Biallos Ratgeber: Wo Versicherungsschutz für Kinder sinnvoll ist

Von: Annette Jäger
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Aachen. Für Kinder gilt beim Thema Versicherungsschutz dieselbe Faustregel, wie für alle andere Lebensbereiche: existenzielle Risiken sollten abgesichert sein. Dabei steht die Gesundheit an erster Stelle. Auf diese Policen kommt es an – von der Geburt bis zur Ausbildung.

Policen ab dem ersten Tag: Ab dem ersten Lebenstag ist eine Kinderinvaliditätsversicherung ratsam. Sie sichert das finanzielle Risiko einer dauerhaften Invalidität durch Krankheit und Unfall ab. Die Police garantiert im Ernstfall eine lebenslange Rente, kostet aber ihren Preis – ab 30 Euro im Monat. „Eine günstigere Alternative kann eine Unfallpolice sein, die wenigstens das Risiko Unfall absichert“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Hier sollte man auf eine Versicherungssumme ab 200.000 Euro setzen. Diese Policen gibt es schon für unter zehn Euro im Monat.

Als sinnvolles Extra wird man eine private Krankenzusatzversicherung für den stationären Aufenthalt wertschätzen, falls das Kind mal ins Krankenhaus muss. „Der wichtigste Aspekt ist die freie Krankenhauswahl, die Kassenpatienten nicht automatisch zusteht“, sagt Boss. Policen gibt es ebenfalls für unter zehn Euro pro Monat.

Policen für die Eltern: Auch die Eltern sollten ihren Versicherungsschutz aufstocken. Vor allem gilt es, das eigene Leben finanziell abzusichern – am besten mit einer günstigen Risikolebensversicherung, rät die Versicherungsexpertin. Kommt ein Elternteil zu Tode, wird eine Versicherungssumme ausgezahlt, die garantiert, dass die Hinterbliebenen nicht in finanzielle Bedrängnis geraten.

In einer privaten Haftpflichtpolice, die ausnahmslos jeder benötigt, sind Kinder automatisch mitversichert. „Wer als Single Nachwuchs bekommt, muss auf eine Familienpolice umstellen“, erinnert Boss. Es lohnt sich, Leistung bei Schäden durch Kinder unter sieben Jahren in den Schutz zu integrieren. Bis zu diesem Alter gelten sie nämlich als deliktunfähig - bei Schäden gibt es keine Leistung. Gesetzlich wäre man auch nicht gezwungen, Schäden zu bezahlen, oft fühlt man sich jedoch moralisch verpflichtet. Auch beim Auslandskrankenschutz sollte man auf eine Familienpolice umstellen. Der garantiert den wichtigen Rücktransport im Krankheitsfall, wenn die Familie auf Reisen geht.

Policen für Jugendliche: Spätestens ab dem 16. Lebensjahr lohnt es sich, eine Berufsunfähigkeitspolice abzuschließen. „Wer jetzt schon einsteigt, kann langfristig von niedrigeren Beiträgen profitieren“, sagt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Manche Police gibt es schon für Schüler ab zehn Jahren. Ein Schüler bekäme seine Rente bereits, wenn er wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr die Schulbank drücken kann. Policen kosten zwischen knapp über 40 und 70 Euro im Monat. „Legt der Teenager ein Auslandsjahr ein, benötigt er eine spezielle Auslandskrankenversicherung für Langzeitaufenthalte“, betont Grieble. Sie kostet zwischen 350 und 450 Euro im Jahr.

Policen für Azubis und Studenten: Studenten benötigen erst ab dem 25. Geburtstag eine eigene Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse. Auszubildende benötigen sie gleich mit Beginn der Ausbildung. Erst nach der ersten Ausbildung benötigen volljährige Kinder in der Regel eine eigene private Haftpflichtpolice. Aber aufpassen: Manche Unternehmen haben unterschiedliche Regelungen, wie lange die Familienpolice gilt. „Am besten fragt man bei der Versicherung nach und bittet um schriftliche Antwort, dann hat man es schwarz auf weiß“, rät Boss. Auf eine Hausratpolice kann man in der ersten eigenen Bude getrost verzichten, rät die Versicherungsexpertin. Das Mobiliar ist in der Regel nicht so kostbar, als dass ein Verlust nicht zu verschmerzen wäre.

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