Rürup-Modell: Sofortrente mit Steuerplus

Von: Oliver Mest, dapd
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Berlin. Die Basisrente nach dem Rürup-Modell hat einen besonderen Vorteil: Sie erfordert keine lange Ansparphase. Anleger können die Rente durch Beitragszahlungen innerhalb weniger Jahre aufbauen - im Extremfall sogar durch eine Einmalzahlung kurz vor dem geplanten Rentenbeginn.

Die Rürup-Rente ist in diesem Punkt nichts anderes als eine staatlich geförderte Sofortrentenversicherung. Alleinstehende Sparer investierten dabei jährlich bis zu 20.000 Euro, Verheiratete bis zu 40.000 Euro in eine Rürup-Rentenversicherung und kämen dadurch in den Genuss hoher Steuervorteile, erläutert Peter Kauth von steuerrat24.de die Funktionsweise der Rürup-Rente. Allerdings hat das Modell auch seine Tücken.

So lässt sich eine Rürup-Rente nicht vererben. Das Guthaben kann nur in Form einer Rente an den Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbt werden. „Und die Rürup-Rente kann nicht beliehen oder übertragen werden - das liegt vor allem daran, dass die Rürup-Rente ja pfändungssicher sein soll, damit das Vermögen bei Insolvenz oder Arbeitslosigkeit vor dem Zugriff des Staates geschützt wird”, erklärt Steuerexperte Kauth.

Verbraucherschützer wie Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten kritisieren ebenfalls immer wieder die mangelnde Flexibilität der Verträge. „Man kommt bei der Rürup-Rente nie wieder an sein Geld heran, denn auf das Ersparte hat man keinen Zugriff bis zum Rentenbeginn”, sagt Kleinlein.

Neben den Steuervorteilen bieten die Rürup-Renten vor allem die Sicherheit einer lebenslangen Rente. Denn Entnahmepläne bei Banken bieten zwar bessere Renditen, decken aber auch nicht das sogenannte Langlebigkeitsrisiko ab. Das Kapital aus den Entnahmeplänen ist damit irgendwann aufgebraucht, während Rürup-Sparer bis ans Lebensende mit einer Rente versorgt sind.

Allerdings geht diese Sicherheit zulasten der Rendite. Denn die Versicherer müssen das Langlebigkeitsrisiko einkalkulieren und für den Fall vorsorgen, dass ihre Rürup-Sparer älter werden als der kalkulierte Durchschnitt. „Damit ist die Rürup-Rente immer die Wette mit dem Versicherer: Lebe ich lange oder nicht? Und diese Wette können Versicherte natürlich auch verlieren”, sagt Versicherungsberater Rüdiger Falken aus Hamburg.

Natürlich müssen Rürup-Sparer auf ihre Rente Steuern zahlen. Sozialversicherungsbeiträge werden dagegen - anders als bei Direktversicherungen - nicht fällig. Und eine Rürup-Rente übersteht auch wirtschaftlich schlechtere Zeiten. „Das im Rürup-Vertrag angesparte Vermögen muss beim Bezug von Arbeitslosengeld II und auch bei Insolvenz nicht eingesetzt werden”, erklärt Steuerexperte Kauth.
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