Biallos Ratgeber: Wie man mit seinem Erbe Gutes tun kann

Von: Helga Riedel
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Aachen. Der Gesellschaft etwas zurückgeben oder eine Herzensangelegenheit unterstützen – es gibt viele gute Gründe, einen Teil seines Vermögens für karitative Zwecke zu reservieren. Bis zum Ende des Jahrzehnts werden laut Deutschem Institut für Altersvorsorge hierzulande 2,6 Billionen Euro vererbt.

Gemeinnützige Organisationen würden von diesem Kuchen gerne ein Stückchen abbekommen. Einige von ihnen, darunter Ärzte ohne Grenzen und Greenpeace, haben sich dafür in der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ zusammengeschlossen und betreiben nun Aufklärungsarbeit. Denn während 35 Prozent der Deutschen jährlich etwa sieben Milliarden Euro spenden, kann sich laut der GfK-Umfrage „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ nur jeder zehnte über 60 Jahre vorstellen, eine Non-Profit-Organisation im Testament zu bedenken. Jeder fünfte kennt nicht einmal die Möglichkeit.

Vererben oder vermachen: Von den rund 620.000 gemeinnützigen Organisationen in Deutschland brauchen viele für ihre Arbeit Spenden. Warum also nicht eine Initiative, der man sich verbunden fühlt, im Testament bedenken? Dabei muss man auf den Unterschied zwischen vererben und vermachen achten. Während der Erbe als Rechtsnachfolger auch alle Verpflichtungen übernimmt, kann ein Vermächtnis – ohne Notar im handschriftlichen Testament – jemanden mit einem Teil des Vermögens bedenken. Bei gemeinnützigen Organisationen kommt das zu 100 Prozent an, da sie von der Erbschaftssteuer befreit sind. Gibt es keine gesetzlichen Erben, kann man auch sein gesamtes Vermögen einem guten Zweck zukommen lassen.

Organisation finden: Die Auswahl ist praktisch unbegrenzt. Ob man den künstlerischen Nachwuchs, die Erforschung einer seltenen Krankheit oder die Bergwacht fördern möchte – es gibt in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens unterstützenswerte Projekte. Die Suche danach gelingt am einfachsten über das Internet. Hilfreich bei der Wahl kann es sein, sich zu fragen: Was ist mir besonders wichtig? Welche Ereignisse waren in meinem Leben prägend? Was wünsche ich mir für eine lebenswerte Zukunft?

Vertrauenswürdigkeit prüfen: Um sicher zu sein, dass die posthume Spende in gute Hände gelangt, sollte man die in Frage kommende Organisation genau unter die Lupe nehmen. In Deutschland ist für Genehmigung und Kontrolle von Gemeinnützigkeit das Finanzamt zuständig. Doch wie die vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) 2008 aufgedeckten Unregelmäßigkeiten bei Unicef zeigen, garantiert das nicht unbedingt den verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern. Einen ersten Hinweis auf die Vertrauenswürdigkeit gibt die Transparenz. Größere Organisationen sollten jährlich einen Geschäftsbericht veröffentlichen, aus dem die genaue Mittelverwendung hervorgeht. Für Werbe- und Verwaltungskosten sind laut DZI zehn bis zwanzig Prozent des Etats angemessen, 35 Prozent gerade noch tolerierbar. Weitere Hinweise geben Spendensiegel und Mitgliedschaften in Vereinigungen mit besonderen Verpflichtungen. Die wichtigsten sind: DZI-Spendensiegel, Phineo Wirkt-Siegel, Zertifikat des TÜV Thüringen, Mitglied des Deutschen Spendenrats, Mitglied von Venro (Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen)

Bei kleinen Vereinen und Initiativen vor Ort, die in der Regel weder über Siegel noch Geschäftsberichte verfügen, sollte man über Heimatzeitung, Gemeindeverwaltung oder Kontakt zu Mitgliedern versuchen, möglichst viele Informationen über deren Arbeit zu bekommen. Denn eine gemeinnützige Organisation im Testament zu bedenken, sollte immer mit einem wirklich guten Gefühl verbunden sein.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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