Neue Halte- und Kündigungsfristen

Von: Max Geißler
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Aachen. Offene Immobilienfonds waren in der Vergangenheit häufig geschlossen. Der Gesetzgeber hat jetzt aber die Spielregeln verschärft. Sind diese einst beliebten Fonds wieder eine lukrative Anlageform?

Fast die Hälfte der offenen Immobilienfonds wurde geschlossen. Anleger verloren viel Geld. Das Vermögen wurde von den Gesellschaften "eingefroren", Auszahlungen und Panikverkäufe waren also nicht mehr möglich. Durch den Verkauf der Immobilien im Fonds, versuchen die Anbieter wieder flüssig zu werden, um ihre Anleger nach und nach auszubezahlen. Der Gesetzgeber schreibt gleichzeitig neue Halte- und Kündigungsfristen für Neueinsteiger vor.

 

 

Neue Spielregeln für Offene Immobilienfonds

 

 

Die Lage der offenen Immobilienfonds wurde vom Gesetzgeber stabilisiert. Anleger profitieren jetzt von mehr Sicherheit, sind dafür aber nicht mehr so flexibel wie früher. Seit dem 22. Juli 2013 können neu gekaufte Anteile an offenen Immobilienfonds nur noch zeitversetzt und in begrenztem Umfang wieder zu Geld gemacht werden. Bis dato war es Anlegern nur erlaubt, Fondsanteile im Wert von 60.000 Euro im Jahr (30.000 Euro pro Kalenderhalbjahr) zu veräußern. Zudem darf der Fonds erst nach zwei Jahren erstmalig gekündigt werden.

Die Kündigungsfrist dauert satte zwölf Monate, kann aber während der Mindesthaltefrist bereits ausgesprochen werden. Anleger müssen also ein Jahr im voraus planen, wann sie Anteile verkaufen möchten. Um Liquiditätsengpässe der Fonds künftig auszuschließen, wurde die kurzfristige Verkaufsmöglichkeit für neue Anteilskäufe gestrichen, sagt Frank Bock vom Fondsverband BVI. Für Anteile, die vor dem 22. Juli dieses Jahres gekauft wurden, besteht die Flexibilität von 30.000 Euro pro Halbjahr aber weiter.

 

 

 

Unbeweglich und sperrig

 

 

Kurzfristige Spekulationen sind mit Offenen Immobilienfonds also nicht mehr möglich. Sie eignen sich nur für Anleger, die auf eine längerfristige Haltedauer abzielen. Zudem sind sie mit bis zu sechs Prozent Ausgabeaufschlag relativ teuer. Wer sich dennoch dafür interessiert, sollte auf Rabatte achten. Der Fondskaufrechner von Biallo.de zeigt, welche Banken sich mit Nachlässen spendabel zeigen: So verlangen der Grundbesitz Europa bei Cortal Consors, die DAB Bank und die Targobank derzeit nur 2,5 Prozent.

 

 

Die Spreu vom Weizen trennen

 

 

Wie steht es um die Sicherheit und die Anlagechancen eines offenen Immobilienfonds? Eine Einschätzung darüber gibt zum Beispiel die Vermietungsquote und die Laufzeit der Mietverträge. Zudem sollten Anleger auf die Liquidität des Fonds achten. Die Vermietungsquote gibt an, wie viel Prozent der Flächen im Bestand des Fonds derzeit vermietet sind -; ein wichtiger Hinweis auf seine Einnahmesituation. Die Restlaufzeit der Mietverträge gibt Aufschluss darüber, wie sicher die Einnahmen sind. Die Liquiditätsquote zeigt, wie viel Fondsvermögen in bar vorgehalten wird, etwa um schnell in neue Objekte investieren zu können, erläutert Bock. Sie sollte nicht zu gering ausfallen, damit Fondsverkäufe schnell bedient werden können. Auch die regionale Verteilung des Immobilienvermögens ist wichtig. Eine breite Streuung, nicht nur auf nationale, sondern auch auf internationale Grundstücksmärkte, mindert die Anlagerisiken.

 

 

Viele Angebote am Markt

 

 

Der Fondsverband BVI weist aktuell 20 offene Immobilien-Publikumsfonds aus. Zudem gibt es elf Fonds, die allerdings gerade abgewickelt werden und vier Fonds, die noch eingefroren sind. Ob sie wieder geöffnet werden, steht noch aus. Unter den geöffneten Fonds befinden sich Milliardenschwerde Flaggschiffe mit langer Tradition. Der Hausinvest von der Commerzbank hat ein Anlagevermögen von neun Milliarden Euro und gehört somit zu den größten dieser Wertpapierklasse.

Der Fonds ist bereits 41 Jahre "alt" und kann eine konstante Wertsteigerung vorweisen. Die Fünfjahresrendite beträgt aktuell knapp drei Prozent im Jahr, die Zehnjahresrendite liegt nur knapp darüber bei 3,5 Prozent. Zwei Jahre älter ist der Grundbesitz Europa von der Deutschen Bank. Mit einer Fünfjahresperformance von 3,06 Prozent belegt er aktuell Rang 2 in der Biallo-Fondstabelle Offene Immobilienfonds Europa.

Die Zehnjahresrendite liegt immerhin bei 4,5 Prozent! Mit zwölf Milliarden Euro Anlagevolumen ist der Deka Immobilien Europa derzeit der größte, handelbare offene Immobilienfonds in Deutschland. Er operiert seit 16 Jahren erfolgreich am Markt und weist stabile Renditen von 2,6 Prozent über fünf Jahre bzw. 3,3 Prozent über zehn Jahre aus.

 

 

 

 

 

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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