Steuer-Endspurt: So zügeln Sie den Fiskus

Von: Max Geißler und Horst Biallo
Letzte Aktualisierung:
biallobild29
Genau nachrechnen: Bis Jahresende kann man die Steuerlast noch durch Ausgaben mindern. Foto: Stock/Imagebroker

Aachen. Bis Jahresende können Bundesbürger noch Ausgaben tätigen, um ihre Steuer- und Abgabenlast zu senken. Wer das Geld optimal einsetzt, kann deutlich mehr rausholen als den durchschnittlichen Erstattungsbetrag von gut 1200 Euro. Welche Maßnahmen lohnen sich also? Ein Überblick:

Altersvorsorge: Rürup-Rentenbeiträge sind 2010 bis zu 14000 Euro als Sonderausgabe absetzbar. „Ein Selbstständiger, der den Höchstbetrag einzahlt, kann bei einem zu versteuernden Einkommen von 100.000 Euro somit 6203 Euro Steuern plus Solidaritätszuschlag sparen”, rechnet der Münchner Steuerberater Jörg Assmann vor. Verheiratete genießen den doppelten Bonus. Ähnliches gilt bei der betrieblichen Altersvorsorge (baV): Wer Teile seines Bruttogehalts direkt in einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung überweisen lässt, der zahlt dafür weder Steuern noch Sozialbeiträge.

Der Finanzvorteil kann über 50 Prozent betragen. Dieses Jahr können Arbeitnehmer bundeseinheitlich bis zu 2640 Euro einzahlen. Tipp: Droht bei volljährigen Kindern der Verlust des Kindergeldes, weil die Bruttoeinkünfte 8004 Euro übersteigen, können bAV-Einzahlungen das Kindeseinkommen unter die Grenze drücken.

Riester-Rente: Wer vier Prozent des rentenpflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlt, der erhält 154 Euro Grundzulage plus 185 bzw. 300 Euro Kinderzulage. Zusätzlich sind Riester-Beiträge bis zu 2100 Euro als Sonderausgabe absetzbar. Ist der Steuernachlass höher als die erhaltenen Zulagen, schreibt das Finanzamt die Differenz gut. „Riester- und Rürup-Verträge erlauben Sonderzahlungen, um Fehlbeträge am Jahresende auszugleichen”, so Udo Rössler von Allianz Leben.

Steuerklassenwahl: Steht die Geburt eines Kindes ins Haus, können Verheiratete durch Änderung ihrer Steuerklassen das Elterngeld aufbessern. Grund: Elterngeld wird auf Grundlage des letzten Nettolohns berechnet. Wer vor der Geburt in die Steuerklasse III wechselt, erhöht seinen Nettolohn und bekommt mehr Elterngeld.

Haushalts- und Handwerksarbeiten: Privathaushalte, die bis Jahresende Reparaturen oder Modernisierungen an den eigenen vier Wänden durchführen lassen, erhalten 20 Prozent von maximal 6.000 Euro Arbeitskosten erstattet (keine Materialkosten), also bis zu 1200 Euro. „Der Bonus wird direkt von der Steuerschuld abgezogen”, so SteuerberaterÊ Assmann. Für die Betreuung von Angehörigen sowie für Haushaltstätigkeiten sind weitere 4000 Euro Steuernachlass möglich, allerdings nur gegen Rechnung und Banküberweisung. Mieter können den anteiligen Aufwand für Hausmeister oder Schornsteinfeger absetzen.

Immobilienkauf: Wer noch 2010 eine Immobilie erwirbt, kann Grunderwerbsteuer sparen. Etliche Bundesländer verteuern ab Januar die Gebühr: das Saarland von 3,5 auf vier Prozent, Bremen und Niedersachsen auf 4,5 Prozent, Brandenburg und Schleswig-Holstein auf fünf Prozent. Ein Immobilien-Objekt für 400.000 Euro verteuert sich dadurch um bis zu 6000 Euro.

Abgeltungsteuer: Ist der Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Person ausgeschöpft, lohnt es, Kapitalerträge zu verschieben, ansonsten fällt Abgeltungsteuer an. Das funktioniert mit abgezinsten Sparbriefen, Zerobonds oder Bundesschatzbriefen Typ B. Steuersparend wirkt auch der Übertrag von Kapital auf Kinder. Haben diese keine weiteren Einkünfte können sie bis 8841 Euro an Zinsen und Dividenden steuerfrei einnehmen. Der Rückübertrag ist jedoch knifflig, da Schenkungsteuer anfällt und der Fiskus Gestaltungsmissbrauch wittern kann.

Gesundheitskosten: Überschreiten die Ausgaben für Gesundheit und Medikamente eine bestimmte Mindestgrenze, erkennt das Finanzamt den darüber liegenden Aufwand als außergewöhnliche Belastungen an.

Spenden: Wer bis Silvester Geld spendet, der kann seine Einkünfte um bis zu 20 Prozent mindern. Voraussetzung für den Sonderausgabenabzug ist die Vorlage einer Zuwendungsbestätigung. Positiv: Bei Kleinspenden bis 200 Euro genügt der Bankbeleg als Nachweis.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert