Aachen - Biallos Ratgeber: Ohne Pin und Unterschrift bezahlen

CHIO-Header

Biallos Ratgeber: Ohne Pin und Unterschrift bezahlen

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
16654974.jpg
Ein Piepen bestätigt die kontaktlose Zahlung. Foto: dpa, obs/ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH
16654975.jpg
Bank- und Kreditkarten, mit denen das kontaktlose Bezahlen möglich ist, tragen ein kleines Funksymbol neben dem Mikrochip. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Aachen. Ohne lästige Pin-Eingabe in nur wenigen Sekunden den Einkauf bezahlen. Klingt nach Zukunftsmusik – ist es aber nicht. In Supermärkten und Warenhäusern ist das kontaktlose Bezahlen längst möglich.

Viele Verbraucher haben die dazu notwendigen Bank- oder Kreditkarten bereits in ihrer Geldbörse oder bekommen sie beim nächsten Kartentausch. Händler, Restaurants und Tankstellen ziehen mit entsprechenden Lesegeräten nach.

Was bedeutet das für Verbraucher? Welche Vorteile hat die neue Kartengeneration und welche Risiken sind damit verbunden?

So funktioniert die Technik

Voraussetzung für das kontaktlose Bezahlen ist eine Giro- oder Kreditkarte, auf der ein Mikrochip mit Funkantenne angebracht ist. Auch Smartphones haben diese Technik. Sie wird aber bislang wenig genutzt. Im Gegensatz zur klassischen Kartenzahlung schiebt man die Funkkarte nicht in das Lesegerät ein. „Verbraucher halten ihre Karte einfach vor das Lesegerät und begleichen so in Sekundenschnelle ihre Rechnung“, erklärt Alexander Baumgart von der ING-Diba.

Die erforderlichen Transaktionsdaten wie IBAN, Kartennummer, Gültigkeitsdatum und der zu zahlende Betrag werden mittels Near Field Communication (NFC) übertragen. „Der Kartenabstand darf nicht mehr als vier Zentimeter betragen“, sagt Baumgart. Ein kurzes Piepen oder ein optisches Signal bestätigen die Zahlung und das Geld wird abgebucht.

Bislang kann man aber nur Kleinbeträge bis 25 Euro begleichen, in Ausnahmefällen auch 50 Euro. Je nach Karte wird das Geld entweder vom Konto abgebucht oder sie muss vorab aufgeladen werden, zum Beispiel am Geldautomaten.

„Beim kontaktlosen Zahlen mit der Kredit- oder Girokarte entfällt das Suchen nach Scheinen und Münzen. Die NFC-Technik ist besonders schnell und einfach“, sagt Mark Hauel von der DKB. Persönliche Daten wie Name oder Adresse werden nicht übertragen.

Mitten in der Umstellung befinden sich auch die Sparda Banken. „Unsere Kreditkarten werden bereits seit 2012 mit NFC-Technik ausgestattet, die Girocard zieht ab dem 1. Oktober 2018 nach“, sagt Isabelle Drexler vom Verband der Sparda Banken. Banken und Händler sind von der Sicherheit des Systems überzeugt: „Bei größerer Entfernung zwischen Karte und Lesegerät erfolgt keine Abbuchung, das gleiche gilt, wenn mehrere Karten zugleich erkannt werden“, heißt es bei den PSD Banken. Außerdem müsse vor jeder Abbuchung das Terminal vom Kassierer aktiviert werden, Zahlungen „im Vorbeigehen“ seien ausgeschlossen.

Wer ganz sicher gehen will, folgt dem Rat von Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband und steckt die Karte „in spezielle Schutzhüllen, die die Funkwellen blockieren“. Die gibt es bei Banken und im Handel.

Bei Diebstahl sofort Karte sperren

Eine Gefahr bleibt: Bei Verlust oder Diebstahl der Funkkarte können Fremde mühelos einkaufen gehen. „Bei Verlust sollte man die Karte schnellstmöglich sperren lassen“, rät daher Pauli. Als Diebstahlpuffer haben einige Banken Höchstsätze festgelegt.

So erlauben die PSD Banken nicht mehr als 100 Euro pro Tag mit der NFC-Funktion zu bezahlen. Inhaber der Sparkassen-Card können zwar bis zu 200 Euro aufladen und damit kontaktlos bezahlen, zudem wird beim automatischen Ladeverfahren frisches Geld nachgeschoben. Doch das geht nur einmal am Tag und auch nur für Beträge bis maximal 50 Euro.

Wer der Funktechnik nicht vertraut, kann weiterhin mit Bargeld bezahlen oder seine Girokarte in das Bezahlterminal an der Kasse einstecken. Manche Geldhäuser erlauben auch das Deaktivieren des Funkübertrags.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

 

Die Homepage wurde aktualisiert