Aachen - Pflegeversicherung: Anspruch auf Wohnungsanpassung

Pflegeversicherung: Anspruch auf Wohnungsanpassung

Von: Rolf Winkel
Letzte Aktualisierung:
Pflegefall
Bereits beim Besuch des Pflegegutachters sollten potenzielle Maßnahmen der Wohnungsanpassung zur Sprache kommen.

Aachen. Die Pflegeversicherung beteiligt sich mit bis zu 2.557 Euro an der Wohnungsanpassung an die Erfordernisse von Pflegebedürftigen. Auch Demenzkranke, die in Pflegestufe "Null" sind, können profitieren.

In der Bundesrepublik leben derzeit rund 1,4 Millionen Demenzkranke, meist sind diese an Alzheimer erkrankt. Seit dem vergangenen Jahr gibt es für diese Erkrankten erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung, selbst dann, wenn sie keine körperliche Pflege benötigen. Allerdings brauchen sie ein Pflegegutachten, aus dem eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz -; auch als Pflegestufe Null bekannt -; hervorgeht. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine betroffene Person von zu Hause wegläuft und unkontrolliert die Straße überquert oder etwa wenn sie Kochfelder am Herd nicht wieder ausschalten.

Wer betroffen ist, hat seit gut einem Jahr Anspruch auf Pflegegeld in Höhe von 120 Euro oder auf Leistungen durch einen ambulanten Dienst im Gegenwert von 225 Euro monatlich. Neu ist auch, dass die Pflegeversicherung eine Verbesserung des Wohnumfeldes finanziert. Hierfür liegt der maximaler Fördersatz derzeit bei 2.557 Euro, ab 2015 sogar bei 4.000 Euro pro Maßnahme.

Im Bedarfsfall haben Demente Anspruch auf klassische Maßnahmen der Wohnungsanpassung, wie dem Einbau einer bodengleichen Dusche. Besonders gilt es dabei, sie vor den unvorhersehbaren Konsequenzen ihres Handelns zu schützen.

Demenzkranke und ihre Angehörigen sollten sich bei Wohnberatungsstellen oder Pflegestützpunkten kundig machen, welche Anpassungen in ihrer Wohnung von Nöten und realisierbar sind. Häufig sind das ganz einfache Maßnahmen. So reagieren manche Alzheimer-Patienten ängstlich, wenn sie sich oder Angehörige im Spiegel sehen. In solchen Fällen können verspiegelte Schranktüren übertapeziert werden, normale Spiegel einfach abgehängt werden. Die Verriegelung von Fenstern kann dagegen das Budget ordentlich strapazieren.

Sinnvoll kann ebenso eine Herdsicherung sein, die es in erster Linie für Elektroherde gibt. Dabei wird der Herd entweder nach einer einprogrammierten Zeit oder bei Überhitzung automatisch abgedreht. Teilweise haben moderne Geräte ein solches Sicherungsinstrument integriert. Bei älteren Modellen kann eine Nachrüstung in Betracht kommen. Zwar ist die Herdsicherung beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung noch nicht förderungswürdig, dennoch kann sie -; vorausgesetzt, sie ist sinnvoll -; finanziert werden.

Sollte ein Pflegebedürftiger nicht mehr in der Lage sein gefahrenlos zu kochen, empfiehlt es sich den Herd abzuklemmen. Wer an Demenz erkrankt ist, sollte nicht davor zurückschrecken, eine Finanzierung entsprechender Vorkehrungen bei der Pflegekasse zu beantragen. Sollte es zu einer Ablehnung kommen, kann im ersten Schritt Widerspruch eingelegt werden, in letzter Konsequenz kann auch eine Klage eingereicht werden. Die Aussichten, dass spätestens die Sozialgerichte die Ansprüche der Betroffenen anerkennen, sind gut.

Außerdem kann ihm Rahmen der Förderung auch ein Umzug übernommen werden. Man denke beispielsweise an die Kostenübernahme eines Umzugs in eine betreute Wohngemeinschaft. Die Unterstützung kann deutlich höher liegen, wenn sie mehreren Personen zugutekommt. Die Obergrenze liegt bei 10.228 Euro, sofern davon vier oder mehr Bedürftige profitieren.

Bereits beim Besuch des Pflegegutachters sollten potenzielle Maßnahmen der Wohnungsanpassung zur Sprache kommen. Zudem ist es vorteilhaft, bereits im Vorfeld dieses Besuchs eine an einer Pflege- beziehungsweise Wohnberatung teilgenommen zu haben. Die Adressen dieser Anlaufstellen gibt es bei den Pflegekassen.

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