Hochladen und einladen: Große Datenmengen einfach übermitteln

Von: Philipp Laage, dpa
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Dienste wie Dropbox ermöglichen es, private Dateien ausgewählten Nutzern zur Verfügung zu stellen. Foto: dpa

Hamburg/München. Ein paar Hundert Megabyte Urlaubsfotos sind auf der Festplatte prima aufgehoben. Aber was tun, wenn Freunde oder Mitreisende sie anschauen wollen, die nicht gerade um die Ecke wohnen? Die Bilder auf CD zu brennen und per Post zu verschicken, ist eine Möglichkeit. Viel komfortabler ist es aber, sie per Internet zu senden.

Das funktioniert auf verschiedenen Wegen, freilich nicht nur mit Fotos - und ist so lange unproblematisch, wie die Daten nicht urheberrechtlich geschützt sind.

Zum Verschicken kleinerer Datenmengen verwendet der Nutzer einfach sein E-Mail-Postfach oder Instant Messenger wie ICQ, MSN oder Skype, sagt Mirko Schubert vom Onlinemagazin „Netzwelt” in Hamburg. Bei den Messengern läuft das per sogenannter Peer-to-peer-Verbindung zwischen den Computern. „Die Nachteile sind aber, dass die volle Bandbreite in der Regel nicht genutzt wird und das Übertragen großer Dateien sehr lange dauert.” Beim Mail-Konto muss der Nutzer auf die erlaubte Größe des Anhangs achten. Je nach Anbieter variiert sie zwischen 3 und 25 Megabyte. „Dafür erfolgt der Transfer quasi ohne Zeitverlust.”

Die besagten paar Hundert Megabyte Urlaubsfotos oder andere große Datenpakete lassen sich auf diese Weise also nicht verschicken. Ins Spiel kommen daher sogenannte Filesharing-Dienste wie Rapidshare oder Megaupload, sagt Bastian Stein von der Zeitschrift „Chip” in München. Das Prinzip dahinter ist, Dateien mit wenigen Klicks ins Internet zu stellen und dadurch anderen zugänglich zu machen.

„One-Click-Hoster” heißen Rapidshare und Co. deshalb auch. Darüber verbreitete Dateien dürfen maximal zwischen 100 und 300 Megabyte groß sein, wie Mirko Schubert erläutert. Wer etwas hochgeladen hat, bekommt eine Download-Adresse. Die schickt er dann der Person oder den Personen, für die die Datei bestimmt ist.

Doch die Sache hat einen Pferdefuß: „Solche Portale sind eine absolute Domäne für Raubkopierer”, sagt Stein. Zudem könnten Nutzer die hochgeladene Datei finden, für die sie gar nicht bestimmt ist. Es gebe dafür spezielle Meta-Seiten, die nichts anderes tun, als File-Hoster nach bestimmten kryptischen Links zu kategorisieren und auf diese Weise Daten auffindbar zu machen. „Deshalb sollten Nutzer extrem vorsichtig sein, was sie für Daten hochladen.”

Darüber hinaus bieten zumindest die kostenlosen Ein-Klick-Lösungen nur eine eingeschränkte Bandbreite. Und der Nutzer muss sich teils auf Wartezeiten einstellen, erklärt Schubert. Oft würden die Dateien auch nur temporär gespeichert, so dass sie beispielsweise 30 Tage nach dem Hochladen wieder aus dem Netz verschwinden.

Einen Schritt weiter gehen Sharing-Hoster. Dort richtet der Nutzer sich einen Account ein und hat dann Speicherplatz im Gigabyte-Bereich zur Verfügung. Hat er die Daten hochgeladen, kann er andere per Mail einladen. Sie könnten dann auf den jeweiligen Datenordner zugreifen. Yousendit etwa bietet laut Mirko Schubert zum einen One-Click-Hosting mit kostenlosen 100 Megabyte und zum anderen kostenpflichtige Accounts. Letztere kosten 10 US-Dollar (rund 7,35 Euro) pro Jahr und geben dem Anwender zwei Gigabyte Speicherplatz.

Bei Dropbox etwa kann der Nutzer seine Daten in einen öffentlichen Ordner verschieben und sie damit jedem zugänglich machen, dem er einen verschlüsselten Link schickt, sagt Stein. Andere Dropbox-Nutzer haben aber auch über ihre eigenen Konten Zugriff auf diesen öffentlichen Ordner, sofern sie vom ursprünglichen Nutzer dazu eingeladen worden sind. Der Anbieter Drop.io reagiert auf mögliche Unsicherheiten damit, dass er die Daten komplett verschlüsselt, Passwörter vergibt und die Anwender umfangreich über den Schutz ihrer Daten aufklärt. Auch der Gratis-Anbieter Box.net leistet nach Steins Worten eine sogenannte SSC-Verschlüsselung auf mehreren Ebenen.

Wer speziell Bilder teilen möchte, hat dazu bei großen Anbietern wie Flickr oder auch Picasa die Möglichkeit. „Diese Dienste sind zwar als Communitys konzipiert, eignen sich aber auch hervorragend zur Ablage und Verteilung von Fotos”, sagt Stein. Picasa zum Beispiel biete seit kurzem enormen Speicherplatz - bis zu 20 Gigabyte gerade einmal fünf US-Dollar (rund 3,70 Euro) pro Jahr.

Auf den gleichen Gesamtspeicherplatz wie Picasa, hinter dem Google steht, greift nach Steins Worten etwa auch Google Text & Tabellen zu. Ursprünglich entwickelt zum gemeinsamen Bearbeiten von Dokumenten, lassen sich dort seit einiger Zeit sämtliche Datei-Formate hochladen. Via Share-Funktion kann der Nutzer einen Link zur Datei generieren, der verschlüsselt wird. Und dann geht es wie gehabt weiter: Per Mail bekommen Freunde eine Einladung und haben Zugriff.

Aber egal, um welchen Dienst es geht: Rechtlich betrachtet, sei die Frage nach dem Urheberrecht die heikelste, so Rechtsanwalt Thomas Lapp aus Frankfurt/Main. „Die grundsätzliche Frage lautet: Welche Art von Daten übertrage ich, und habe ich überhaupt die Rechte an diesen Daten?” Bereits bei einem verbreiteten Musikalbum gerate der Nutzer sehr schnell in den Bereich des Illegalen. „Schicke ich ein Album einem Freund, mache ich mich bereits strafbar und riskiere zudem, Schadensersatz bezahlen zu müssen.”
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