Berlin - Rürup-Rente: Altersvorsorge durch Steuervorteile

Rürup-Rente: Altersvorsorge durch Steuervorteile

Von: Oliver Mest, ddp
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Berlin. Die Rürup-Rente ist eine weitere Säule im privaten Altersvorsorgesystem. Anders als die Riester-Rente steckt ihr Anreiz vor allem in Steuervorteilen, eine Förderung über Einkommensunabhängige Zulagen gibt es hier nicht.

Die Beiträge zu einem Rürup-Vertrag sind dabei als Altersvorsorgeaufwendungen absetzbar - wie die Beiträge zur gesetzlichen Rente. Absetzbar sind jedoch Beiträge nur bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 Euro, Verheiratete können den doppelten Höchstbetrag in Anspruch nehmen. Der große Haken: Das gilt erst ab dem Jahr 2025. Bis dahin sind die Beiträge nur prozentual absetzbar.

2005, im Jahr eins der Rürup-Rente, lag dieser Prozentsatz bei maximal 60 Prozent der Beiträge - damit konnten im besten Fall 12.000 Euro (60 Prozent von 20.000 Euro) abgesetzt werden - Verheiratete verdoppeln diese Summen wiederum. Bis 2025 steigt der Prozentsatz jährlich um zwei Prozentpunkte und der Höchstbetrag jährlich um 400 Euro für Alleinstehende und 800 Euro für Ehepartner.

Die Steuervorteile haben natürlich eine Kehrseite, denn die später einmal ausgezahlte Rürup-Rente wird in gleicher Weise besteuert wie die gesetzliche Rente - in voller Höhe nach Abzug eines Rentenfreibetrages, der jedes Jahr für jede neue Rentnergeneration reduziert wird. 2005 lag dieser Freibetrag bei 50 Prozent, 2009 nur noch bei 40 Prozent. Der Rentenfreibetrag wird nicht lebenslang als prozentualer Betrag gewährt, sondern im zweiten Jahr der Rente in Euro und Cent lebenslang festgelegt.

Das heißt: Rentenerhöhungen werden voll besteuert, weil sich der Rentenfreibetrag nicht mehr miterhöht. Wie hoch die Rente später sein wird, hängt auch vom gewählten Modell ab. Bei der klassischen Rentenversicherung ist entscheidend, welche Überschüsse der Versicherer mit dem angelegten Geld seiner Kunden erwirtschaftet und wie hoch die Abschluss- und Verwaltungskosten sind. Je höher diese Kosten sind, desto weniger vom Beitrag fließt in den Spartopf und desto niedriger wird naturgemäß die spätere Rente. Sicher ist auf jeden Fall die Garantieverzinsung.

Anders sieht es bei Rürup-Renten auf Basis von Fondssparplänen aus. Die Modelle sehen meist vor, dass bei jüngeren Sparern das Geld über Dachfonds in Aktienfonds investiert wird. In den letzten Jahren vor Rentenbeginn wird dann umgeschichtet in sicherere Rentenfonds. Die Höhe der späteren Rente hängt hier zum einen davon ab, wie die Fonds sich entwickeln. Einen sicheren Rentenanteil haben Sparer bei der Fonds-Variante derzeit nicht, weil es keine Mindestverzinsung gibt. In der Regel werden aber wenigstens die eingezahlten Beiträge garantiert.

Die Basis-Rente kann bei Versicherungen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen abgeschlossen werden, außerdem ist es auch möglich, dass Banken, Investmenthäuser, Finanzdienstleister und betriebliche Pensionskassen entsprechende Verträge anbieten. Damit diese als förderfähig gelten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. So darf die Versicherung nur eine lebenslange Rentenzahlung vorsehen, das heißt, am Ende der Laufzeit darf (anders als bei normalen Rentenversicherungen) keine Kapitalabfindung möglich sein. Die Rürup-Rente darf nicht vor dem 60. Lebensjahr beginnen.

Die einzige Ausnahme ist dabei: Der Vertrag wird ergänzt um einen Berufsunfähigkeitsschutz, eine entsprechende Rente darf natürlich vorher bezogen werden. Und die Rentenansprüche dürfen nicht vererblich sein, es sei denn, der Vertrag sieht einen Hinterbliebenenschutz vor. Großzügiger ist die Regelung, wenn es um Erweiterungen des Vertrags geht. Die Basis-Rentenversicherung kann durch eine Zusatzversicherung ergänzt werden, und zwar zum einen als Schutz gegen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit und zum anderen, um die Familie im Falle eines Todes zu versorgen.

Das gilt aber nur für den Ehegatten und Kinder, für die Anspruch auf Kindergeld besteht. Unversorgt mit der Rürup-Rente bleiben dagegen der nichteheliche Lebensgefährte, der eingetragene Lebenspartner sowie der frühere Ehegatte. Ganz wichtig: Die Zusatzabsicherungen dürfen nicht mehr als 50 Prozent der Beiträge verzehren. Das bedeutet: Mehr als 50 Prozent der Beiträge müssen auf die Altersvorsorge entfallen, nur der Rest darf für die Vorsorge verwendet werden.
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