:
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Müssen Telefonkunden umdenken? Foto: dpa

Aachen. Müssen Telefonkunden umdenken? Der Deutschen Telekom aus Kostengründen den Rücken kehren, das lag lange Zeit im Trend. Ein Wechsel kann aber zur Falle werden. In vielen Regionen Deutschlands haben Telefonkunden die Auswahl zwischen mehreren Telefongesellschaften, die ein komplettes Anschluss-Paket anbieten - in der Regel als Kombination mit Internet und Telefon.

Dabei lockt die Telekom-Konkurrenz vor allem mit günstigen Preisen. Groß geworben wird dabei in der Regel mit der niedrigeren monatlichen Grundgebühr. Aktuelles Beispiel im März 2013: Bei Vodafone gibt es das Classic-Paket, bestehend aus Telefon- und DSL16.000-Anschluss inklusive Doppelflatrate für innerdeutsche Festnetztelefonate und Internetsurfen, bereits für 29,90 Euro im Monat. Bei der Deutschen Telekom fallen dagegen im vergleichbaren Angebot Call & Surf Comfort immerhin 34,95 Euro monatlich an.

Kostenfalle lauert bei Gesprächspreis

Doch der vordergründige Preisvorteil bei der Monatspauschale kann schnell zur teuren Falle werden. Ob sich ein Anschlusswechsel weg von der Deutschen Telekom wirklich lohnt, hängt in der Praxis entscheidend vom eigenen Telefonverhalten ab. Denn zur monatlichen Grundgebühr addieren sich später noch die Kosten für Telefonate in alle deutschen Mobilfunknetze sowie ins Ausland und zu Servicenummern. Und hier kommt oft der Rechnungsschock -; vor allem für Familien mit telefonier-freudigen Jugendlichen mit Handy-Freunden.

Call-by-Call ausgeschlossen

Was die Wettbewerber bevorzugt in kleinen Fußnoten verstecken und von vielen Verbrauchern übersehen wird: Die beliebte und günstige Spar-Methode Call-by-Call ist dann nicht mehr möglich. Zu allen Anrufzielen, die die Grundpauschale nicht beinhaltet, fallen dann die jeweiligen Minutenpreise des Anbieters an, sagt Josefine Milosevic vom Branchenmagazin Connect. Und schon schnappt die Falle zu.

Meist liegen hier die Tarife ins Mobilfunknetz und ins Ausland um ein Vielfaches höher als beim Call-by-Call, oft sogar um mehrere Tausend Prozent. So kostet bei Vodafone beispielsweise die Gesprächsminute zum deutschen Handy je nach Netz 19 Cent bzw. 22 Cent. Für Telekom-Kunden dagegen sind über Call-by-Call solche Verbindungen schon für rund zwei Cent möglich.

Für eine Minute nach Australien bittet Vodafone Normalkunden mit 1,25 Euro zur Kasse, per Call-by-Call würden lediglich zwischen einem und zwei Cent anfallen. Ein horrender Unterschied -; was vielen Telefonkunden leider erst zu spät bewusst wird. Je nach Nutzung kann sich so das scheinbare Grundgebühr-Schnäppchen als extreme und dauerhafte Kostenfalle entpuppen. Vor allem, wenn man in einem langfristigen Vertrag von 24 Monaten festhängt.

Tipp: Vor einem Komplettwechsel sollten Telefonkunden ihr tatsächliches Telefonverhalten an Hand ihrer früheren Rechnungen genau überprüfen und durchkalkulieren. Call-by-Call ist so günstig und durch die Tarifansagen auch so sicher wie noch nie und bietet hohes Sparpotenzial. Darauf sollte man nicht leichtfertig verzichten.

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