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So sind die Kosten fürs Arbeitszimmer absetzbar

Von: dapd
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Berlin. Das Arbeitszimmer ist das liebste Steuersparmodell vieler Deutscher.

Wird es anerkannt, locken hohe Steuervergünstigungen: Von der Miete über die Nebenkosten bis hin zu den Zinszahlungen bei Eigentümern mindern viele Ausgaben die Steuerlast. Natürlich wissen das auch die Finanzämter und versuchen, die Anerkennung zu verhindern. Aber es gibt Möglichkeiten, die Kosten durchzudrücken.

Alle Beschränkungen bei der Absetzbarkeit gelten für Arbeitszimmer, die - so die Definition - in die häusliche Sphäre eingebunden sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass alle außerhäuslichen Arbeitszimmer keiner Einschränkung unterliegen. Das kann der Fall sein, wenn sich das Arbeitszimmer zwar im gleichen Haus befindet wie die Privatwohnung, aber auf einer anderen Etage mit einem separaten Mietvertrag. Die Einbindung in die häusliche Sphäre wird auch dadurch aufgehoben, dass dort familienfremde Angestellte arbeiten oder es regen Publikumsverkehr gibt. So kann schon ein Minijobber die steuerliche Absetzbarkeit des Arbeitszimmers sichern, wenn der vor Ort arbeitet.

Absetzbar sind die Kosten auch dann, wenn das Home-Office gar kein klassisches Arbeitszimmer ist. Die Finanzverwaltung definiert ein klassisches Arbeitszimmer als Raum, der „seiner Ausstattung und Funktion nach der Erledigung gedanklicher, schriftlicher und verwaltungstechnischer bzw. -organisatorischer Arbeiten” dient. Trifft dies nicht zu, handelt es sich nicht um ein Arbeitszimmer, sondern um einen unbeschränkt absetzbaren Raum. Allerdings muss die Entscheidung, was ein klassisches Arbeitszimmer ist, immer im Einzelfall getroffen werden. Der Gang zum Gericht ist hier der Normalfall.

Absetzbar sind häusliche Arbeitszimmer auch dann, wenn dort der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit liegt. Dabei ist nicht entscheidend, wie viel Zeit im Home-Office verbracht wird, sondern dass und ob der Schwerpunkt der Arbeit hier erledigt wird. Ist das der Fall, sind die Kosten ebenfalls voll absetzbar. Liegt der Mittelpunkt nicht im Arbeitszimmer, können die Kosten nur bis zu einem Grundbetrag von 1.250 Euro geltend gemacht werden.

Absetzbar ist das Arbeitszimmer auch dann, wenn dem Steuerzahler kein anderer Platz für die Erledigung der Arbeit zur Verfügung steht. Das Finanzamt erkennt dann 1.250 Euro im Jahr für das Arbeitszimmer an. Von dieser Regelung profitieren etwa Lehrer. Die haben im Klassenraum keinen „anderen Arbeitsplatz”, den sie nutzen können, um zum Beispiel Arbeiten zu korrigieren. Deshalb ist in diesem Fall das Arbeitszimmer absetzbar.

Die Anforderungen an den anderen Arbeitsplatz sind aber nicht sehr hoch. Er muss lediglich geeignet sein, dort büromäßige Arbeiten zu erledigen. Es spielt dagegen keine Rolle, ob der „andere Arbeitsplatz” abgeschlossen und ruhig ist oder nur einem Steuerzahler zur Verfügung steht. Auch ein lauter Arbeitsplatz in einem Großraumbüro ist damit ein „anderer Arbeitsplatz”, der dazu führt, dass das Arbeitszimmer nicht absetzbar ist.
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