Aachen - Biallos Ratgeber: Richtige Planung gegen die Pflegefalle

Biallos Ratgeber: Richtige Planung gegen die Pflegefalle

Von: Annette Jäger
Letzte Aktualisierung:
Pflegefall
Mit der richtigen finanziellen Planung kann man sich vor der Pflegefalle absichern. Symbolfoto: dpa

Aachen. Rechtzeitig planen, solange man fit ist – so heißt die Devise in Sachen Pflegefall. Dann hat man alle Optionen offen. Die richtige Betreuungsform zu finden und die Finanzierung sicherzustellen, stehen im Fokus.

Pflegeheim: Wer weder auf Angehörige noch Freunde zurückgreifen kann, die bei der Pflege unterstützen, ist in einem Pflegeheim gut aufgehoben. Diese Betreuungsvariante empfiehlt sich auch, wenn man rund um die Uhr Hilfe benötigt, oder wenn man eine fortschreitende Demenzerkrankung hat. Inzwischen gibt es auch innerhalb eines Heimes Alternativen: Stationäre Hausgemeinschaften ermöglichen Leben in kleinen autonomen Gemeinschaften innerhalb eines Heimkomplexes.

Wohngruppen: „Für Menschen mit Demenzerkrankungen setzen sich Wohngruppen immer mehr durch“, sagt Heike Nordmann vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. In Deutschland gibt es etwa 1400 solcher Einrichtungen. Hier verfügt jeder Bewohner über ein eigenes Zimmer, zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume. Meist leben acht bis zwölf Pflegebedürftige in einer Gruppe zusammen. Betreuungskräfte und Haushaltshilfen unterstützen die Bewohner sowie ein ambulanter Pflegedienst. Art und Umfang der Hilfe bestimmen Bewohner und Angehörige.

Verträge: Im Pflegeheim greift das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG). Somit gibt es feste vertragliche Vorgaben für Kündigungsfristen und die Erhöhung des Heimentgelts. Doch es gibt strittige Punkte. „Einige Heimbetreiber verlangen die Übernahme von Renovierungskosten, was nicht zulässig ist“, sagt Nordmann. Auch sollten Angehörige nur dann Verträge unterschreiben, wenn sie Bevollmächtigter sind oder gerichtlich bestellter Betreuer, rät sie.

Im schlimmsten Fall müssten sie als Vertragspartner sonst die Kosten tragen. Ambulant betreute Wohngruppen fallen meist nicht unter das Heimgesetz und unterliegen keiner besonderen Kontrolle. Verträge werden individuell gestaltet. Eine Checkliste findet sich unter www.wg-qualitaet.de.

Finanzielle Zuschüsse: „Die gesetzliche Pflegekasse ist eine Teilkaskoversicherung“, sagt Brigitte Mayer von der Verbraucherzentrale Hessen. Bei einem Heimaufenthalt übernimmt sie nur die Kosten anteilig, die für die Pflege anfallen. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten muss man aus eigener Tasche begleichen. Ein Heimplatz kostet ab 2500 Euro aufwärts in Pflegestufe I – 1023 Euro im Monat erhält man aus der Pflegekasse.

Wer als Demenzpatient in einer Wohngruppe lebt, kann Pflegegeld (ab 305 Euro im Monat) oder bei Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst auch Pflegesachleistungen (ab 665 Euro im Monat) in Anspruch nehmen. Außerdem gibt es einen Wohngruppenzuschlag von 200 Euro im Monat, plus 1550 Euro im Jahr für die sogenannte „Verhinderung der üblichen Pflegeperson.“ Zudem gibt es weitere 100 bis 200 Euro im Monat für Betreuungsleistungen.

Private Vorsorge: Möchte man das private Vermögen nicht zur Finanzierung der Pflege verwenden, kann man auf private Pflegetagegeld- oder Pflegerentenpolicen setzen, die einen Teil der Restkosten begleichen. Die Rentenvariante kostet zwar satte Beiträge (ab 65 Euro im Monat für einen 50-Jährigen bei 1000 Euro Garantieleistung in Pflegestufe III), dafür sind diese über die Laufzeit stabil. „In der Tagegeldversicherung muss man mit Preiserhöhungen rechnen“, betont Mayer.

Dafür seien die Beiträge erst mal geringer (ab etwa 40 Euro im Monat für ein Tagegeld von 50 Euro in Stufe III). Nur neuere Tarife leisten auch bei Demenz. „Wichtig ist, dass die Leistung bei ambulanter sowie stationärer Pflege gewährt wird, eine Beitragsfreiheit mit Eintritt der Pflegebedürftigkeit gilt sowie eine Dynamik der Leistung im Schadensfall.“

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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