Biallos Ratgeber: Risiken müssen völlig neu bewertet werden

Von: Annette Jäger und Horst Biallo
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Schrecksekunde: Wenn der Kelle
Schrecksekunde: Wenn der Keller unter Wasser steht, hilft die Feuerwehr - und eine gute Versicherung.. Foto: Stock/Bild13

Aachen. Während Experten noch darum streiten, ob unsere Wetterkapriolen Folgen des Klimawandels sind oder nicht, haben Hauseigentümer die unbestreitbaren Fakten vor Augen: Neuerdings ist der Keller ihres Einfamilienhauses nach starken Regenfällen überschwemmt. Das war vor einigen Jahren noch nicht so.

„Vor zehn Jahren haben wir die Wichtigkeit einer Elementarschadenversicherung noch kritisch gesehen. Heute raten wir jedem Hausbesitzer dazu, eine abzuschließen”, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.

Bei der Wohngebäudeversicherung, in der die Elementarschadenpolice einen Baustein darstellt, hat sich ein eklatanter Wandel ergeben. „Immer häufiger überfluten Regionen, die bislang verschont blieben”, bestätigt Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Manche Risiken müssen völlig neu bewertet werden.

Was ist abgesichert? Eine Wohngebäudeversicherung für Haus- und Wohnungseigentümer sichert das Gebäude in seinen festen Bestandteilen ab: Schäden am Dach, an den Wänden, am Boden, den Decken, an Fenstern oder Türen werden übernommen. Die Police ersetzt die Reparatur- oder Wiederaufbaukosten. Sie besteht aus verschiedenen Elementen: Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser sind normalerweise abgesichert. Eine zusätzliche Elementarschadenversicherung leistet bei Naturkatastrophen.

Was leistet eine Elementarschadenversicherung? Allein in den vergangenen drei Jahren haben die Versicherer 240 Millionen Euro für Elementarschäden beispielsweise durch Starkregen und Überschwemmungen an ihre Kunden bezahlt, belegen aktuelle Zahlen des Verbands. Die Police deckt Schäden ab, die durch Hochwasser, Überschwemmung (auch durch Starkregen), Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck und Lawinen entstehen. Leider gibt es sie nur im Paket, die Risiken lassen sich nicht einzeln versichern. Die Krux: „Jene, die in besonders gefährdeten Gebieten leben, erhalten keine Police”, sagt Rudnik. Auch wer in einer offiziell risikofreien Zone lebt, hat kaum Chancen, eine Police zu erhalten, wenn er in den letzten zehn Jahren einen Elementarschaden gemeldet hat.

Auf welche Extras kommt es an? Die Absicherung der groben Fahrlässigkeit ist eines der wichtigsten Extras einer Police. Klassisches Beispiel: Der Adventskranz, der unbeobachtet ist und einen Brand auslöst. Schließt die Versicherung die grobe Fahrlässigkeit aus, geht der Versicherungsnehmer in diesem Fall leer aus. „Auch die Leistungshöhe darf keinesfalls limitiert sein”, sagt Rudnik. Das ist in den Policen häufig bei Überspannungsschäden durch Blitzschlag der Fall. Und natürlich sind in der Police Risikoausschlüsse zu vermeiden. Überschwemmungs- und Hochwasserabsicherung im Elementarschadenschutz sind ein Muss.

Welche Police ist die richtige? Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in einem Münchner Vorort ist gegen Feuer, Leitungswasser- und Sturmschäden mit einer guten Police, die viele der empfohlenen Extras absichert, schon für 318 Euro im Jahr zu versichern (Gothaer), die Axa verlangt 327 Euro, die VHV Allgemeine 361 Euro. „Für einen zusätzlichen Elementarschadenschutz kommt noch mal rund ein Drittel der Beiträge hinzu”, sagt Rudnik. Ein vergleichbares Haus kostet in einem Kölner Vorort 506 Euro (Gothaer), 511 Euro (Axa) und 572 Euro (VHV). Im Kasseler Vorort fallen 426 Euro (Axa), 427 Euro (Gothaer) bzw. 534 Euro (VHV) an. Wohngebäudepolicen variieren sowohl im Preis als auch in der Leistung erheblich. Der teuerste Anbieter verlangt im Vergleich zum günstigsten dreimal so viel an Prämie. Im Basisschutz sind die wichtigen Extras oft nicht enthalten.
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