München/Berlin - Gebrauchtwagen nach 30 Kilometern kaputt: Verkäufer zahlt

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Gebrauchtwagen nach 30 Kilometern kaputt: Verkäufer zahlt

Von: dpa
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München/Berlin. Wenn ein Gebrauchtwagen mit einem verdeckten Schaden als intakt verkauft wird, muss der Verkäufer die Reparatur bezahlen. Dabei ist es laut einem Urteil des Amtsgerichts München egal, ob der Verkäufer Händler oder Privatmann ist.

Ausschlaggebend sei vielmehr, ob der Verkäufer von seinem Fachwissen her den Defekt hätte entdecken können, teilt der Deutsche Anwaltsverein in Berlin mit. Ist das der Fall, muss der Verkäufer die Reparatur bezahlen oder den Wagen zurücknehmen (Az.: 251 C 19326/08).

Mit dem Urteil gab der Richter einem Mann Recht, der einer Frau ein Auto abgekauft hatte. Dieses habe sich nach ihren Angaben beim Verkauf in einem „Superzustand” befunden. Doch nach weniger als 30 Kilometern blieb der Wagen liegen. Dem Richter zufolge war wegen dieser kurzen Strecke davon auszugehen, dass der Schaden bereits beim Verkauf bestanden hatte. Da der Ehemann der Vorbesitzerin Autohändler war, hätte sie von dem Defekt wissen müssen, fand das Gericht.

Obwohl die Frau im Kaufvertrag eine Gewährleistung ausgeschlossen hatte, musste sie wegen arglistiger Täuschung die Reparaturkosten von 1000 Euro übernehmen. Der Anwaltverein hält dieses Urteil jedoch für ungewöhnlich: Neun von zehn Gerichten hätten wahrscheinlich anders geurteilt, meinen die Experten.

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