Kredite: Das sind die größten Irrtümer

Von: Max Geißler
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Aachen. Verbraucher, die den falschen Kredit wählen, tappen schnell in die Kostenfalle. Umso wichtiger ist es, über die geläufigsten Kredit-Mythen bescheid zu wissen.

Fehlt das nötige Kleingeld, ist ein Kredit von der Bank eine geeignete Lösung -; vorausgesetzt es ist der richtige. Andernfalls kann es für teuer werden. In vielen Fällen basiert das Wissen über Kredite allerdings auf Fehlannahmen und Halbwahrheiten. Nicht selten führt das allerdings zu Fehlentscheidungen, die den Geldbeutel strapazieren. Damit Ihnen das nicht widerfährt, sollten Sie sich für einigen Mythen rundum das Thema Kredit in Acht nehmen.

Es ist günstiger das Girokonto zu überziehen als einen Ratenkredit aufzunehmen.

Falsch. Was kann schon so schlimm sein, sein Girokonto zu überziehen schließlich ist das Konto zum nächsten ersten wieder im Plus? Möchte man meinen, aber in der Praxis sieht das oft ganz anders aus. Weil das Konto-Minus das eingehende Gehalt belastet, ist man relativ schnell wieder in den roten Zahlen ist. Bleibt das Konto längere Zeit überzogen, verursachen hohe Dispozinsen hohe Kosten. Girokonto-Inhaber, die mir 1.000 Euro in der Kreide stehen, müssen bei einem Dispozins von zwölf Prozent etwa 40 Euro bezahlen. Mit einem kostgünstigen Ratenkredit lassen sich diese Kosten auf weniger als die Hälfte drücken. Auf diese Weise müssten Kunden der Santander Consumer Bank bei 2,99 Prozent Effektivzins nur knapp zehn Euro berappen. Deshalb gilt: Obgleich der Dispokredit bequem ist, sollte die Kontoüberziehung kein Dauerzustand sein. Außerdem lassen sich Kontoschulden mittels eines günstigen Ratenkredits ablösen.

Den besten Ratenkredit erhalte ich bei meiner Hausbank.

Ein weit verbreiteter Irrtum: Nur weil man bei der eigenen Bank ein Girokonto und einen Kundenberater hat, heißt das nicht, dass man dort die günstigsten Zinsen erhält, warnt Alexander Artopé, Geschäftsführer der Kreditplattform Smava. Häufig liege das Interesse der Banken darin, ihre eigenen Produkte an den Mann zu bringen. Entsprechend sei es ratsam, Angebote verschiedener Kreditinstitute zu überprüfen. Das kann allerdings aufwendig sein, es sei denn man nutzt ein Vergleichsportal wie biallo.de. Kreditinteressierte können aus einer Vielzahl von regionalen und überregionalen Anbietern den für sie günstigsten Ratenkredit ermitteln.

Der Schaufensterzins weist den günstigsten Ratenkredit aus.

Leider ist auch diese Aussage falsch. Vielen Verbrauchern ist der Unterschied zwischen Schaufenster- und realen Zinsen nicht bewusst. Bei Schaufensterzinsen handelt es um attraktive Ab-Zinsen, die aber nur unter bestmöglichen Bedingungen an wenige Kreditnehmer vergeben werden, so Artopé. Wirklich aussagekräftig sei stets nur ein persönliches Angebot der Bank, das die individuelle Situation, die Bonität des Kreditnehmers und seine Einkommenssituation berücksichtigt.

Einmal unterschrieben, kommt man nicht mehr aus dem Kreditvertrag.

Auch an diesem Mythos ist nichts dran. Der Widerruf ist sogar gesetzlich geregelt. Ist die Unterschrift gesetzt, haben Verbraucher die Möglichkeit innerhalb von 14 Tagen zurückzutreten. Aber auch danach ist eine vorzeitige Kündigung möglich. Seit 2010 dürfen Ratenkredite jederzeit storniert werden, Banken dürfen in solchen Fällen jedoch eine Entschädigung verlangen. Die Stornogebühr ist auf ein Prozent der noch offenen Kreditsumme begrenzt, wird vor Ablauf des ersten Kreditjahres gekündigt, fallen 0,5 Prozent an. Eine Ausfallentschädigung von einem Prozent verursacht bei einem Restdarlehen von 3.000 Euro genau 30 Euro Gebühr. Einige Institute, darunter die DKB, ING-Diba, SKG Bank und Postbank, verzichten auf die Stornogebühr.

Die Schufa arbeitet gegen mich.

Der Ruf der Wirtschaftsauskunftei ist nicht makellos. Verbraucher schätzen das Unternehmen häufig sehr bankennah ein, doch das stimmt nur bedingt. Sind keine negativen Schufa-Einträge vorhanden, stärkt dies die Position und die Bonität des Kreditnehmers. Um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, sollten Verbraucher ihre Einträge prüfen und fehlerhafte oder veraltete Angaben berichtigen lassen. Die Schufa bietet dazu einmal im Jahr kostenlos Gelegenheit.

 

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