Aachen - Renditeturbo dank Aktienfonds

Renditeturbo dank Aktienfonds

Von: Max Geißler
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Aktienfonds
Besonders lukrativ ist das VL-Sparen in Verbindung mit Aktienfonds. Der Fondsverband BVI hat nachgerechnet. Nach seinen Berechnungen konnten VL-Fondssparer in den vergangen 50 Jahren durchschnittlich 7,4 Prozent Rendite einfahren, und das Jahr für Jahr. Foto: dpa

Aachen. Zum Kapitalaufbau eignen sich vermögenswirksame Leistungen ideal. Der Clou: Der Chef finanziert Ihren Vermögensaufbau. Gerade Aktienfonds sind hierbei besonders attraktiv.

Arbeitgeber sponsern Angestellte mit bis zu 40 Euro pro Monat. Das Zauberwort lautet: vermögenswirksame Leistungen - auch bekannt als VL. Der Gehaltszusatz fließt wahlweise in einen Bank- oder Aktienfondssparplan, einen Bausparvertrag oder in die Tilgung eines Baudarlehens. Dabei überweist Ihr Chef die Zulage direkt an den gewählten Anbieter. Die Ansparzeit ist auf sechs Jahre plus Wartezeit bis Jahresende festgelegt, danach steht das Geld zu Ihrer freien Verfügung.

Besonders lukrativ ist das VL-Sparen in Verbindung mit Aktienfonds. Der Fondsverband BVI hat nachgerechnet. Nach seinen Berechnungen konnten VL-Fondssparer in den vergangen 50 Jahren durchschnittlich 7,4 Prozent Rendite einfahren, und das Jahr für Jahr. Allerdings besteht bei solchen Sparplänen keine Kapitalgarantie.

Liegt dann das Einkommen noch unter einer bestimmten Höchstgrenze, legt Vater Staat für jährliche Einzahlungen in Fondssparpläne noch einmal 20 Prozent bis maximal 400 Euro oben drauf. Ledige, deren Gehalt nicht mehr als 20.000 Euro beträgt, erhalten also bis zu 80 Euro extra. Für Eheleute gelten doppelte Beträge. Tatsächlich dürfen Sie aber deutlich mehr, denn Werbungskosten, Sonderausgaben und nicht berücksichtigte Kinderfreibeträge sind davon abziehbar.

Die Zulage vom Staat müssen VL-Sparer jährlich mit der Einkommensteuer-Erklärung beim Finanzamt beantragen, erläutert Panagiotis Siskos vom BVI. Die staatliche Zulage verleiht laut dem Fondsverband Sparern einen beachtlichen Renditekick. So verbessere sich die Rendite dadurch um rund drei Prozent.

Nicht jedes Bankhaus führt VL-Fondssparpläne in ihrer Produktpalette. Und die Banken, die welche anbieten, unterscheiden sich teilweise in der Ausgestaltung. Meistens wandert das Geld nur in einen VL-Fonds. Die Anlage in ein VL-Portfolio, das aus mehreren Fonds besteht, ist indes die Ausnahme.

Die Deutsche Bank ermöglicht VL-Fondssparpläne im Rahmen ihres Wertpapier-Sparplans. Dafür muss ein VL-Konto bei der Konzerntochter, der DWS, eröffnet werden. Kunden können zusätzlich bis zu 480 Euro jährlich aus eigener Tasche zuschießen. Die Fondsgesellschaft bietet ein reiches Sortiment an Produkten, aus dem sich Sparern die Qual der Wahl aufdrängt. Der Fondssparplan an sich besteht allerdings aus nur einem einzigen Fonds. Umso wichtiger: Anleger sollten auf einen möglichst breitgestreuten Blue-Chips-Fonds setzen, das heißt in Fonds mit europäischen und internationalen Großkonzernen.

Zwei große Mankos bleiben: Zum einen ist ein Fondswechsel während der Laufzeit nicht angedacht. Möchte man seinen Fonds tauschen, kann man nur den Sparplan ruhen lassen und ein neues Konto mit einem neuen VL-Sparplan eröffnen. Das führt allerdings zu einem jährlichen Mehraufwand von acht bis zehn Euro. Zum anderen bietet der Fonds-Ableger der Deutschen Bank keine kostengünstigen Indexfonds an.

Einen interessanten Weg schlägt die Sutor Bank ein. Die Hamburger kombinieren VL-Sparen mit Vermögensverwaltung. Gemäß der Bedingungen des Gesetzgebers fließen die Einzahlungen in Aktienfonds. Der große Unterschied zu den meisten anderen Banken liegt darin, dass das Geld auf mehrere Fonds verteilt wird. Das entstehende Portfolio ist damit breiter gestreut und birgt dadurch geringere Risiken.

Das Portfolio investiert global; derzeit zu jeweils einem Drittel in europäische und globale Aktien, der Rest geht in deutsche Werte und Wachstumsregionen. Unterm Strich hätten sich Anleger mit dieser Strategie in den letzten 25 Jahren über etwa sieben Prozent im Jahr freuen können. Darin sind die anfallenden Kosten bereits inbegriffen. Ebenfalls positiv: Die geringe Mindestsparsumme von 34 Euro pro Monat ermöglicht VL-Fondssparpläne ohne Eigenleistung. Dazu muss die VL-Leistung des Arbeitgebers lediglich 34 Euro im Monat betragen.

Auch bei der Comdirect, die mehrheitlich zur Commerzbank gehört, gibt es VL-Sparpläne. Die Direktbank führt ihre VL-Fondsdepots wiederum bei ihrer Tochter ebase. Das Prinzip ist ganz analog zur DWS, einen Unterschied gibt es aber doch: Comdirect erlaubt Anlegern auch den Zugriff auf preiswerte ETF-Indexfonds. Diese Fonds werden passiv, also von Computern, und kosten damit nur einen Bruchteil im Vergleich zu aktiv gemangten.

Bankkunden können mittels dieser ETF-Produkte sowohl in deutsche als auch internationale Märkte investieren. Besonders hervorzuheben: VL-Sparpläne mit klassischen Aktienfonds kosten bei Comdirect höchstens den halben Ausgabeaufschlag, börsengehandelte ETF-Sparpläne verursachen Transaktionskosten von 0,21 bis 0,75 Prozent. Die Depotgebühr fällt mit zwölf Euro relativ moderat aus. Fließen allerdings mehr als 400 Euro in den VL-Sparplan, eröffnet ebase ein neues Depot, weiter Kosten sind die Folge.

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