Berlin - Neues zum Jahreswechsel: Das ändert sich 2011 für Verbraucher

Neues zum Jahreswechsel: Das ändert sich 2011 für Verbraucher

Von: Falk Zielke, dpa
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Neues zum Jahreswechsel - Das ändert sich 2011 für Verbraucher
Zum Themendienst-Bericht von Falk Zielke vom 16. Dezember: Verbraucher müssen im neuen Jahr tiefer in die Tasche greifen - ab 2011 heben viele Energieversorger ihre Tarife an. Foto: dpa

Berlin. Die gesetzliche Krankenversicherung wird teurer. Die Lohnsteuerkarte aus Papier gibt es nicht mehr. Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können wieder geltend gemacht werden. Hauskäufer müssen sich auf eine höhere Grunderwerbsteuer einstellen. Das sind einige der Neuigkeiten, die Verbraucher im Jahr 2011 erwarten.

Im Folgenden ein Überblick:

KRANKENVERSICHERUNG: Zu Beginn des Jahres steigt der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Anstieg belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit jeweils 0,3 Prozentpunkten zusätzlich. Die Beitragslast ist aber unterschiedlich verteilt: 8,2 Prozent vom Bruttoeinkommen entfallen auf Arbeitnehmer und Rentner; für die Arbeitgeber sind es 7,3 Prozent. Für sie wird der Satz bei diesem Stand dann eingefroren.

Wenn die Kassen mit dem Geld nicht auskommen, können sie künftig unbegrenzt Zusatzbeiträge erheben. Das müssen allein die Versicherten bezahlen. Für Ärmere ist ein Ausgleich über Steuern vorgesehen. Sollte die eigene Kasse die Zusatzbeiträge anheben oder erstmals erheben, könne über einen Wechsel nachgedacht werden, sagt Kai Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Für diejenigen, die sich überlegen, in die private Krankenversicherung zu wechseln, werden die Wartezeiten verkürzt - von derzeit drei Jahren auf ein Jahr. Bedingung ist aber, dass der Arbeitnehmer bis Ende des Jahres mindestens 49 500 Euro verdient hat.

STEUERANGELEGENHEITEN: Die farbige Lohnsteuerkarte aus Papier hat ausgedient. Die entsprechenden Daten werden künftig elektronisch verwaltet. Allerdings gibt es 2011 noch eine Übergangsfrist. Das heißt: Die Lohnsteuerkarte aus Papier für 2010 gilt auch im neuen Jahr. Sämtliche darin enthaltenen Angaben müssen vom Arbeitgeber berücksichtigt werden. Erst von 2012 an übernimmt der Computer die Datenverwaltung vollständig. Wer seine Steuerklasse wechseln will, müsse sich vom 1. Januar 2011 an außerdem an das Finanzamt wenden, erklärt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. Bisher waren dafür meist die Einwohnermeldeämter zuständig.

Von 2011 an können bis zu 1250 Euro für das Arbeitszimmer geltend gemacht werden, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Die Regelung gelte rückwirkend zum 1. Januar 2007, erklärt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor entschieden, dass das seit 2007 geltende Verbot der steuerlichen Absetzbarkeit von Arbeitszimmern nichtig ist.

Für den Kauf einer Eigentumswohnung oder eines eigenen Hauses müssen Käufer in einigen Bundesländern mehr Steuern zahlen. Am 1. Januar heben vier Länder ihre Sätze für die Grunderwerbsteuer an: Im Saarland steigt die Steuer auf 4 Prozent, in Niedersachsen und Bremen auf 4,5 Prozent und in Brandenburg auf 5 Prozent. 2013 will auch Schleswig-Holstein 5 Prozent vom Kaufpreis verlangen. In den übrigen Bundesländern bleibe der Satz für die Grunderwerbsteuer bei 3,5 Prozent des Kaufpreises. Alle Kaufverträge, die nach dem 1. Januar wirksam werden, müssen die höheren Sätze bezahlen, sagt Thomas Diehn von der Bundesnotarkammer in Berlin.

Verluste aus dem Verkauf von privaten Gegenständen sind künftig nicht mehr steuerlich absetzbar. Bisher konnten Verbraucher, die sich etwa verbilligt einen Jahreswagen kauften und diesen innerhalb eines Jahres wieder mit Verlust verkauften, den Verlust mit späteren Spekulationsgewinnen verrechnen. Das wurde jetzt aber geändert.

Allerdings gebe es weiterhin Ausnahmen, erklärt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine. So sei ein Gewinn oder Verlust aus dem Verkauf von Wertgegenständen wie einer Briefmarkensammlung, von Antiquitäten, Musikinstrumenten oder Oldtimern weiterhin dem Finanzamt mitzuteilen und zu versteuern.

STROM- UND GASPREISE: Viele Energieversorger heben im kommenden Jahr ihre Preise an. Einer Erhebung des Vergleichsportals Check24 zufolge steigen die Kosten bei Strom um sieben Prozent, bei Gas um rund acht Prozent. Verbraucher können bei einer Tariferhöhung von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und zu einem anderen Anbieter wechseln.

BANKGESCHÄFTE: Geld abheben an Automaten fremder Banken kann teuer sein. Ab dem 15. Januar 2011 können Verbraucher aber zumindest sofort erkennen, wie hoch die Gebühren dafür sind. Der Betrag wird dann bei der Abhebung angezeigt. Das sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Kunden sind künftig besser gegen die Insolvenz ihrer Bank geschützt. Der Sicherungsbetrag erhöht sich zum 1. Januar 2011 von derzeit 50.000 Euro auf 100.000 Euro. Nach Angaben des Bundesverbandes Öffentlicher Banken wurde zudem die Auszahlungsfrist von drei Monaten auf 20 Arbeitstage verringert.

NEUE SCHLICHTUNGSSTELLE: Streitfälle mit dem Anwalt können Mandanten ab dem neuen Jahr vor eine neue, zentrale Schlichtungsstelle bringen. Bislang waren Einrichtungen bei den einzelnen Regionalkammern zuständig. Ab Januar wird ein zentraler Ombudsmann bei der Bundesanwaltskammer als Vermittler bereitstehen.
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