Biallos Ratgeber: Vorfahrt für Fonds und Fördergelder

Von: Max Geißler
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Aachen. Beim Berufsstart bereits ans Alter denken? Aber sicher! Schließlich wird die gesetzliche Rente dereinst kaum mehr als 40 Prozent des heutigen Nettolohns ausmachen. Die junge Generation kann sich nicht mehr allein auf den Staat verlassen. Sie muss privat vorsorgen, will sie im Alter nicht auf den gewohnten Lebensstandard verzichten. Doch wie geht das?

Altersbedarf ermitteln: Berufseinsteiger erhalten noch keine Renteninformation. Um die spätere Rentenhöhe abzuschätzen, hilft ein Gehaltsvergleich. Dazu setzt man sein Einkommen in Relation zum bundesweiten Durchschnittslohn von 34.071 Euro brutto. Mit diesem Jahresgehalt erzielt man im Westen derzeit jährlich einen Rentenanspruch von 28,14 Euro – bei abweichendem Gehalt entsprechend mehr oder weniger. „Arbeitet ein 25-Jähriger 42 Jahre zum Durchschnittsgehalt, käme er auf eine Monatsrente von rund 1182 Euro – abzüglich Steuern und Sozialabgaben“, rechnet Silke Barth von Cosmos Direkt vor. Vergleicht man den Rentenanspruch mit dem aktuellen Nettolohn, zeigt sich die Versorgungslücke im Alter. Sie gilt es zu schließen.

Szenario für 25-Jährige: Für Berufseinsteiger mit langer Ansparphase eignen sich Aktienfonds. Sie sind flexibel, weniger riskant als Einzelaktien und erzielen höchste Erträge. Laut Fondsverband BVI wuchsen deutsche Aktienfonds in den letzten zehn Jahren um 8,7 Prozent pro Jahr. „Idealerweise investieren Berufseinsteiger über Sparpläne in zwei bis drei Aktienfonds, bevorzugt in die Regionen Westeuropa, Nordamerika und Emerging Markets“, sagt Uwe Eilers, Chef der Geneon Vermögensmanagement AG. Neben breiter Aktienstreuung und langer Spardauer sorgen Dividendenausschüttungen für gute Rendite. Dazu empfehlen sich Dividendenfonds, „denn diese kombinieren Renditechancen mit regelmäßigem Aktieneinkommen“, betont Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Ertragsfördernd wirken zudem Sparpläne mit reduziertem Ausgabeaufschlag, wie sie Comdirect, Cortal-Consors oder DAB Bank anbieten. Dank geringer Kosten kommen Sparer schneller in die Gewinnzone. Pfiffige Arbeitnehmer beteiligen den Staat an ihrer Privatrente. Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mindert Steuern und Sozialabgaben, zudem spendiert mancher Chef vermögenswirksame Leistungen. Häufigste Form der Betriebsrente ist die Direktversicherung. Eilers rät auch hier zu fondsgebundene Policen, damit Renditechancen gewahrt bleiben. Wichtig für den Erfolg seien gute Aktienfonds und niedrige Policengebühren, wie sie Direktversicherungen anbieten.

Szenario für 35-Jährige: Mit steigendem Alter und Einkommen werden Vorsorgestrategien differenzierter. Häufig ergänzt der Eigenheimwunsch die Rentenpläne. „Damit Börseneinbrüche den Immobilientraum nicht aushöhlen, sollte man die Risikostruktur seiner Anlagen verändern und die Aktienquote zu Gunsten der Rentenquote verringern“, rät Eilers. Eltern nutzen außerdem staatliche Förderung. Im Rahmen der Riester-Rente drücken Grund- und Kinderzulagen sowie Steuervorteile den geforderten Eigenaufwand um bis zu 90 Prozent. „Riester lohnt vor allem für Familien mit Kindern und Gutverdiener“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wer 32 Jahre lang 133 Euro in Riesterfonds einzahlt, der kann bei konservativer Rendite von vier Prozent mit einer Anfangsrente von gut 300 Euro rechnen, etwa bei Allianz, Alte Leipziger, HDI und Stuttgarter Versicherung. Auch Selbstständige erhalten staatliche Förderung. Im Rahmen der Basis- oder Rürup-Rente erkennt das Finanzamt 2013 Einzahlungen bis zu 15.200 Euro als Sonderausgabe an. Eilers Tipp: „Statt starrer Monatsraten empfehlen sich – je nach Geschäftsgewinn – flexible Einmalzahlungen am Jahresende.“

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