Technik und Ergonomie: Langfristig denken beim Displaykauf

Von: Andreas Thieme, dpa
Letzte Aktualisierung:
Computer / Display / Monitor
Breitbild-Monitore - hier ein Gerät von Philips - haben sich in den vergangenen Jahren durchgesetzt. Foto: dpa

Frankfurt/Main. Displays werden immer besser, immer schicker - und auch immer billiger. Davon profitieren vor allem Anwender. Die größte Schwierigkeit besteht derzeit wohl darin, aus der riesigen Auswahl das passende Display für die eigenen Ansprüche zu finden.

Die gute Nachricht für Verbraucher: Wer einen neuen Computermonitor sucht, kann derzeit eigentlich nicht viel falsch machen. Dennoch gibt es einige Punkte vor dem Kauf zu beachten. Üblicherweise wird das Display sehr viel länger genutzt als der angeschlossene Desktop oder das Notebook. Anwender sollten deshalb eher langfristig denken und über die aktuellen Bedürfnisse hinaus kaufen, rät Markus Schütz vom PC-Hersteller Dell in Frankfurt.

Entscheidend sei vor allem der Einsatzzweck des zukünftigen Monitors. Vor dem Kauf gelte es zu überlegen, ob das Gerät zum Spielen, zur Bildbearbeitung, zum Videoschnitt, im Bereich DTP/Repro oder einfach nur zum Surfen und für Office-Anwendungen genutzt werden soll. Abhängig davon seien dann Eigenschaften wie Größe, Auflösung oder abgedeckter Farbraum.

Klassische 22-Zoll-Geräte sind perfekte Allrounder, sagt Robert Kraft vom Computerportal chip.de. 24-Zöller bieten dagegen eine höhere Auflösung und eignen sich somit für Spiele und umfassende Officearbeiten. Filmfans kommen auf ihre Kosten, wenn sie größere Displays wählen: 27-Zoll große TFT-Monitore bieten neben der Full-HD-Auflösung auch dank der 68 Zentimeter-Diagonale das intensivere Kino-Erlebnis.

Gamer setzen Schütz zufolge idealerweise auf ein Display mit kurzen Reaktionszeiten. Dadurch könne gerade bei bewegungsintensiven Szenen und schnellen Bildwechseln eine lästige Schlierenbildung am Bildschirm verhindert werden. „Bei der Foto- oder Videobearbeitung hingegen ist eine große Bildfläche und möglichst hohe Auflösung für ein bequemes und vor allem präzises Arbeiten unerlässlich”, erklärt der Computer-Fachmann.

Daneben gilt es, auf die verfügbaren Schnittstellen des Displays zu achten, wenn man den Computer digital anschließen und andere Geräte wie Webcam, Camcorder, Spielekonsole, Medienplayer oder einen externen TV-Tuner verbinden möchte. „Digitale Anschlüsse mit hoher Qualität sind etwa DVI, HDMI oder der neuartige Display-Port-Standard”, erklärt Markus Schütz. Für ältere Geräte und Videokameras gebe es die analogen Anschlüsse VGA, Composite, S-VHS oder den Komponenteneingang.

Hochwertige Profimodelle bieten Schütz zufolge darüber hinaus auch USB-Anschlüsse, Webcams oder Kartenlesegeräte für Speicherkarten aller Art, die bequem direkt im Display ausgelesen werden können. Weitere Features, die für Anwender interessant sein könnten, sind die Bild-in-Bild-Funktion (PiP für Picture in Picture), die es ermöglicht, ein Textdokument zu bearbeiten und parallel in einer Ecke des Bildschirms ein Fußballspiel von einem extern angeschlossenen TV-Empfänger zu verfolgen.

Wollen Computerbesitzer den neuen Monitor nur zum Surfen im Web, für Office-Anwendungen oder zur Fotobearbeitung nutzen, müssen freilich nicht alle Features vorhanden sein. „Gute Einsteigermodelle gibt es bereits ab 160 Euro”, sagt Robert Kraft. Für diesen Preis könne eine anständige Auflösung im Full-HD-Format, jedoch keine herausragenden Bildwerte erwartet werden.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei in diesem Segment sehr ausgeglichen, sagt Kraft. Achten sollten Anwender deshalb eher darauf, ob ein direkter Anschluss des Monitors problemlos möglich ist und der Bildschirm das HDCP-Protokoll zur digitalen Bild- und Tonübertragung unterstützt. Zudem ist es sinnvoll, beim Kauf des Monitors Marke und Baureihe des Rechners beizubehalten. „Dadurch wird ein einheitliches Panel gewährleistet und der Seheindruck nicht getrübt”, erläutert der Hardware-Experte.

Fündig wird aber auch, wer nur ein kleines Budget besitzt. Für 100 Euro ist etwa der TFT-Monitor „G922HDL” von BenQ zu haben, der als bestes Display seiner Größe im Test der Zeitschrift „PC Games Hardware” abschnitt (Ausgabe 7/2010).

Für Spitzengeräte im Einsteigerbereich beginnt die Preisspanne Kraft zufolge etwa ab 200 Euro. Diese Displays verfügen dann über eine DVI-Schnittstelle und bessere Kontraste. „Gewaltig” seien diese hingegen bei Geräten ab 300 Euro, die sich zum Blue-ray-Schauen eignen. „Für diesen Preis dürfen Anwender ein schnelles Panel mit Reaktionszeiten von zwei bis zehn Millisekunden (ms) erwarten, teils sind die Displays auch mit internen Lautsprecher ausgestattet.”


Wichtiges Kaufkriterium Ergonomie

Neben technische Finessen sollten Anwender beim Kauf eines Monitors auch auf die Ergonomie Wert legen, um Ermüdung und Haltungsschäden vorzubeugen. Bei der Auswahl der Display-Größe sollte etwa bedacht werden, in welcher Entfernung man zum Monitor sitzt und wie lange man ihn täglich nutzt, rät Markus Schütz vom PC-Hersteller Dell in Frankfurt/Main. Zu prüfen sei auch, ob der Monitor in Höhe und Neigung verstellbar, um 90 Grad drehbar oder über einen VESA-Mount-Adapter an einem Schwenkarm befestigt werden kann.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert