Aachen - Biallos Ratgeber: Vor der Versicherung sind bald alle gleich

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Biallos Ratgeber: Vor der Versicherung sind bald alle gleich

Von: Fritz Himmel
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Der kleine Unterschied zwische
Der kleine Unterschied zwischen Mann und Frau spielt vor dem Versicherer bald keine Rolle mehr: Neuverträge dürfen sich nicht mehr nach dem Geschlecht richten. Foto: dpa

Aachen. Unisex-Tarife für Neuverträge bei Versicherungen sind ab 21. Dezember 2012 gesetzliche Pflicht. Von diesem Zeitpunkt an zahlen Männer und Frauen für dieselben Leistungen immer identische Prämien. In der Versicherungsrealität sind Männer und Frauen mit unterschiedlichen Risiken behaftet.

Für ein geringeres Risiko konnten die Assekuranzen den Kunden auch eine niedrigere Prämie in Rechnung stellen. Doch damit ist nun Schluss.

Aus Kundensicht werden die Beiträge im Durchschnitt teurer. Ein Grund: Die Versicherer wissen nicht, wie viele Frauen und wie viele Männer künftig einen bestimmten Tarif wählen. Ohne Erfahrungswerte für Unisex-Tarife müssen sie schätzen und dabei vorsichtig kalkulieren. Deshalb nehmen sie lieber einen Sicherheitszuschlag. Trotzdem wird es - je nach Einzelfall - sowohl Gewinner als auch Verlierer geben.

Mehrere Versicherer wie Axa, Canada Life, Gerling oder Cosmos Direkt bieten eine Unisex-Wechselgarantie oder eine Umtausch-Option an. Wer sich jetzt absichert und es stellt sich heraus, dass die Unisex-Tarife ab 2013 günstiger sind, kann innerhalb bestimmter Zeiträume wechseln. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten warnt allerdings davor, „sich jetzt schnell für einen Vertrag zu entscheiden, für den man sich vorher nicht entschieden hätte”.

Risikolebensversicherung:

Bei Neuverträgen zahlen Frauen künftig mehr und Männer weniger. Laut ersten Rückmeldungen der Assekuranzen kann die Umstellung bei Frauen zu Beitragssteigerungen zwischen 16 und 55 Prozent führen.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

Wer von den aktuell gültigen Tarifen profitiert oder ob eine Unisex-Berufsunfähigkeitsversicherung vorteilhafter ist, hängt stark von der Berufstätigkeit und dem damit verbundenen Risikofaktor sowie dem Geschlecht ab. Stichproben zeigen: Für Männer kann es zwischen zwei und 35 Prozent teurer kommen, für Frauen nur um ein bis fünf Prozent günstiger.

Private Rentenversicherung:

Da Frauen laut Statistik länger leben als Männer, ist eine Rentenversicherung für sie zurzeit deutlich teurer als für Männer.

Für Frauen wird es etwas billiger (etwa vier Prozent). Aber Männer zahlen generell rund zehn Prozent mehr. „Jetzt eine bestehende private Rentenversicherung zu kündigen und eine neue abzuschließen, wird sich in den meisten Fällen jedoch nicht lohnen”, sagt Theodor Pischke von der Stiftung Warentest.

Der Grund: Meistens sind die hohen Abschlusskosten schon bezahlt und der Garantiezins lag vor Jahren deutlich über dem jetzigen von 1,75 Prozent. Männer sind gut beraten, einen Vertrag noch vor dem 21. Dezember abzuschließen, da mit der Umstellung unter anderem die höhere Lebenserwartung der Frauen in die Tarife einberechnet wird. Als Konsequenz verringert sich beispielsweise die garantierte Rente.

Private Krankenversicherung:

Bisher mussten Frauen höhere Beiträge zahlen - manchmal sogar das Doppelte im Vergleich zu Männern für die gleichen Leistungen im gleichen Tarif. Durch die Unisex-Tarife dürften sich die Beiträge angleichen - aber leider nicht in der Mitte treffen. Trends zeigen: Die Beiträge für Frauen sinken eher mäßig, die der Männer steigen stark an. Junge Männer müssen mit Steigerungen von durchschnittlich 25 Prozent rechnen, für Versicherte Mitte 40 sind es etwa elf Prozent. Frauen dürften nur maximal fünf Prozent einsparen.

Kfz-Versicherung:

Für junge Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren wird es geringfügig billiger, für gleichaltrige Frauen deutlich teurer. Junge Frauen sollten sich daher noch vor der Unisex-Einführung einen günstigen Versicherer suchen.

Altverträge:

Grundsätzlich besteht Bestandsschutz. Doch wer nach dem 20. Dezember Änderungen möchte, könnte plötzlich in einem Unisex-Tarif landen. Wichtige Änderungen daher besser noch vor der Unisex-Umstellung angehen.
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