Friedrichshafen/Hamburg - Ständig auf Tour oder meist im Keller: Das passende Zelt finden

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Ständig auf Tour oder meist im Keller: Das passende Zelt finden

Von: Berit Schmidt, dpa
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Ständig auf Tour oder meist im Keller - Das passende Zelt finden
Auch in freier Natur gelten Regeln: Wer Campen will, sollte sich vorher informieren, wo er was darf. Foto: Vaude/dpa

Friedrichshafen/Hamburg. Ob für den Outdoor-Urlaub in freier Wildbahn, das Open-Air-Festival oder eine Nacht mit den Kindern im eigenen Garten: Ein Zelt muss her. Die Auswahl ist groß, und bei den Materialien hat sich in den vergangenen Jahren viel getan.

Nach dem geplanten Einsatz richten sich zum Beispiel Größe, Form und Gewicht - vor dem Kauf sind also viele Kriterien gegeneinander abzuwägen.

Gerade im Outdoor-Urlaub sollte das Gepäck leicht sein. Auf Aktivsportler zielen die Hersteller - und so geht der Trend zum „Lightweight” - zum Leichtgewicht. Selbst einst bleischwere Familienzelte bringen immer weniger auf die Waage, sagt Ralf-Stefan Beppler, Trendexperte der Fachmesse „OutDoor” in Friedrichshafen.

Standardzelte gibt es heute nach Angaben von René Mann vom Ausrüster Globetrotter in Hamburg schon zwischen zwei und fünf Kilogramm - je größer, desto schwerer. Die Leitfrage für Käufer sollte sein: „Wohne ich wirklich länger im Zelt, oder baue ich es nur kurz auf?”, sagt Beppler.

Wer nahezu ununterbrochen auf Tour sein will, sollte ein kleineres, leichteres Zelt wählen. Denn im Rucksack macht jedes Kilogramm etwas aus. „Wenn man aber mit dem Auto unterwegs ist, passt auch ein Familienzelt rein.”

Je größer, desto mehr Raum ist aber auch für das Kochen bei schlechtem Wetter. Wer lange auf Tour ist, sollte das beachten. „Groß” und „leicht” müssen einander aber nicht ausschließen: Selbst Familienzelte seien mittlerweile outdoor-tauglich und lassen sich auf dem Fahrrad mitnehmen. Früher waren die meist aus Baumwolle und damit sehr schwer, erklärt der Experte.

Heute gebe es schon Vier- bis Fünf-Personen-Zelte ab 7,5 Kilogramm. „Das ist nicht eine so große Last, das kann man auch auf dem Fahrrad mitnehmen.”

Die klassischen Formen sind laut Beppler das Kuppel- und Tunnelzelt sowie das Geodät, ein halbkugelförmiges Zelt mit drei oder mehr Gestängebögen. Daneben gebe es viele Mischformen. „Es wird viel experimentiert”, sagt Beppler. Früher habe es fast nur Zelte mit zwei bis vier Stangen gegeben. „Heute sind es auch mal drei Stangen” - das spart Gewicht und ist trotzdem windstabil.

Bei den Farben setzen die Hersteller verstärkt auf Vielfalt. „Früher gab es meist grüne Zelte, ein bisschen gelbe”, erklärt Beppler. Heute finde man häufiger auch rote Zelte. Diese bieten eine gewisse Sicherheit im Gebirge oder bei Wintertouren. Außerdem gehen heute immer mehr Leute auf einen Zeltplatz und müssen sich beim Wildzelten nicht ihrer Umgebung anpassen und sich verstecken.

Dennoch ist nicht die Mehrzahl der Modelle in bunten Farben zu finden. Wer die Kataloge von großen deutschen Herstellern wie Vaude oder Tatonka durchblättert, sieht viele grüne und sandfarbene Zelte. Grün und Sand prägen auch die Kollektion des dänischen Herstellers Nordisk. Aber es gibt Ausnahmen, zum Beispiel Modelle in Orange.

Beim Material setzen die meisten Hersteller auf Polyamid am Boden, um das Zelt stabil zu machen, sagt Beppler. Das Außenmaterial besteht meist aus Polyester. „Das ist weniger empfindlich gegen Nässe und hat eine bessere UV-Resistenz.” Am besten seien silikonbeschichtete Zelte.

Und so geht auch beim Ausrüster Vaude der Trend nach Angaben eines Sprechers zu silikonbeschichteten Zelten. Die seien reißfester und noch UV-stabiler. Als wasserdicht gelten Zelte nach Worten von Mann ab einer Wassersäule von 1500 Millimetern. „Aber moderne Hightech-Zelte können sogar Belastungen von ca 3500 bis 5000 Millimetern aushalten.”

Steht ein Zelturlaub dann vor der Tür, entscheidet das Reiseziel mit über den Kauf. In nördlichen Ländern, in denen es mehr regnet, sollte man nicht ein Zelt kaufen, bei dem man erst das Innenzelt aufbauen muss, erklärt Beppler. Dort eignen sich sogenannte Geodäten. Im Mittleren Westen oder in Kalifornien kann das Überzelt bisweilen weggelassen werden. Dafür seien Tunnelzelte nicht geschickt, weil das Außenzelt immer mit aufgebaut werden muss.

In der freien Natur ist das Zelt Wind und Wetter und damit auch Schmutz ausgesetzt. Das Material muss daher von Zeit zu Zeit gepflegt und gereinigt werden. Für die Reißverschlüsse am Zelteingang gibt es spezielle Pflegemittel, erklärt René Mann von Globetrotter. Mit einem Schwamm und lauwarmem Wasser lässt sich der meiste Dreck an den Zeltwänden abwaschen. Beschichtete Zelte seien außerdem relativ unempfindlich: „Da perlt der Schmutz ab.”
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