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Tagesgeld: Eine Erfolgsgeschichte

Von: Max Geißler
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Aachen. Heute sind Tagesgeld-Konten weit verbreitet. Vor zwei Jahrzehnten waren sie noch weitgehend unbekannt. Ein Rückblick. In den neunziger Jahren legten die meisten Sparer ihr Geld noch auf Sparbüchern oder als Termingeld an.

Die BSV Bank, Vorläuferin von Deutschlands größter Direktbank ING-Diba, führte im Jahr 1992 gerade mal 1400 Tagesgeldkonten. Da es noch kein Internet gab, erfolgten Geldtransfers mittels Telefon, Fax oder Brief, sagt ING-Diba-Sprecher André Kauselmann. Gegen Ende der 1990er Jahre interessierten sich Anleger verstärkt für Aktien und Fonds. Viel Kapital wurde aus Sparbüchern und Termingeldern abgezogen und wanderte in Börsenpapiere. Die Nachfrage nach sicher verzinsten Sparkonten stieg wieder, als die Internetblase platzte und die Börsen weltweit abstürzten. Niedrig verzinste Sparbücher wollte dennoch kaum noch jemand. Lieber sollten es gut und sicher verzinste Konten mit täglicher Verfügbarkeit sein, falls sich die Börsen wieder erholen sollten. Das war der Beginn des Siegeszugs von Tagesgeldkonten.

Durch die neuen technischen Möglichkeiten des Internets konnten auch immer mehr online geführte Konten angeboten werden. Die französische First-e-Bank war die erste reine Internetbank. Sie ging 2000 mit einem einzigen Produkt in Deutschland an den Start - einem Tagesgeld-Konto. Mit 6,0 Prozent lag die Verzinsung deutlich über den Angeboten anderer Geldhäuser. Die Franzosen mussten allerdings schon nach einem Jahr wieder schließen. Die Erfolgsgeschichte des Tagesgelds war jedoch nicht mehr zu stoppen. Nun wurden zahlreiche Banken aktiv - beispielsweise Etrade, 1822 direkt, Santander Direkt Bank und Volkswagen Bank direct. Anfang 2001 lagen die Zinssätze zwischen drei und vier Prozent. Die ING-Diba startete 2001 ebenfalls eine Vertriebsoffensive für ihr Extrakonto. Am Jahresende verzeichnete sie bereits knapp 500.000 Tagesgeldkunden, die Einlagen beliefen sich auf 4,9 Milliarden Euro.

Zehntausend Euro pro Konto

Heutzutage haben sich Tagesgeldkonten fest etabliert. Beispiel Comdirect: Sie registriert aktuell rund 1,5 Millionen Tagesgeld-Konten mit Einlagen von über elf Milliarden Euro. Bei

Marktführer ING-Diba hat sich innerhalb einer Dekade die Zahl der Tagesgeldkonten verzehnfacht auf rund fünf Millionen Konten - mit über 50 Milliarden Euro Einlagen. Der duchschnittliche Anlagebetrag hat sich allerdings über die Jahre kaum verändert. Tagesgeldkunden parken im Schnitt etwa 10.000 Euro auf ihrem Konto, sagt Kauselmann.

 

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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