Biallos Ratgeber: Nicht jedes Modell passt für jeden Sparer

Von: Oliver Mest
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Aachen. Jahrelang wurde die Riester-Rente als das Allheilmittel gegen die sinkenden Renten gefeiert. Das war genauso übertrieben, wie es heute falsch ist, das Riester-Modell pauschal als „zu teuer“ und „unattraktiv“ zu verteufeln.

Fakt ist: Die Riester-Rente ist auch heute noch attraktiv – nur eben nicht jedes Modell für jeden Sparer. Und so ist es wichtig, dass Sparer das individuell passende Modell für ihre Sparziele finden.

Riester-Banksparplan: Sicherheitsorientierte Sparer können einen Riester-Banksparplan mit festem oder variablem Zins abschließen. „Der große Vorteil der Verträge sind die geringen Verwaltungskosten“, erklärt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auf der anderen Seite sind die Renditen derzeit gering – mehr als zwei Prozent sind kaum zu erzielen.

Riester-Rentenversicherung: Die Renditen der Riester-Rentenversicherung sind um einiges höher, und es gibt sogar eine Mindestverzinsung von derzeit 1,75 Prozent – in der Kritik steht sie dennoch: „Die Kosten dieser Riester-Variante sind sehr hoch. Den klassischen Vorteil der Rentenversicherung, den Kapitalerhalt, bieten alle Riester-Modelle“, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Eine Variante der klassischen Riester-Rentenversicherung ist die fondsgebundene Rentenversicherung. Bei ihr werden die Sparbeiträge in Fonds investiert – die Renditechancen steigen, aber die Garantieverzinsung fällt weg.

Riester-Fondssparplan: Auch bei Fondssparplänen im Riester-Modell gibt es keine Garantieverzinsung – trotzdem sind die Sparpläne sehr beliebt. „Die eierlegende Wollmilchsau ist das aber auch nicht“, meint Expertin Oelmann. „Denn zum Rentenbeginn muss das Kapital garantiert sein, so dass die Anbieter irgendwann anfangen, das Kapital in risikoärmere Papiere umzuschichten.“ Und das geht zu Lasten der Rendite. Trotzdem sieht auch Annabel Oelmann das Modell vor allem bei jüngeren Leuten als Erfolg versprechend an.

Wohn-Riester: Die geförderten Beiträge können bei diesem Modell dafür genutzt werden, ein eigenes Zuhause zu finanzieren. Seit Beginn dieses Jahres ist Wohn-Riester-Sparen noch attraktiver. So lässt sich bereits in der Ansparphase Geld entnehmen, und das Kapital kann auch für die Entschuldung einer vorhandenen Immobilie genutzt werden. Zusätzlich können Sie zukünftig auch Ihr Wohn-Riester-Guthaben unbürokratischer nutzen, um Ihr Eigenheim alters- oder behindertengerecht umzubauen. Und bei einem Umzug kann das Kapital – anders als bisher – mitgenommen und in eine neue Immobilie gesteckt werden.

Modellwahl: Welches Modell für den Einzelnen infrage kommt, ist eine Frage der guten Beratung. Bianca Boss rät dazu, vor allem auf die Kostenstruktur zu setzen und nicht zu viel Vertrauen in Ratings und Bewertungen zu haben. Denn, so Boss, „die bilden die Vergangenheit ab und geben keine Sicherheit für die Zukunft.“ Annabel Oelmann rät, die Angebote in Ruhe miteinander zu vergleichen. Erst dann, so Oelmann, „steht die Entscheidung an, welche Anlageklasse geeignet ist“.

Die Förderung der Riester-Rente: Gefördert werden die Modelle alle gleich: Sparer erhalten eine Grundzulage von 154 Euro im Jahr, dazu pro Kind noch einmal bis zu 300 Euro. Ergänzend zu den Zulagen haben Riester-Sparer die Möglichkeit, die Beiträge für ihre Riester-Rente bis zu einem Höchstbetrag von 2100 Euro als Sonderausgaben abzusetzen. So besteht die Möglichkeit, zusätzlich zur Zulage einen weiteren Zuschuss in Form eines Steuerbonus einzustreichen, der bis zu 1000 Euro ausmachen kann. Allerdings werden davon die gewährten Zulagen abgezogen, damit es auch keine Doppelförderung gibt.

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