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Potzblitz und Donnerwetter: Das Haus vor Wind und Wasser schützen

Von: Gian-Philip Andreas, dpa
Letzte Aktualisierung:
Potzblitz und Donnerwetter: Das Haus vor Wind und Wasser schützen
Frühjahrsstürme und Sommergewitter können große Schäden verursachen. Zäune, Bäume, Fassaden und Dächer sollten daher immer sturmfest sein. Foto: Reinhard Klawitter/dpa/tmn

Berlin/Leipzig. Wenn Stürme peitschen, Gewitter toben und Sturzregen prasselt, sorgen sich Hausbesitzer um ihr Hab und Gut. Doch die meisten Schäden können mit ein wenig Umsicht verhindert werden. Gerade im Sommer sollte man das Haus immer sturm-, gewitter- und regensicher halten.

Wer ein Haus besitzt, kann für so ziemlich alles Sorge tragen, den Launen des Wetters bleibt er trotzdem ausgesetzt. Im Frühling und Herbst zieht so mancher Sturm über die Dächer, im Sommer drohen Gewitter mit Hagel und Sturzregen.

Mit weniger Stürmen ist in Zukunft sicher nicht zu rechnen - daher wurden in Deutschland 2007 die Berechnungsgrundlagen für die Windlasten bei Häusern, an die sich Architekten, Ingenieure und Konstrukteure halten müssen, in Deutschland geändert, wie Eva Reinhold-Postina, Sprecherin des Verbandes Privater Bauherren (VPB) in Berlin, berichtet. „Das Mehr an Wind ist ganz klar eine Folge des Klimawandels.”

Generell müssen die Häuser regelmäßig vom Dach bis zum Keller auf potenzielle Schwachstellen bei Stürmen und Unwettern kontrolliert werden. Die Ziegel, die Dachdecker heute auf neuen Häusern befestigen, seien in aller Regel sicher - wenn nicht gerade Tornados darüber hinwegzögen, sagt Reinhold-Postina.

Bei älteren Häusern aber sehe das mitunter anders aus - und das ist gefährlich. Sind hier Dachziegel lose, können sie herunterfallen, Menschen verletzen oder geparkte Autos beschädigen.

Die Hausbesitzer können für solche Sturmschäden haftbar gemacht werden, wenn sie keine periodische Kontrolle durch Fachleute nachweisen können. „Dach- und auch Fassadenteile sollten deshalb regelmäßig auf ihren festen Halt hin überprüft werden”, rät Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbandes Sanitär-Heizung-Klima (SHK) in St. Augustin bei Bonn.

Doch die Kontrolle hört nicht beim Dach und der Fassade auf. In aller Regel gilt auf dem gesamten Grundstück die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Vom geladenen Gast über den Postboten bis hin zum ungebetenen Besucher darf niemand Gefahr laufen, auf dem Weg über das Grundstück Schaden zu nehmen.

„Alles, was ich am Haus oder auf dem Grundstück habe, muss Stürmen standhalten können”, sagt Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund in Berlin. „Was lose hängt oder liegt, muss ich abnehmen und für die Dauer der Stürme sicher lagern.”

So müssen auch leichte Metallflachdächer von Carports oder Garten- und Gewächshäuschen befestigt oder gesichert werden. „Man denkt nicht daran, aber plötzlich erfasst sie der Windsog und verursacht Schäden an Nachbars Auto”, sagt Wiech. „Auch Sichtschutzzäune, die oft Schäden verursachen, müssen besonders fest im Boden verankert werden.”

Auch Bäume auf dem Grundstück dürfen nicht ungehindert vor sich hin modern. „Als vorbeugende Maßnahme sollte man morsche Äste abnehmen, damit sie nicht auf Straßen oder Stromleitungen gewirbelt werden”, sagt Rüdiger Mattis, Ingenieur und Leiter des VPB-Regionalbüros in Leipzig.

„Sind die Bäume im Ganzen morsch oder innen hohl, sollten sie gefällt werden.” Dies sollte allerdings immer in Absprache mit den zuständigen Behörden geschehen. Regenrinne und Fallrohre in der Nähe von Bäumen müssen besonders im Spätherbst regelmäßig von Laub befreit werden, damit das Wasser ungehindert ablaufen kann.

Was aber, wenn sogar Überschwemmungen nach Sturzregen oder Hochwasser drohen? Im Notfall helfen nur noch Sandsäcke und künstliche Barrieren. Ein wirklich wirksamer Schutz kann nur beim Neu- oder Umbau eines Hauses eingeplant werden, was bauliche Änderungen zur Folge haben kann. Doch das bietet sich in der Rege nur in Gebieten an, in denen regelmäßig Flüsse über die Ufer treten.

Was aber jedem Hausbesitzer klar sein sollte, gerade wenn das Haus in Hanglage steht: „Unerlässlich sind makellos abgedichtete Kellerfenster und Lichtschächte: Das verhindert, dass das Wasser nicht sofort durch offensichtlichste Öffnungen ins Haus hineinschwappt”, sagt Wiech.

Um das Gröbste zu verhindern, dürfen zudem die Abflüsse an Kellereingängen nicht verstopft sein. Doch sie schlucken das Wasser auch nur so lange, bis der Pegel über die Rückstauebene steigt. Diese bemisst sich am höchsten Punkt der anliegenden Straße und zeigt an, ab wann das Abwasser aus der Kanalisation zurückdrängt. Dann schießt dieses vor allem aus Abflüssen im Keller, aus Toiletten oder Waschmaschinen. „Hier hilft ein Rückstauventil oder eine Rückstauhebeanlage”, rät SHK-Sprecher Ebisch.

Sind die Wassermassen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ins Haus gelangt, müsse man sich vor allem um die Ölheizung sorgen und diesen absichern, sagt Ebisch. „Der Auftrieb des Tanks muss verhindert werden und damit das Austreten des Öls in die Umwelt.” Wenn der Tank nicht stabil gegen die Kellerdecke verkeilt ist, sollte er zumindest voll befüllt sein - im Notfall auch mit Wasser, den gerade in den Sommermonaten sind die Tanks ja tendenziell eher leer.

„Wer in gefährdeten Gebieten wohnt, sollte sich im Keller grundsätzlich gegen Öl- und für eine Holzpellet-Heizung entscheiden oder aber für eine Gasheizung im Erdgeschoss beziehungsweise unterm Dach”, rät Mattis zudem.

„Bevor ich neu baue oder teuer umbaue, sollte ich in der Nachbarschaft herumfragen: Ist mit Hochwasser zu rechnen? Was habt ihr dagegen gemacht?”, schlägt Wiech vor. Im Zweifel sollte hier beim Neubau auf einen Keller verzichtet werden.

Dazu rät auch Eva Reinhold-Postina: „Wenn Sie einen Keller ausheben auf einem Grundstück, dessen Adresse Am Torfgrund lautet, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie da irgendwann Probleme kriegen.”
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