Aachen - Biallos Ratgeber Zahnzusatzversicherung: Policen von der Stange gibt es nicht

Biallos Ratgeber Zahnzusatzversicherung: Policen von der Stange gibt es nicht

Von: Annette Jäger und Horst Biallo
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ein Besuch beim Zahnarzt, der keine Kosten nach sich zieht - das gibt es fast nicht. Eine professionelle Zahnreinigung wird in der Regel immer empfohlen. Kostenpunkt: zwischen 50 und 100 Euro. Wird noch ein Röntgenbild angefertigt, weiß man spätestens was Sache ist: Eine Kunststofffüllung hier (120 Euro), ein Inlay dort (350 Euro) und später kann mal eine Krone, Brücke oder gar ein Implantat (mehrere Tausend Euro) dazu kommen.

Die Krankenkasse beteiligt sich vor allem an Zahnersatzkosten nur noch gering - insbesondere bei hochwertiger Versorgung. Wer darauf Wert legt, benötigt eine Zahnzusatzversicherung.

Was ist versichert? „Zahnzusatzpolicen von der Stange gibt es nicht”, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Die meisten Policen konzentrieren sich auf die Erstattung von Zahnersatz, weil hier das größte Kostenrisiko für die Versicherten lauert. Die einen erstatten Brücken, Kronen und Prothesen. Andere schließen auch Implantate, Inlays und Kunststofffüllungen mit ein.

Aber die Anzahl ist oft begrenzt. Zusätzlich leisten manche Versicherer auch bei Zahnbehandlungen und erstatten professionelle Zahnreinigungen, Wurzel- und Parodontosebehandlungen. Das schlägt sich allerdings deutlich im Preis nieder. Nützlich ist, Rat über sinnvolle Absicherungen beim Zahnarzt einzuholen.

Leistungen: „Es gibt keine Police, die die Kosten komplett erstattet”, sagt Rudnik. Günstig ist, wenn die Police Prozentsätze des Gesamtrechnungsbetrags erstattet. 70 bis 80 Prozent sprechen für einen leistungsstarken Tarif. Manche Versicherer deckeln ihre Leistungen durch einen Höchstbetrag im Jahr. Das betrifft beispielsweise auch Leistungen bei Zahnbehandlungen. Wichtig ist, dass der Tarif auch privatärztliche Behandlungen abdeckt.

Einstieg: Zu spät für eine Police ist es dann, wenn man bereits eine Baustelle im Mund hat, die der Zahnarzt bearbeitet. Denn im Antrag muss man den Gesundheitszustand des Gebisses angeben. Dabei sollte man keinesfalls etwas verschweigen. Sonst bleibt man im Leistungsfall auf den gesamten Kosten sitzen.

Kosten: Zwischen 20 und 25 Euro muss man im Alter zwischen 30 und 40 Jahren für eine gute Police ausgeben (z.B. Hanse Merkur, Central, Signal, Huk). „Es kommt einzig auf das Preis-Leistungsverhältnis an”, sagt Versicherungsexperte Rudnik. Und das muss man ganz genau vergleichen. Während ein Versicherer Inlays ausschließt, sind sie beim anderen zum selben Preis im Tarif enthalten.

Wartezeiten: Unmittelbar nach dem Vertragsabschluss das Gebiss sanieren lassen - das funktioniert nicht. Es gelten Wartezeiten, bis die volle Leistung abrufbar ist. Günstig ist eine pauschale Wartezeit von acht Monaten. Andere staffeln ihre Leistungen in den ersten Jahren. Auch hier sind die Unterscheide immens, von 1000 Euro in den ersten vier Jahren (Ergo Direkt, Tarif ZAB) bis hin zu 4000 Euro (Barmenia, Tarif ZGplus). Der Versicherer sollte auf sein ordentliches Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren verzichten.

Beitragsentwicklung: Auf eine Beitragssteigerung von drei bis fünf Prozent im Jahr muss man sich einstellen. Manche Tarife sehen auch Kostensprünge vor, wenn man eine bestimmte Altersstufe erreicht hat. Wer bereits eine Police hat und sich über steigende Beiträge ärgert, sollte nachfragen, ob der Versicherer nicht inzwischen einen neuen, günstigeren Tarif mit vergleichbaren Leistungen anbietet. Dann darf man wechseln.
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