Biallos Ratgeber Mischfonds: Unterm Strich eindeutig Krisengewinner

Von: Horst Biallo und Max Geißler
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Aachen. Mischfonds gehören zu den Krisengewinnern. Die Statistiken des Fondsverbandes BVI zeigen, dass Fonds, die Aktien und Anleihen kombinieren, langfristig gegenüber reinen Aktienfonds die Nase vorn haben.

So weist der BVI für ausgewogene Mischfonds mit Schwerpunkt Euro eine Zehnjahresrendite von 2,2 Prozent aus, rentenorientierte Mischfonds erreichten im Schnitt 2,7 Prozent. Viele der als renditestärker geltenden Aktienfonds liefen in der gleichen Zeit schlechter: Aktienfonds Welt verloren jährlich 2,4 Prozent, europäische Fonds 2,5 Prozent. Deutsche Aktienfonds lagen bei mageren plus 0,1 Prozent.

Unterm Strich verbuchten Mischfondsbesitzer in der zurückliegenden Dekade 20 bis 30 Prozent Gewinn während Aktienfondssparer mit europäischen und globalen Titeln über 20 Prozent ihres Vermögens einbüßten.

Wertpapiermischung: Das Erfolgsgeheimnis besteht in der Wertpapiermischung. „Ein optimales Portfolio ist eine ausbalancierte Einheit, die gleichermaßen Chancen und Absicherung bietet”, schrieb schon Nobelpreisträger Harry Markowitz 1952. Seine berühmte Portfoliotheorie, nach der die Streuung auf verschiedene Anlageklassen Stabilitäts- und Renditevorteile bringt, ist bis heute gültig.

Doch wie sieht ein optimales Depot aus? Finanzprofessor Martin Weber von der Uni Mannheim ging dieser Frage wissenschaftlich nach. Ergebnis: „Ideal ist ein Mischungsverhältnis von 60 Prozent Aktien, 25 Prozent Anleihen und 15 Prozent Rohstoffen.” Diese Aufteilung bringe langfristig den höchsten Ertrag. Zusätzlicher Erfolgsfaktor sind niedrige Kosten. So bieten Direktbanken wie Comdirect, ING-Diba oder auch Cortal-Consors eine Vielzahl von Fonds mit satten Rabatten auf die Ausgabeaufschläge und gebührenfreie Depots an.

Der optimale Portfoliomix

Weber favorisiert preiswerte Indexfonds. Sogenannte ETFs bilden deshalb das Rückgrat seines ETF-Dachfonds „Arero-Welt”, der nach Vorgaben des Wissenschaftlers in unterschiedliche Anlageklassen und Regionen investiert. Bislang mit Erfolg: Trotz Börsencrash legte der Fonds seit Auflage im Oktober 2008 bis heute um rund 15 Prozent zu.

Verschiedene Anlageklassen: Viele Vermögensverwalter suchen ebenfalls nach dem optimalen Portfoliomix. Geldexperten der Neue Vermögen AG Traunstein mischen dazu in ihrem Fonds NV Strategie Quattro Plus fünf Anlageklassen: Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilien und alternative Investments, z.B. einen Waldfonds. Die Fondsprofis vertrauen darauf, dass „die unterschiedlichen Wertentwicklungen der einzelnen Assets das Depot stabilisieren ohne die Renditeaussichten zu schmälern”.

Schließlich besitze je nach Marktlage stets die eine oder andere Anlageklasse neues Renditepotential. In Crashjahren stößt die Strategie aber an Grenzen. So fuhr der Fonds im Jahr 2008 einen zweistelligen Verlust ein. Trotz des Rückschlags ist das Konzept bisher erfolgreich. Die langjährige Durchschnittsrendite: 5,5 Prozent.

Umschichten: Wertpapierauswahl und Timing bestimmen die Wertentwicklung eines Mischfonds. Dreht der Wind an den Aktienmärkten, sollte dies der Fondsmanager rechtzeitig erkennen und umschichten. Der Rahmen für Umschichtungen wird vom Grundkonzept des Fonds vorgegeben. Bei Mischfonds sind mehrere Kategorien zu unterscheiden, über die sich Anleger vor dem Fondskauf informieren sollten: Offensiv ausgerichtete Mischfonds setzen vorrangig auf Aktien und nur teilweise auf Rentenwerte. Die Fonds sind schwankungsintensiv und ähnlich risikoreich wie Aktienfonds, versprechen aber hohe Renditen.

Ausgewogen anlegende Mischfonds verteilen das Portfolio häufig je zur Hälfte auf Aktien und Anleihen.
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