Berlin - Rente schützt vor Steuer nicht: Zahlen müssen aber nur wenige

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Rente schützt vor Steuer nicht: Zahlen müssen aber nur wenige

Von: Angelika Röpcke, dpa
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Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben - was nicht heißt, sie müssten Steuern nachzahlen. Foto: dpa

Berlin. Wer sich den Ruhestand ausmalt, freut sich oft besonders auf die Freiheit vom Büro-Kram. Doch für immer mehr Rentner bleibt eine lästige Pflicht: Jahr für Jahr eine Steuererklärung abzugeben. Ob und wie viel Steuer sie zahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wichtig ist zunächst die Höhe der Einnahmen, also der monatlichen Rente. Aber auch Zinserträge, der Lohn aus einem Minijob oder Mieteinnahmen sind womöglich steuerpflichtig. Solche weiteren Einkünfte müssen beim Fiskus angezeigt werden.

Weil Rentner aber vielleicht allein leben, hohe Ausgaben zum Beispiel für ihre Gesundheit haben oder Kinder in der Ausbildung versorgen, kann die Steuerlast auch sehr gering ausfallen. Durchschnittsrentner müssen in der Regel keine Steuern für das abgelaufene Jahr nachzahlen. Dennoch sollte sich jeder darauf einstellen, dass er vom Finanzamt überprüft wird.

„Viele glauben, nur weil sie keine Steuern zahlen müssen, müssen sie auch keine Steuererklärung abgeben”, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Das sei ein Irrtum: „Durch die Neuregelung der Besteuerung von Renten seit dem 1. Januar 2005 sind jetzt bedeutend mehr Rentnerhaushalte verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.” Mit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes steigt der zu versteuernde Anteil der Rentenbezüge Jahr für Jahr an. Wer 2005 in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent versteuern, für die Neurentner der folgenden Jahre sind es je zwei Prozentpunkte mehr.

Dennoch müssen nur relativ wenige Steuern zahlen - nach Angaben des Bundesfinanzministeriums derzeit etwa 3 Millionen der 20 Millionen Rentner. Ob Senioren eine Steuererklärung erstellen müssen, hängt von ihren Gesamteinkünften ab. Für das Jahr 2009 gilt: Wer als Alleinstehender zu versteuernde Einkünfte von mehr als 7834 Euro hatte, muss die ausgefüllten Steuerpapiere an das Finanzamt schicken. Verheiratete trifft es, wenn sie im Jahr 2009 mehr als 15.668 Euro eingenommen haben. „Ab 2010 wird der Grundfreibetrag bei 8004 Euro beziehungsweise 16.008 Euro liegen”, erklärt Michael Alexander Köhler vom Bundesfinanzministerium.

Doch wer Einnahmen hat, hat meist auch Ausgaben. Das können Werbungskosten sein wie Beiträge zu Gewerkschaften, Telefon- und Fahrtkosten oder der Eigenanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung. „Wer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt, kann damit verbundene Werbungskosten geltend machen”, sagt Jörg Schwenker, Geschäftsführer der Bundessteuerberaterkammer in Berlin. Daneben sind Sonderausgaben wie Prämien für Haftpflicht-, Lebens- oder Unfallversicherungen abzugsfähig.

Bei der Steuererklärung kommt es darauf an, die Ausgaben auch belegen zu können, also dem Finanzamt Rechnungen oder Kassenzettel zu präsentieren. Daher sollte jeder seine Belege etwa über Arztkosten sammeln, damit sie als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden können. Dadurch lässt sich die Steuerschuld maßgeblich senken.

„Keine Gedanken um die Steuer müssen sich Rentner bei einem Minijob machen”, sagt Schwenker. „Bis zu 400 Euro im Monat dürfen dazu verdient werden, ohne Abgaben zu zahlen.” Wer allerdings noch keine 65 Jahre alt ist oder als Rentner mehr nebenbei verdient, unterliegt anderen steuerlichen Bewertungen. So arbeiten Ältere trotz Ruhestands nicht selten weiter mit Lohnsteuerkarte oder verdienen mehr als 400 Euro im Monat - dann wird monatlich Lohnsteuer einbehalten. „Im Rahmen der Steuerveranlagung werden dann Renten und andere Einkünfte zusammen erfasst und die zutreffende Einkommensteuer ermittelt”, erläutert der Experte.

Abgabefrist beachten

„Für Rentner gelten die allgemeinen Abgabefristen”, sagt Michael Alexander Köhler vom Bundesfinanzministerium in Berlin. „Das bedeutet: Die Einkommensteuererklärung 2009 ist spätestens bis zum 31. Mai 2010 abzugeben.” Im begründeten Fall kann man eine Fristverlängerung beantragen und die Papiere später einreichen. „Wird der Rentner durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten, endet die Abgabefrist am 31. Dezember 2010”, erklärt Köhler. Auch in einem solchen Fall kann man beantragen, dass die Frist verlängert wird - spätestens am 28. Februar 2011 muss die Steuererklärung aber dem Fiskus vorliegen.

Literatur: Stiftung Warentest: Steuererklärung für Rentner 2009/2010, ISBN: 978-3-86851-303-5, 12,90 Euro; Wolfgang Benzel: Der aktuelle Steuerratgeber für Rentner und Ruhestandsbeamte, Walhalla, ISBN: 978-3-8029-3823-8, 9,50 Euro.
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