Biallos Ratgeber: Preisvergleich bei den Depotkosten lohnt sich

Von: Max Geissler
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Aachen. Weil die Sparzinsen im Keller sind, interessieren sich Geldanleger wieder zunehmend für Aktien und Fonds. Hohe Kosten für Depot und Order können dabei die Rendite schmälern. Durch einen Preisvergleich lassen sich mehrere hundert Euro sparen.

Depots zum Nulltarif: Auf der Suche nach einem preiswerten Wertpapierdepot sollte man um Direktbanken keinen Bogen machen. Denn Institute wie Cortal-Consors, DKB Bank oder ING-Diba verzichten generell auf Depotführungsgebühren, Comdirect immerhin drei Jahre lang. „Das Depot bleibt auch danach kostenfrei, wenn man einen Fondssparplan betreibt, zweimal pro Quartal tradet oder unser kostenloses Girokonto nutzt“, sagt Christiane Krämer von Comdirect. Auch andere Direktbanken verzichten unter ähnlichen Bedingungen auf Depotentgelte, etwa 1822direkt, Netbank und die Sparkassentochter S-Broker.

Licht und Schatten bei Filialbanken: Die Depotführung in der Bankfiliale ist teurer. Genossenschaftsbanken erheben meist moderate Jahrespauschalen. So berechnet die Sparda Bank West für ihr Onlinedepot 11,90 Euro, die PSD Bank Hessen Thüringen 25 Euro und die PSD Bank Köln 29,75 Euro. Bei Sparkassen und Großbanken sind die Gebühren dagegen volumenabhängig. Die Berliner Sparkasse verlangt zum Beispiel 0,15 Prozent vom Depotwert, hauseigene Fonds kosten 0,12 Prozent. Ein Depotstand von 50.000 Euro verursacht demnach Kosten von bis zu 75 Euro im Jahr. Die Commerzbank berechnet 0,175 Prozent, der gleiche Depotwert kostet dort 87,50 Euro.

Orderkosten: Ein weiterer Kostenfaktor beim Wertpapiersparen sind die Transaktionsgebühren. Direktbanken multiplizieren hierzu die Ordersumme mit einem Prozentsatz, meist 0,25 Prozent. Hinzu addieren sich ein bis zwei Euro Börsenplatzgebühr. Für eine 2000-Euro-Order wären demnach sechs bis sieben Euro fällig, für eine Order über 10 000 Euro zwischen 25 und 30 Euro. Wermutstropfen: Fast alle Direktbanken erheben Mindestgebühren, in der Regel zwischen neun und zehn Euro. Tipp: Bei Comdirect kosten Kleinorders in den ersten sechs Monaten nur 4,95 Euro. Der Aktienkauf in der Bankfiliale ist deutlich teurer: Commerzbank & Co. berechnen ein Prozent vom Kurswert, eine Order über 10 000 Euro kostet im Schnitt 100 Euro. Zum Vergleich: Die ING-Diba verlangt nur 26,25 Euro. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät zu möglichst einfachen Gebührenmodellen. Ein Beispiel ist die DKB Bank: Jede Order bis 10 000 Euro kostet dort einheitlich zehn Euro.

Depotwechsel: Filialbankkunden können durch einen Depotwechsel Geld sparen. Viele Banken locken dazu mit Prämien: Comdirect mit 50 Euro und ING-Diba mit 20 Euro. Cortal Consors und DAB Bank gehen einen anderen Weg: Sie garantieren bei komplettem Depotübertrag 3,5 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld – Consors zwölf Monate, DAB Bank sechs Monate lang. Der Wertpapierübertrag dauert meist wenige Tage, bei ausländischen Papieren etwas länger. Anleger sollten bedenken, dass während dieser Zeit kein Aktien- und Fondshandel möglich ist. „Nach Einbuchung ins neue Depot sollte man steuerrelevante Anschaffungsdaten wie Stückzahl, Anschaffungspreis und Kaufdatum prüfen.

Dies ist vor allem bei kurzfristiger Verkaufsabsicht wichtig, damit Gewinne beziehungsweise Verluste korrekt ermittelt werden können“, rät Alexander Baumgart von der ING-Diba. Wichtig: Waren im Altdepot Limits und Stopps gesetzt, sollte man diese bei der neuen Bank wieder einrichten. Außerdem sind die Freistellungsaufträge zu prüfen und bei Bedarf zu ändern. Bleiben die Wertpapiere im Besitz des Anlegers, ist dies steuerlich unbedenklich.

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