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Steuervorteile für Familien - Finanzamt hilft bei Erziehungskosten

Von: Oliver Mest, ddp
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Kinder sind ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Aber es gibt zahlreiche staatliche Hilfe. Es lohnt sich, sie alle zu kennen. Foto: dpa

Elsmhorn. Kinder sind teuer - jede Familie weiß das. Doch es gibt zahlreiche staatliche Hilfen für den Nachwuchs. Am bekanntesten ist dabei sicherlich das Kindergeld. 184 Euro gibt es für das erste und zweite Kind, 190 für den dritten und 215 Euro für den vierten Sprössling.

Für jedes Kind besteht außerdem ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag und auf den Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (BEA-Freibetrag). Zusammen betragen sie 7008 Euro.

Die Freibeträge werden allerdings nur berücksichtigt, wenn die Steuerersparnis aus ihnen höher ist als das während des Jahres erhaltene Kindergeld.

Anspruch auf das Kindergeld und die Kinderfreibeträge besteht grundsätzlich für alle minderjährigen Kinder. Für volljährige Kinder gibt es nur noch Kindergeld und die Freibeträge, wenn die Kinder unter 21 Jahren und arbeitslos sind, wenn sie unter 25 Jahren und in der Schul- oder Berufsausbildung sind oder wenn sie unter 25 Jahren sind und eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen können.

Außerdem gibt es Kindergeld für Kinder bis 25 Jahre, wenn sie ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, einen Freiwilligendienst im Rahmen des EU-Aktionsprogramms „Jugend” oder einen anderen Dienst im Ausland gemäß § 14b Zivildienstgesetz ableisten.

Für behinderte Kinder gibt es Kindergeld sogar ohne zeitliche Begrenzung, wenn sie außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. Damit das Kindergeld gezahlt wird, muss die Behinderung allerdings vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist.

Kindergeld und Freibeträge werden allerdings nur dann bewilligt, wenn das Kind mit seinen Einkünften und Bezügen die Grenze von 8004 Euro im Jahr nicht überschreitet. Ob das der Fall ist, berechnet das Finanzamt nach den Angaben der Eltern im Steuerformular.

Zu den angerechneten Einkünften gehören die sieben Einkommensarten des Steuerrechts, also vor allem auch Einkünfte aus Kapitalvermögen, Spekulationsgeschäften und der Ertragsanteil aus Renten. Zu den Bezügen gehören alle Einkommensquellen, auch wenn sie steuerlich nicht erfasst werden.

Darunter fallen Mini-Jobs, Lohnersatzleistungen oder auch eigentlich steuerfreie Leistungen wie Kapitaleinkünfte in Höhe des Sparerfreibetrages oder der Rentenanteil, der anders als der Ertragsanteil normalerweise nicht versteuert werden muss. Kurzum: Alles wird erfasst.

Besteht Anspruch auf Kindergeld, hängen an dieser Leistung weitere Vergünstigungen wie zum Beispiel dar Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Den können Alleinerziehende geltend machen, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das sie Kindergeld oder den steuerlichen Kinderfreibetrag erhalten.

Die entsprechenden Angaben werden ebenfalls in der Anlage Kind gemacht. Der Freibetrag liegt bei 1308 Euro im Jahr und soll Alleinerziehende unterstützen, die wirklich ohne Hilfe eines Erwachsenen - beispielsweise einem neuen Partner - ein Kind großziehen und den Haushalt führen.

Den Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro bekommen Eltern für volljährige Kinder in Schul- und Berufsausbildung, wenn diese außerhalb des elterlichen Haushalts leben. Voraussetzung hierfür ist ebenfalls, dass sie für das Kind Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhalten. Für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen nicht vorgelegen haben, vermindert sich der Ausbildungsfreibetrag um ein Zwölftel.

Ferner wird der Ausbildungsfreibetrag gekürzt, wenn das Kind ein Einkommen oberhalb des Anrechnungsfreibetrags von 1848 Euro hat und Ausbildungshilfen als Zuschuss aus öffentlichen Mitteln erhält, insbesondere BAföG-Zuschuss, die die Kostenpauschale von 180 Euro übersteigen.

Die Kinderzulage der Riester-Rente wird gewährt, wenn Kindergeld tatsächlich ausgezahlt wird. Ganz wichtig dabei: Wer keinen Kindergeldantrag stellt, weil er lieber den Kinderfreibetrag und den sogenannten BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung in der Steuererklärung in Anspruch nehmen möchte, bekommt nach dem Wortlaut des § 85 Abs. 1 EStG keine Kinderzulage, weil eben kein Kindergeld ausgezahlt wird, wie es das Gesetz für die Gewährung der Kinderzulage erfordert.

Wer die Kinderzulage für seine Riester-Rente nutzen möchte, muss also Kindergeld beantragen. Für die Steuererklärung ist das übrigens unerheblich, da die Freibeträge automatisch gewährt werden, wenn die mit ihnen mögliche Steuerersparnis höher als das bereits ausgezahlte Kindergeld ist.
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