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Biallos Ratgeber: „Ohne Motivation ist alle Mühe vergeblich”

Von: Annette Jäger und Horst Biallo
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Ein fester Termin: Über eine Million Schüler nehmen pro Jahr in Deutschland Nachhilfe in Anspruch. Foto: Stock/Insadco

Aachen. Eine Schülerkarriere ohne Nachhilfeunterricht ist die Ausnahme geworden. Über eine Million Schüler nimmt pro Jahr Nachhilfe in Anspruch, hat die Bertelsmann-Stiftung vergangenes Jahr ermittelt; bis zu 1,5 Milliarden Euro jährlich geben die Eltern danach in Deutschland für Nachhilfe aus.

„Der Markt wächst stetig”, sagt Werner Kinzinger, Geschäftsführender Vorstand des Verbraucherschutzvereins Aktion Bildungsinformation (ABI) in Stuttgart. Das Angebot an Nachhilfeunterricht ist immens: Schüler, Studenten, Lehrer oder professionelle Lerninstitute helfen auf die Sprünge.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Nicht nur Schüler mit Leistungsdefiziten erhalten Nachhilfeunterricht. Auch gute Schüler nehmen zusätzliche Förderung in Anspruch, nicht selten, um dem hohen Bildungsanspruch der Eltern genüge zu leisten. „Sogar schon in der Grundschule gibt es Nachhilfe”, kritisiert Werner Kinzinger. Bei schlechten Leistungen sollte man zuerst das Gespräch mit dem Lehrer suchen.

Er könne einschätzen, ob es sich um ein vorübergehendes Tief handelt oder um manifestierte Lücken. Fehlt es an Wissen aus dem vergangenen Schuljahr, sollte man diese schnell aufholen, bevor es weitere Tiefschläge gibt, rät die Gütegemeinschaft Ina-Nachhilfeschulen in Schwetzingen. Sie vergibt ein Gütezeichen für professionelle Paukstudios. Nur dann sei das Fundament stark genug, um den neuen Lernstoff zu tragen.

Was bringt Nachhilfe? Lernstoff aufarbeiten, vertiefen, Lücken schließen - das kann Nachhilfe leisten. Darüber hinaus können Lerntechniken vermittelt und Konzentration geübt werden. „Manchmal hakt es nur an der mangelnden Motivation des Schülers”, sagt Dieter Adam, Gründer des Nachhilfeinstituts Mini-Lernkreis. Ein anderer Lehrer, der den Schüler motivieren kann, genügt dann mitunter schon. Mit dem richtigen Vermittler steht und fällt der Erfolg. „Er muss Sachverhalte gut erklären und motivieren”, sagt Kinzinger. „Ohne Motivation ist alle Mühe vergeblich.”

Privater Nachhilfeunterricht:„Man sollte das Problem - wenn möglich - zunächst innerhalb der Schule lösen”, rät Kinzinger. Ältere Schüler könnten oft schnell einen „guten Draht” zum jüngeren Schüler entwickeln. Auch Studenten oder pensionierte Lehrer sind oft hervorragende Nachhilfelehrer.

Der Vorteil am privat organisierten Unterricht: Man geht keine Vertragsbindung ein, die Kosten sind in der Regel niedriger. Mundpropaganda ist das beste Mittel, um an den richtigen Schüler oder Lehrer zu kommen. Auch Datenbanken im Internet helfen bei der Suche. Zwischen zehn und 20 Euro pro Unterrichtsstunde hält die ABI für angemessen. Manche Lehrer verlangen auch 40 Euro, was Kinzinger für überteuert hält.

Professionelle Lerninstitute: Rund 4000 professionelle Lerninstitute in Deutschland bieten Gruppen- und Einzelunterricht. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht - genauso wenig wie bei privater Nachhilfe. Wo der Schüler richtig aufgehoben ist, bleibt eine persönliche Entscheidung. Die Branchenriesen „Schülerhilfe” und „Studienkreis” arbeiten in Deutschland flächendeckend.

Daneben gibt es regionale Anbieter: Der „Mini-Lernkreis” ist vor allem in ländlichen Regionen vertreten. Kurze Vertragslaufzeiten mit kurzer Kündigungsfrist - innerhalb eines Monats - sind kundenfreundlich. Die Lehrer sollten qualifiziert, die Lerngruppen in Altersstufe, Fachrichtung und Schulart homogen sein. Kostenloser Probeunterricht ist üblich. Institute wie Abacus schicken den Nachhilfelehrer auch zum Schüler nach Hause.
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