Die Wohnkosten steigen

Von: Max Geißler
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Aachen. Ob Miete, Heizung oder Strom, der Wohnkostenanteil - gemessen an den privaten Konsumausgaben - klettert jedes Jahr. Bremsen kann das, wer sich Wohneigentum anschafft.

Wohnen wird in Deutschland immer teurer. Der Anteil der Wohn- und Wohnnebenkosten nimmt seit Jahrzehnten zu. Lag der Konsumanteil für das Wohnen 1992 noch bei 19,7 Prozent, waren es 2013 beachtliche 24,4 Prozent.

Dabei machen sich nicht nur die Kostensteigerungen im Bereich der Energie bemerkbar. Preistreiber waren in erster Linie die Nettokaltmieten samt Betriebskosten. Diese sind im Zeitraum von 20 Jahren um knapp 57 Prozent gestiegen. Der anhaltende Immobilienboom dürfte die Preise weiter anheizen. Gregor Schneider, Vorstandssprecher der LBS West, sieht im Wesentlichen einen Ausweg - den Immobilienkauf: Immobilienbesitzer sind gegenüber Mietern im Vorteil, denn sie sind von Mieterhöhungen nicht betroffen. Nicht nur das: Das gegenwärtig moderate Zinsniveau entlastet Bauherren. So kostet ein Baudarlehen mit zehnjähriger Laufzeit in einer Größenordnung von 200.000 Euro heute mehr als 17.000 Euro weniger an Zinsen, als das noch vor einem Jahr der Fall war. Attraktive Anbieter, wie die Sparkassen-Tochter 1822 direkt oder die Santander Bank, verlangen von ihrer Kundschaft weniger als 1,8 Prozent Zinsen. Dadurch ist ein solches Darlehen über 200.000 Euro schon ab 430 Euro im Monat zu haben.

Mehr Geld im Alter

Sobald Sie schuldenfrei sind, sinken die Wohnkosten rapide, da ab dann nur noch Nebenkosten anfallen. Wohneigentümer ab 60 Jahren wenden ohne Energie und Wasser höchstens noch zwölf Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens fürs Wohnen auf, fährt Schneider fort. Bein Mietern werden dagegen knapp 30 Prozent des Haushaltseinkommens fällig. Besonders komme der Spareffekt im Ruhestand zum Tragen, da die Renten geringer ausfallen als das letzte Monatsgehalt. Im Durchschnitt können Rentner aktuell mit 740 Euro monatlicher Rentenzahlung rechnen. Entsprechend groß ist die Entlastung für Senioren, die keine Miete zahlen müssen.

Immobilie energetisch modernisieren

Gregor Schneider hat eine weitere Idee, wie Haushalte an der Preisschraube drehen können: Steigenden Energiepreisen, die sich in den Wohnnebenkosten niederschlagen, können Haus- und Wohnungsbesitzer durch Modernisierungen begegnen. Eine bessere Dämmung, moderne Fenster oder eine effiziente Heizungsanlage lassen den Energieverbrauch um bis zu drei Viertel reduzieren. Dies führt dazu, dass Eigentümer mehrere Tausend Euro im Jahr sparen. Eine energetische Erneuerung ist derzeit günstig. Die staatliche KfW-Förderbank bezuschusst einzelne Modernisierungsmaßnahmen mit bis zu 5.000 Euro. Außerdem gibt es für komplette energetische Sanierungen bis zu 18.750 Euro an Fördermitteln und Kredite zu einem Zinssatz von nur einem Prozent Zinsen.

Tipp:

Die staatlichen Mittel decken meist nur einen Teil der Kosten ab. Für die Finanzierung sind derzeit kostengünstige Modernisierungskredite geeignet. Immobilieneigentümer können sich solche Darlehen für weniger als zwei Prozent Zinsen sichern.

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