Aachen/Berlin - In der Krise steigt die Mobbinggefahr

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In der Krise steigt die Mobbinggefahr

Von: dpa
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Aachen/Berlin. In Krisenzeiten müssen Arbeitnehmer eher damit rechnen, von Kollegen gemobbt zu werden. „Vor Entlassungen geht oft das Hauen und Stechen los”, sagt Heinz Backes von der Mobbingkontaktstelle im Bistum Aachen.

„Vielerorts herrscht eine latente Angst vor Jobverlust. Jeder will sich dann durchsetzen, besser als die Kollegen sein.” Manche Chefs versuchten außerdem, ältere Mitarbeiter systematisch aus dem Betrieb „rauszumobben”, um Abfindungen zu sparen, erläutert Backes in dem von der Stiftung Warentest in Berlin herausgegebenen Sonderheft „test Spezial Karriere”.

Solche Schikane im Job muss sich nicht immer in lautstarken Streitereien äußern: Die häufigste Form des Mobbings ist das Vorenthalten von wichtigen Informationen, heißt es unter Berufung auf eine Befragung von 2000 Beschäftigten aus dem Jahr 2008. Oft beginnt Mobbing auch hinter dem Rücken der Betroffenen: Häufig werden Opfer vor anderen schlechtgemacht, oder es werden Lügen und Gerüchte über sie verbreitet.

Sich dagegen zu wehren, kostet Betroffene oft viel Kraft. Viele leiden sogar körperlich darunter und haben etwa Magenschmerzen oder Schlafprobleme, erzählt Backes. Wächst einem die Situation über den Kopf, sei eine Auszeit im Job ratsam. Eine Kur zum Beispiel sei eine Gelegenheit, um in Ruhe über Lösungen nachzudenken. Das könnten eine Versetzung sein oder auch eine berufliche Neuorientierung.

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