Nicht immer enden Versicherungen mit dem Tod

Von: Klaus Winter
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Was geschieht mit Versicherungen, wenn der Versicherungsnehmer stirbt? Manche Policen enden, andere können weitergeführt werden. Die Details.

Viele Lebensversicherer verlangen binnen zwei oder drei Tagen eine Mitteilung über den Todesfall. Denn die Versicherer wollen in der Lage bleiben, die Umstände eines Todes näher zu durchleuchten, wenn zum Beispiel eine im Antrag nicht angegebene Krankheit oder ein Verbrechen die Ursache sein könnte -; denn in beiden Fällen besteht die Möglichkeit, dass die Versicherer nicht zahlen müssen. Die Lebensversicherer verlangen in der Regel die Versicherungspolice sowie eine beglaubigte Kopie der Sterbeurkunde und -; sofern vorhanden -; einen Arztbericht, der den Gesundheitsverlauf des Verstorbenen in den letzten Wochen oder Monaten dokumentiert.

Personenversicherungen enden automatisch

Die meisten Personenversicherungen wie Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherungen enden automatisch, wenn der Versicherte verstirbt. Bei der gesetzlichen Kasse kommt oft ein Problem hinzu: Familienversicherte müssen nach dem Tod des Hauptversicherten den eigenen Versicherungsschutz klären, da die Mitversicherung naturgemäß nicht mehr möglich ist. Sie haben drei Monate Zeit, um ihre Weiterversicherung zu klären. Sie können in den Vertrag des Verstorbenen eintreten und so den eigenen Schutz sichern. Möglich ist jedoch auch der Wechsel in eine andere, leistungsstärkere Kasse.

Sachversicherungen können übernommen werden

Bei Sachversicherungen gelten andere Spielregeln. Bei einer Hausratversicherung ist im Erbfall der Hausrat des Versicherten zunächst noch bis zu zwei Monate nach seinem Tod versichert. Übernimmt der Erbe das Haus oder die Wohnung des Verstorbenen, so gilt der Versicherungsvertrag automatisch weiter. Nur wenn er bereits anderweitig eine Hausratversicherung abgeschlossen hat und die mit in die neue Bleibe nimmt, steht dem Erben ein Sonderkündigungsrecht des geerbten Vertrages zu. Wird der Hausstand des Verstorbenen aufgelöst, fällt das Risiko des Hausratvertrages weg und der Vertrag wird aufgelöst. In dem Fall wird die anteilige Jahresprämie erstattet.

Auch die private Haftpflichtversicherung endet automatisch bei Wegfall des Haftungsrisikos und damit mit dem Tod des Versicherten. Sind in dem Vertrag jedoch auch Familienangehörige wie der Ehegatte oder die Kinder mitversichert, bleibt die Versicherung auf jeden Fall für den Zeitraum bestehen, für den bereits der Beitrag bezahlt wurde. Und die Familie kann sich den Versicherungsschutz auch für die Zeit danach sichern: Wird die nächste fällige Prämie bezahlt, geht der Vertrag automatisch auf den Ehepartner über. Wird der Vertrag nicht übernommen, wird er zum Todestag aufgelöst und eine überzahlte Prämie an die Erben erstattet.

Bei der Rechtsschutzversicherung kommt es auf den Umfang des Schutzes an. Bietet sie höchstpersönlichen Schutz wie beim Berufsrechtsschutz oder beim Fahrerschutz im Verkehrsrechtsschutz, so endet der Vertrag in aller Regel mit dem Tod der Versicherten. Sind die Verträge aber übertragbar wie etwa beim Verkehrsrechtsschutz für ein bestimmtes Auto, dann besteht die Versicherung auf jeden Fall bis zur nächsten Beitragsfälligkeit weiter. Wird dieser Beitrag dann auch noch gezahlt, geht der Vertrag auf den Beitragszahler über.

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