Aachen - Neue Verordnung: Energiestandards steigen

Neue Verordnung: Energiestandards steigen

Von: Matthias Kutzscher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Neubauten müssen künftig noch strengere Energiestandards erfüllen. Das sieht eine Novelle der Energieeinsparverordnung vor, die die Bundesregierung beschlossen hat. Auf Häuslebauer kommen wesentlich schärfere Energiespar-Vorschriften zu.

Denn das Bundeskabinett hat im Februar 2013 einer Änderung der Energieeinsparverordnung -; kurz EnEV -; zugestimmt. Die Gesetzesänderung legt fest, dass die Effizienzstandards von Neubauten in zwei Stufen 2014 und 2016 deutlich erhöht werden. Zwar muss der Bundesrat die Novelle noch akzeptieren, und auch die Europäische Union muss die Gesetzesänderung notifizieren. Doch an der Zustimmung noch in diesem Jahr zweifelt niemand. Die Novelle würde damit ab nächstem Jahr wirksam.

Keine strengeren Energiestandards bei Bestandsbauten

Die Verschärfung der EnEV sieht für Neubauten ab Januar 2014 gegenüber der bisherigen Regelung eine Energieeinsparung von 12,5 Prozent vor und von 2016 an um nochmals 12,5 Prozent. Während neue Immobilien künftig deutlich weniger Primärenergie verbrauchen dürfen, bleibt für den Bestand alles beim Alten; die aktuelle EnEV sieht weder verschärfte Einsparregeln noch zusätzliche Nachrüstpflichten für ältere Gebäude vor.

Wer sein Haus also sanieren möchte, braucht keine schärferen Effizienzstandards zu erfüllen. Immobilienbesitzer müssen dennoch einige neue EnEV-Regeln beachten: Dazu gehört etwa die Pflicht, Käufern oder Mietern den Energieausweise des Objekts zu übergeben. Zudem müssen Immobilienanzeigen künftig energetische Kennwerte enthalten, damit Interessenten die Angebote auch in dieser Hinsicht besser vergleichen können.

Für Bauherren wird es teurer

So richtig der sinkende Energieverbrauch von Neubauten im Sinne einer geringeren Importabhängigkeit von Erdöl und Erdgas sowie einer größeren Versorgungssicherheit auch ist, Bauherren dürften von den neuen Effizienzstandards wenig begeistert sein. Denn die EnEV-Novelle löst massive Kostensteigerungen aus. Schätzungen des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) zufolge, verteuert die EnEV Neubauten ab 2014 um über vier Prozent.

Ab 2016 würden dann die Baukosten nochmals um über sechs Prozent zulegen, heißt es beim GdW. Andere Kalkulationen gehen davon aus, dass das neue Gesetz privaten Bauherren in jeder Stufe mindestens 1,7 Prozent oder bundesweit rund 234 Millionen Euro kostet. Für Familien wird es nun noch schwerer, sich ihren Traum vom neuen Eigenheim zu erfüllen, glaubt daher Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund. Insgesamt sollen sich die ab 2014 zusätzlich anfallenden Kosten für Verbraucher, Wohnungswirtschaft, Gewerbe, Bund und Länder auf rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr belaufen.

Auf dem Weg zum Niedrigstenergiehaus

Trotz der zusätzlichen Finanzbelastung für Bürger und Wirtschaft folgt die Bundesregierung strikt ihrem Ziel, bis 2020 den Energieverbrauch von Wohnungen um ein Fünftel zu kürzen. Die Verschärfungen der EnEV werden daher auch als Schritte auf dem Weg zum Niedrigstenergiehaus bezeichnet. Laut Europäischer Gebäuderichtlinie (EPBD) sind das Gebäude, die eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz aufweisen. Und der fast bei Null liegende oder extrem geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.

Baugeld-Vergleich: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert