Aachen - Biallos Ratgeber: Hohe Akzeptanz gerade in Krisenzeiten

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Biallos Ratgeber: Hohe Akzeptanz gerade in Krisenzeiten

Von: Max Geißler und Horst Biallo
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Sicherer Hafen: Gold als Anlage ist in Krisenzeiten nicht die schlechteste Foto: Stock/Imagebroker

Aachen. Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten, denn es lässt sich nicht wie Papiergeld beliebig vermehren. Ein Resultat der hohen Wertschätzung ist die stabile Kaufkraft. So war 1920 eine Unze Gold etwa 20 Dollar wert - so viel wie ein guter Herrenanzug.

Heute bekommt man für die gleiche Menge Gold immer noch einen guten Anzug, für 20 Dollar höchstens noch eine Krawatte. Finanzexperten warnen aber vor einer zu hohen Goldquote. Maximal zehn Prozent sollte man in Münzen oder Fonds investieren. Denn Gold ist eine spekulative Geldanlage. Der Preis kann schnell wieder sinken. Worauf sollte man achten?

Münzen und Barren: Wer Hyperinflation befürchtet, kann sich mit physischem Gold absichern. Goldmünzen und Barren werfen keine Zinsen ab, genießen aber hohe Akzeptanz in Krisenzeiten. Der Kundenansturm der letzten Monate führte zu Lieferengpässen bei Goldhändlern und Banken. Münzen sind aber teuer. Die Kaufkosten erreichen schnell zehn Prozent. Damit wenigstens der Einsatz wieder herauskommt, müsste der Goldpreis um den Verkaufsaufschlag steigen. Je kleiner die Goldeinheit, desto höher der Aufpreis. Beispiel Ein-Gramm-Goldbarren: Der Goldhändler Pro Aurum kaufte Ende Juli das Stück für 30 Euro an, verkaufte es aber für 39 Euro - Aufpreis 30 Prozent.

Erwarb man hingegen den Ein-Unze-Barren (31,1 Gramm) verringerte sich die Preisspanne auf etwa 7,5 Prozent. Spesen und Transportgebühren erhöhen weiter die Kosten. Beim Münzkauf lohnt daher ein genauer Preisvergleich. Liegen zwischen Erwerb und Verkauf weniger als zwölf Monate, ist der Veräußerungsgewinn einkommensteuerpflichtig, sobald die Freigrenze von 600 Euro überschritten ist. Abgeltungsteuer fällt nicht an. Nachteil: Goldbesitz lockt Diebe an. Die Aufbewahrung im Bankschließfach kostet zusätzlich 25 bis 50 Euro pro Jahr.

Goldfonds und -zertifikate: Diese Wertpapiere bilden die Entwicklung des Goldpreises nach. Da er sich seit 2007 mehr als verdoppelt hat und man weitere Preisanstiege voraussagt, stehen Goldindexpapiere hoch im Kurs. „Eine Garantie, dass die Prognosen eintreffen, gibt es jedoch nicht”, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Goldfonds sind eher ein Mittel zur spekulativen Geldanlage denn zur Vermögenssicherung. Kostengünstig sind börsengehandelte Goldfonds (ETF) oder besicherte Goldzertifikate (ETC). Es fallen keine Ausgabeaufschläge und geringe Managementgebühren an.

Jörg Bohn, Vorstand der Düsseldorfer Vermögensverwaltung Artus Direct Invest, rät, „nur Papiere zu kaufen, die mit echtem Gold hinterlegt sind”. Dies ist zum Beispiel beim Schweizer „ZKB Gold ETF” der Fall. Das Gold liegt in Tresoren unabhängiger Treuhandbanken. Anleger sollten bedenken, dass es sich bei ETCs um Schuldverschreibungen von Banken handelt. „Im Pleitefall gibt es mehr Schwierigkeiten, an das Gold zu kommen, als bei echten Fonds, weil ETC-Vermögen nicht als Sondervermögen geschützt sind”, warnt Bohn. Vorteile: Schneller Ein- und Ausstieg via Börsenorder, unkomplizierte Aufbewahrung im Depot. Nachteil: gegebenenfalls Depotgebühren. Realisierte Gewinne sind abgeltungsteuerpflichtig.

Goldaktienfonds: Aktiv gemanagte Aktienfonds investieren in Unternehmen, die im Goldgeschäft tätig sind. Die Fondskurse sind nur teilweise vom Goldpreis abhängig, vielmehr von den Unternehmensergebnissen. Auch bei fallendem Goldpreis können Minenkonzerne gut verdienen. Goldaktienfonds erzielten zuletzt Spitzenrenditen. So gewann der „JB MP Gold Equity” binnen eines Jahres 86 Prozent an Wert, der „Nestor Gold” stieg um 78 Prozent. Die Vorteile: Fondsanteile sind Sachwerte mit indirektem Inflationsschutz. Der Handel über Bank oder Börse ist flexibel und die Depotverwahrung einfach. Nachteile: Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent und Abgeltungsteuerpflicht.
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