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Börse oder Bank: Was ist billiger?

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Beim Fondskauf sollte man Gebühren gering halten, denn sie schmälern den Ertrag. Zwei Wege sind möglich: Bankkauf oder Börsenorder. Was ist günstiger?

Kunden der ING-Diba handeln aktiv gemanagte Investmentfonds bereits zu 30 Prozent über die Börse, informiert Pressesprecher Alexander Baumgart. Bei Comdirect sind es mit zehn Prozent zwar weniger. Bezieht man die ausschließlich börsengehandelten Indexfonds (ETF) mit ein, verschiebt sich das Verhältnis jedoch auf 50 zu 50, erklärt Christiane Krämer.

Bringt der Börsenkauf Vorteile? Nicht immer, so unsere Recherche. Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Beim Fondskauf über die Bank zahlen Anleger in der Regel einen Ausgabeaufschlag, dieser kann bis zu sechs Prozent vom Kurswert betragen. Beim Fondskauf über die Börse fallen Börsenspesen sowie die Orderprovision der Bank an.

Je nach Fonds und Bank summieren sich die Kosten auf bis zu 1,5 Prozent. Damit liegen sie häufig günstiger als der Fondskauf mit Ausgabeaufschlag. Fondsanteile im Wert von 10.000 Euro können demnach über die Börse bis zu 150 Euro kosten, beim Kauf über die Bank fallen dagegen bis zu 600 Euro an. Die Rechnung kann aber auch anders ausfallen.

Fondskauf über die Bank

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Bank Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gewährt. Viele Banken räumen Preisnachlässe ein, um den Fondskauf anzukurbeln. Halbiert sich der Ausgabeaufschlag zum Beispiel von fünf auf 2,5 Prozent, muss der Anleger bei einer 10.000-Euro-Order statt 500 nur noch 250 Euro bezahlen. Bietet ein Fonds 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, so ist der Fondskauf über die Bank kostenlos -; dies ist in jedem Fall der günstigste Weg Fondsanteile zu erwerben.

Wichtig: Käufer sollten den Ausgabeaufschlag eines Fonds genau vergleichen, denn er schwankt von Bank zu Bank. Unser Fondskaufrechner zeigt die Unterschiede. Beispiel Pioneer Investments German Equity: Dieser deutsche Aktienfonds kostet normalerweise fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Aktuell verzichten aber Comdirect, Cortal Consors und ING-Diba komplett auf Verkaufsgebühren.

Bei 1822 Direkt, DAB Bank und Postbank sind hingegen 2,5 Prozent Ausgabeaufschlag fällig - eine 10.000-Euro-Order kostet dort 250 Euro. Wichtig: Die Rabatte schwanken von Fonds zu Fonds. So verzichtet die ING-Diba zum Beispiel beim britischen Deutschlandfonds Baring German Growth Trust wiederum komplett auf den Verkaufsaufschlag, Comdirect und Cortal Consors berechnen hingegen 2,5 Prozent. 1822 Direkt verlangt mit 5,0 Prozent sogar die volle Verkaufsgebühr.

Fondskauf an der Börse

Beim Fondskauf über die Börse gibt es keinen Ausgabeaufschlag, dafür fallen die Orderprovision der Bank und Börsenkosten an. Direktbanken berechnen je nach Orderhöhe zwischen zehn und 50 Euro für einen Auftrag, dazu addieren sich die minimale Händlercourtage des Börsenmaklers von 0,08 Prozent sowie die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs.

Bei Deutschland- und Europafonds beträgt dieser Spread bis zu 1,0 Prozent vom Kurswert, bei global anlegenden Fonds oder Mischfonds fallen maximal 1,5 Prozent an. In der Praxis ist der Spread aber meist niedriger. Beispiel DWS Deutschland: Die Börse Hamburg errechnet für diesen Fonds aktuell einen Spread von 0,4 Prozent. Inklusive 0,08 Prozent Händlercourtage kostet eine 10.000-Euro-Order also 48 Euro Börsengeld.

Zusätzlich berechnet die Depotbank eine Orderprovision. Die Kosten richten sich nach der Höhe der Ordersumme und einer prozentualen Kursgebühr, meist 0,25 Prozent vom Kurswert. Außerdem fällt Grundgebühr sowie ein bis zwei Euro Börsenplatzgebühr an. Manche Institute rechnen auch mit einer feststehenden Gebührenstaffel. Einzelne Banken berechnen den Fondskauf nach Flatfees. Die folgende Übersicht zeigt die Gebührensätze.

Kostenvorteile bei Fondskauf mit Flatfee

Die Auflistung zeigt, dass Banken mit festen Flatfees sowohl bei kleiner als auch bei größerer Fondsorder sehr kostengünstig im Börsenkauf sind. Bei Instituten mit kursabhängigen Gebühren oder mit fester Gebührenstaffel zeigt sich kein einheitliches Bild. Je nach Gebührenmodell ist mal das eine, mal das andere Bankhaus preiswerter. Hier kommen Fondskäufer um einen individuellen Kostencheck nicht herum. In der Tendenz haben bei niedrigen Orderhöhen Banken mit fester Gebührenstaffel leicht die Nase vorn.

Fazit: Börsenkauf hat häufig die Nase vorn

Für unseren Beispielfall bedeutet dies: Eine 10.000-Euro-Order an der Börse Hamburg kostet zusätzlich zu den 48 Euro Börsenspesen weitere zehn Euro bei der DKB Bank und bis zu 31,45 Euro bei der DAB Bank. Minimum entstehen also Kosten von rund 60 bis 80 Euro. Das heißt: Der Fondskauf über die Börse (10.000-Euro-Order) ist bis zu einem Ausgabeaufschlag von 1,0 Prozent preiswerter als der Kauf über die Bank. Nur bei 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag wäre der Fondskauf über die Bank günstiger.

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